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	<title>¡Viva Méjico, cabrones!</title>
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	<description>Ich und mein Pony in Mexiko</description>
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		<title>Das ist der Beweis &#8211; Überschriften wirken!</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 09:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es tut mir Leid, aber mir fiel wirklich nichts besseres für diesen Titel ein! Ich hätte mir vielleicht was zum Wetter überlegen können, denn das ist zur Zeit etwas, äh, launisch. Während es am Sonntag so kalt war, dass mir nach sechs Stunden in der Küche sitzen meine Füße energisch absterben wollten, knallte die Sonne [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=387&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es tut mir Leid, aber mir fiel wirklich nichts besseres für diesen Titel ein! Ich hätte mir vielleicht was zum Wetter überlegen können, denn das ist zur Zeit etwas, äh, launisch. Während es am Sonntag so kalt war, dass mir nach sechs Stunden in der Küche sitzen meine Füße energisch absterben wollten, knallte die Sonne am Montag mit einer solchen Kraft, dass ich trotz T-Shirt schwitzte. Hoffen wir, dass es erst einmal so bleibt.</p>
<p>Aber das Wetter war noch nie ein tolles Thema außer für den Small Talk mit Amerikanern und daher wechseln zu einem anderen Thema, das mich derzeit beschäftigt:<span id="more-387"></span> Was machen BWLer eigentlich so den lieben langen Tag? Denn wie es der Zufall so will, habe ich derzeit drei Fächer, die in erster Linie vom mexikanischen Äquivalent zu deutschen BWL-Studenten besucht werden. Und die große Frage, die sich mir dadurch aufdrängt, ist ob die teilweise etwas fragwürdigen Inhalte dieser Kurse dem Umstand geschuldet sind, dass es in Mexiko keine kaufmännischen Ausbildungsberufe gibt und daher die Uni etwas, hm, &#8220;praxisorientierter&#8221; oder nicht doch eher den Umstand, dass BWL wissenschaftlich einfach nicht so viel hergibt. Oder genauer gesagt: Zwei meiner drei Kurse erscheinen mir eher eine Beschäftigungstherapie in der der gesunde Menschenverstand bemüht wird und bei denen es mich manchmal erschaudern lässt, was für Verständnisfragen teilweise gestellt werden. Man sollte schließlich meinen, dass jedem klar ist, warum eine Firma tunlichst zusehen sollte, effizient und gewinnbringend zu wirtschaften&#8230;</p>
<p>Aber bevor ich mich hier <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2012/02/08/were-not-amused/" title="The same procedure as last week, Miss Sophie?">erneut</a> fröhlichem Bashing hergebe, möchte ich euch lieber schildern, was für Kurse ich belege. Dort wäre als erstes <em>Aprendizaje Organizacional y Administración del Conocimiento</em> (Organisationales Lernen und Wissensmanagement) zu nennen. Die Theorie ist schnell umrissen: In der heutigen Wirtschaftswelt ist Wissen der entscheidende Faktor. Den entscheidenden Wettbewerbsvorteil hat also derjenige, der das vorhandene Wissen am Besten verwalten kann. Die daraus abzuleitenden Erkenntnisse sind dann auch ziemlich schnell nachvollziehbar und es erstaunt mich, dass man ein Fachbuch zu dem Thema füllen kann (auch wenn mir viele Modelle nach dem Motto &#8220;Ich möchte mich meinem Vorredner anschließen, das Ganze aber in anderen Worten ausdrücken!&#8221; gestrickt zu sein scheinen). Dennoch, auch wenn die Theorie simpel ist, hapert es doch meistens an der praktischen Umsetzung. Also wird der Kurs von einer <a href="http://www.interpretive.com/rd5/index.php?pg=bc" title="BizCafe" target="_blank">Simulation</a> begleitet, in der kleine Gruppen jeweils ein Café managen. Damit das Ganze nicht im luftleeren Raum stattfindet, stehen die einzelnen Gruppen außerdem in Konkurrenz zueinander. Und das hat definitiv etwas für sich, denn nach einem etwas holprigen Start durch etwas zu naive Schätzungen sind wir inzwischen dabei, das Feld von hinten aufzuräumen &#8211; weil wir aus unseren Stärken und Schwächen lernen. Immerhin, sein Ziel verfehlt der Kurs also nicht!</p>
<p>Mein zweiter Kurs, der in den Wirtschaftswissenschaften angesiedelt ist (obwohl er eigentlich überallhin passt), ist <em>Técnicas y Modelos de Resolución de Conflictos</em> (Techniken und Modelle der Konfliktlösung). Der Kurs orientiert sich an einem amerikanischen Lehrbuch &#8211; und ja, es stimmt, dass amerikanische Lehrbücher ansprechender gestaltet sind als deutsche &#8211; und kann als eine Mischung aus Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie und guten Tipps für den Alltag beschrieben werden. Man lernt sich selbst ein bisschen besser kennen, man lernt, welche Ursachen es für Konflikte geben kann und wie man diese nach Möglichkeit neutralisiert und man lernt ein paar nette Anekdoten vom Dozenten aus dessen Zeit in der freien Wirtschaft kennen. Das ganze ist eine sehr lockere Veranstaltung und ich gehe davon aus, dass ich nicht durchfallen werde, um es einmal pejorativ auszudrücken.</p>
<p>Zu guter Letzt gibt es noch <em>Gestión de Recursos Humanos en las organizaciones</em> (Personalmanagement). Dieser Kurs ist genauso praxisorientiert wie die anderen, da der Professor ein absoluter Praktiker ist. Ich persönlich finde das aber absolut vorteilhaft. Wir gehen Schritt für Schritt das Personalmanagement von der Stellenplanung bis zur Verrentung durch und bekommen erklärt, was es zu beachten gilt. Abgesehen von einigen Eigenheiten, die dem mexikanischen Arbeitsrecht geschuldet sind, ist alles universell anwendbar. Insbesondere freut es mich, dass unser Professor stets klar macht, was er für entscheidend hält und dies auch nachvollziehbar ist. Der Unterricht ist eine absolute Bereicherung und zusammen mit meinem <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/09/29/von-fuhrungspersonlichkeiten-und-organisationen/" title="Nichts ist so alt wie das Wissen aus dem letzten Semester">Leadership-Kurs</a> aus dem letzten Semester wahrscheinlich der Kurs, der mir für mein weiteres Leben am meisten bringen wird.</p>
<p>Allerdings gibt es zwei Haken an der ganzen Sache. Der kleinere ist eher etwas, was mich persönlich stört: Meine beiden Gruppenkameraden lassen ein wenig Professionalität vermissen. So bestanden sie unbedingt darauf, dass wir in unsere heutige Präsentation als Gag <a href="http://www.todohumor.com/UserFiles/Image/powerpoints/humorada/Mujer_taller_mecanico.jpg" title="Das ominöse Foto" target="_blank">das Foto von einer auf einem Motor hockenden Frau</a> einbinden. Zwar war eine Verbindung zum auf der Folie präsentierten Thema erkennbar, aber irgendwie bin ich da zu germanisch-steif. Auch wenn es nur eine Präsentation für einen Uni-Kurs ist, die nie jemand außerhalb des Kurses sehen wird, ist es für mich eben doch eine Präsentation für die Uni. Und da ist man seriös und zeigt, dass man sich zu präsentieren weiß. Auch wenn es uns nicht geschadet hat &#8211; die ernste deutsche Arbeitskultur liegt mir einfach deutlich mehr als das mexikanische Laissez-faire&#8230;</p>
<p>Der zweite Haken ist dagegen schon deutlich größer. Eigentlich wollte ich in diesem Fach noten-technisch glänzen, aber das ist schon nach der ersten Zwischenprüfung quasi nicht mehr möglich. Und leider finde ich, dass es nicht nur an mir, sondern auch an einer unfairen Bewertung liegt. Die Prüfung bestand nämlich aus zehn Ja/Nein-Fragen. Jede diese Frage musste man begründet beantworten. Stimmte beides, gab es 10 Punkte; stimmte die Antwort, aber nicht die Begründung oder war beides falsch, gab es 0 Punkte. Insgesamt hatte ich 6 Fragen komplett richtig beantwortet und damit 60 Punkte bekommen. Was mich jetzt aber wirklich aufregt ist, dass ich nur eine Frage komplett falsch beantwortet habe und bei zwei Fragen meine Begründung offensichtlich nicht falsch, sondern nur nicht komplett war. Dass ich trotzdem keine Punkte darauf bekommen habe, finde ich schon etwas seltsam. Es hätten ja nicht die vollen 10 Punkte sein müssen. Blöd auch, wenn von der Seite des Professors komplett abgeblockt wird und er nicht mit sich reden lassen will. Jetzt müssen die Noten wohl etwas besser werde, denn schließlich brauche ich als Endnote mindestens 70 Punkte (die Zwischenprüfung geht zu 11% ein), damit mir der Kurs überhaupt anerkannt wird. Kleiner Lichtblick: Immerhin bin ich bei weitem nicht der Schlechteste im Kurs und die beste Note überhaupt betragt angeblich nur 70 Punkte&#8230;</p>
<p>Als dann, nun wisst ihr ein bisschen Bescheid, womit ich so meine Tage verbringe. Auch wenn mir langsam klar wird, dass es bald vorbei ist mit dem Besuchen von Kursen und ich mich endlich dem widmen kann, was mir ohnehin mehr Spaß macht: Dem Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/387/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=387&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>We&#8217;re not amused!</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 03:09:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sicherlich, als Betroffene mögt ihr das sicherlich anders sehen, aber ich beneide euch: Wie gerne würde ich jetzt bei klirrender Kälte in Deutschland weilen statt in diesem Pseudowinter, der auch nicht dadurch gemütlicher wird, dass es hier trotz 10 Grad keine Heizung hat. Ja, ich liebe die Kälte &#8211; aber nur, wenn man anschließend aus [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=381&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicherlich, als Betroffene mögt ihr das sicherlich anders sehen, aber ich beneide euch: Wie gerne würde ich jetzt bei klirrender Kälte in Deutschland weilen statt in diesem Pseudowinter, der auch nicht dadurch gemütlicher wird, dass es hier trotz 10 Grad keine Heizung hat. Ja, ich liebe die Kälte &#8211; aber nur, wenn man anschließend aus ihr heraus wieder ins warme Zimmer kommt und sich unter eine dicke Winterdecke ins Bett kuscheln kann. Zwar kann meine Klimaanlage auch &#8220;warm&#8221;, aber glaubt mir: Das ist nicht annähernd dasselbe.</p>
<p>Zu allem Überfluss sorgt das miese Wetter hier vor Ort, dass einem grauen September- oder Oktobertag (ungemütlich, aber wenigstens nicht unangenehm feucht) in Deutschland gleicht, dafür, dass ich hier keineswegs wie beabsichtigt etwas über den Cerro de la Silla, Monterreys Hausberg, berichten kann. Denn das Wetter am Wochenende versprach Nebel statt grandiosem Blick, weswegen die Besteigung weiterhin warten muss. Zu allem Unglück haben außerdem <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/new-york-giants-gewinnen-super-bowl-1.1276427" title="Super Bowl - die große Werbeunterbrechung mit Halbzeitpause" target="_blank">die Giants den Super Bowl gewonnen</a> (ich war für die Patriots &#8211; <a href="http://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2012/02/how-to-decide-who-to-root-for-in-the-super-bowl/252579/" title="Nicht der Einzige mit dieser Meinung" target="_blank">aus dem simplen Grund, dass alle anderen für die Giants waren</a>. Und wegen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Brady" title="Wer zur Hölle ist Tom Brady?" target="_blank">Tom Brady</a> &#8211; man muss kein Football-Fachmann sein, um sehen zu können, dass er ein verdammt guter Quarterback ist!) und mir ging auf, dass ich nicht etwa einer der ersten Passagiere sein werde, die in Berlin Brandenburg International landen, sondern einer der letzten, die in Tegel ankommen. Umso ärgerlicher für einen Flughafensammler wie mich, dass dies wahrscheinlich daher rührt, weil die gute Call-Center-Angestellte von Air France nicht wusste, dass Tegel außer Dienst gestellt wird. Ich fand ihre Bemerkung beim Umbuchen, dass es am 3. Juni keinen Flug von Paris nach Berlin geben würde, schon gleich seltsam, ging aber davon aus, dass sie damit meinte, dass es keinen freien Platz mehr gibt. Inzwischen glaube ich eher, dass sie statt Paris-Berlin nach CDG-TXL gesucht hat &#8211; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_Brandenburg_International#Inbetriebnahme" title="Da hätte ich mich auch einmal vorher informieren können..." target="_blank">und da gibt es natürlich in der Tat am 3. Juni keine Verbindung mehr</a>. Ärgerlich, denn so aufregend ist Tegel nun wahrlich nicht, dass man den Flughafen noch ein letztes Mal vor Außerdienststellung sehen muss!</p>
<p>Wenn ich also schon einmal dabei bin, mich über die Nichtigkeiten des Lebens aufzuregen, dann kann ich dem doch auch gleich einen Bericht über die Sachen, die mich an Mexiko stören, folgen lassen.<span id="more-381"></span> Das ist inzwischen gar nicht mehr so viel, denn viele Sachen nerven nur am Anfang; mit der Zeit findet man aber normalerweise irgendwelche Wege, damit umzugehen. Es ist auch keinesfalls so, dass ich wegen dieser Sachen innerlich andauernd brodele (allenfalls in einer konkreten Situation), es sind eher Sachen, die mir auffallen und von denen ich es weiß, dass sie es mir sehr schwer machen würden, dauerhaft (im Sinne von: für immer) in Mexiko zu leben. Man kann sich zwar mit ihnen arrangieren, aber es kommt häufiger vor, dass ich innerlich die Augen verdrehe, wenn sie mir unterkommen.</p>
<p>Als dann, lassen wir das fröhliche Mexiko-Bashing beginnen:</p>
<ul>
<li><strong>Das Gefühl, ständig beschissen zu werden</strong><br />
Zugegeben: Ich weiß nicht, ob dies nicht eher meiner Einbildung entspringt, aber ich habe leider viel zu häufig den Eindruck, dass man nach Strich und Faden beschissen wird. Dabei geht es gar nicht so sehr um den Ausländerbonus, den man hier gerne einmal auf den eigentlich Preis aufschlagen darf. Es ist schließlich normal, dass Touristen damit rechen müssen, übers Ohr gehauen zu werden und dass ich als solcher durchgehe, finde ich jetzt nicht sonderlich überraschend (schließlich kann keiner ahnen, dass ich bereits ein halbes Jahr im Land bin). Ehrlich gesagt kann man den Touristenbonus normalerweise schon dadurch umgehen, dass man auf Spanisch redet, möglichst ein paar Mexikanismen benutzt (<em>chido</em>, <em>platicar</em>, <em>no manches</em> o.ä.) und deutlich macht, dass man nicht völlig planlos ist.<br />
Aber trotzdem habe ich häufig das Gefühl, dass man mich zu übervorteilen versucht. Nicht unbedingt nur im finanziellen Sinne, sondern auch bei anderen &#8220;Verhandlungen&#8221; wie zum Beispiel Gruppenarbeiten oder Freundschaftsdienste. Irgendetwas tief in mir drin bleibt fast immer skeptisch, wenn mir ein Mexikaner einen Deal vorschlägt, da ich immer den Eindruck habe, dass Mexikaner einen solchen nur dann vorschlagen, wenn sie sich auf der sicheren Gewinnerseite sehen. Nur mit wirklich guten Freunden habe ich ein Verhältnis, wie ich es auch in Deutschland mit den meisten Menschen habe: Basierend auf der Grundannahme, dass ein faires Geschäft zugrunde liegt, von dem beide Seiten sich ungefähr den selben Einsatz und den selben Lohn erwarten. Schließlich will ich eine langfristige Beziehung zu beiderlei Nutzen. Mexikaner scheinen mir dagegen oft den kurzfristigen über den langfristigen Nutzen zu stellen &#8211; Hauptsache, ich habe jetzt gleich profitiert!<br />
Vielleicht rührt mein Misstrauen daher, dass es in Mexiko einen leichten Hang zur Übertreibung gibt, der dann die tatsächliche Leistung etwas weniger strahlen lässt, aber ich weiß auf jeden Fall, welches Ereignis mich dazu veranlasst hat, diese Haltung zu verinnerlichen. In einem meiner Unikurse im letzten Semester spielten wir folgendes Szenario durch: Zwei Gruppen mussten über zehn Runden jeweils entscheiden, ob sie miteinander kooperieren wollten oder nicht. Entschieden sich beide zum kooperieren, gab es für beide Gruppen einen kleinen Bonus. Entschied sich eine Gruppe zum Kooperieren und die andere dagegen, bekam die unkooperative Gruppe einen großen Bonus, während die kooperative Gruppe mäßig bestraft wurde. Entschieden sich beide Gruppen dazu, unkooperativ zu sein, wurden dagegen beide hart bestraft. Letztendlich entschied sich meine Gruppe für eine unkooperative Taktik (interessanterweise auf Bestreben der Frauen in unserer Gruppe, während wir Männer eher in Richtung Solidarität und so tendierten) und fuhren damit durch Glück ein anständiges Ergebnis und somit den Sieg ein. Wie gesagt, wir hatten Glück &#8211; wenn unsere Gegner nicht so gutgläubig gewesen wären, mehrmals auf uns reinzufallen, hätte es auch anders ausgehen können.<br />
Wenn es die Mexikaner also noch nicht einmal in einem unwichtigen Spiel, in dem es um nichts außer der Ehre geht, lassen können, alles für einen kleinen Vorteil zu riskieren, dann möchte ich gar nicht wissen, wie sie im realen Leben verhandeln. Und vertraue noch weniger darauf, dass sie mir ein gutes Angebot unterbreiten!</li>
<li><strong>Das fehlende Verantwortungsbewusstsein</strong><br />
Nun geht die kleine Anekdote aber noch weiter: Nachdem wir als Gruppe unseren Sieg gefeiert hatten, teilte uns die Dozentin mit, dass sie dem ganzen Kurs die vollen 100 Punkte in der nächsten Zwischenprüfung gegeben hätte, wenn wir uns alle über die kompletten 10 Runden kooperativ gezeigt hätten. Meine Reaktion war in etwa: &#8220;Tja, das hast du nun davon &#8211; statt dich vehement dafür einzusetzen, dass wir kooperieren, hast du dich brav überstimmen lassen und danach auch alles daran gesetzt, dass wir mit der unkooperativen Taktik gewinnen. Geschieht dir ganz Recht!&#8221; Die Reaktion einiger Teamkameraden war: &#8220;Das ist unfair! Wieso haben Sie das nicht vorher gesagt? Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir ganz anders gespielt!&#8221;<br />
Besonders überraschend fand ich die Reaktion nicht. Schließlich stehen auch mexikanische Autos nicht ohne Grund im Parkverbot, sondern weil die Besitzer einen wichtigen Termin hatten und keinen freien Parkplatz gefunden haben. Und die korrupte Polizei ist deswegen ein Übel, weil man sie andauernd Bestechen muss.<br />
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dank einiger unverständlicher Parkverbotszonen gibt es in der Tat vielerorts einen Mangel an Parkplätzen und die korrupte Polizei ist nichts, was Mexiko voran bringt &#8211; aber prinzipiell sind sie nicht der Auslöser für die Unannehmlichkeiten, in die die Mexikaner geraten. Schließlich wird kein Mexikaner dazu gezwungen, sein Auto ins Parkverbot zu stellen, und die Polizei lässt sich deswegen Bestechen, weil sie einem zum Beispiel dabei erwischt hat wie man besoffen Auto gefahren ist. Sprich: Egal wie das Ergebnis ist &#8211; hättest du dich an die Regeln gehalten, müsstest du dich gar nicht erst beschweren!<br />
Nun mag es im Kleinen ja noch eher amüsant sein, wie Mexikaner jegliche Schuld von sich weisen und Gott und die Welt bezichtigen, es auf sie abgesehen zu haben. Aber im Großen hat dies durchaus negative Auswirkungen. Nehmen wir zum Beispiel einmal die Probleme Mexikos. Wer ist der Schuldige? Na, die unfähigen Politiker natürlich (und die Reichen, dies rührt aber in erster Linie daher, weil sie entweder mit den unfähigen Politikern identisch sind oder weil sie von den unfähigen Politikern in Ruhe gelassen werden)! Das Spannende ist für mich nur die Frage: Wie sind diese unfähigen Politiker eigentlich an die Macht gekommen? Etwa durch die gleichen Mexikaner, die jetzt Jammern? Der Verdacht drängt sich auf, denn in einem Land wie Mexiko braucht man auch mit Wahlfälschung ein paar Millionen Stimmen, um Präsident zu werden.<br />
Natürlich könnte man jetzt etwas dagegen tun und zum Beispiel selbst politisch aktiv werden. Es muss ja nicht gleich mexikanischer Präsident sein, das wäre sicherlich etwas illusorisch, aber warum nicht mit einer Bürgerplattform Bürgermeister von Monterrey werden und erst einmal im Kleinen beginnen? In anderen Ländern wie z.B. Kolumbien oder auch in Deutschland (Die bestehenden Parteien passen dir nicht? Dann gründe deine eigene Partei und nenne sie die Grünen! Die Grünen sind inzwischen selbst ein Teil des Problems? Dann mach eben die Piraten auf!) ist das durchaus Gang und Gebe. Aber hier in Mexiko scheint das keine Idee zu sein, die viele Anhänger hat. Entweder ist der Leidensdruck noch nicht groß genug &#8211; oder es ist einfach so viel einfacher, jede Schuld von sich zu weisen und darauf zu warten, dass jemand anderes für einen den Karren aus dem Dreck zieht.</li>
<li><strong>Die chaotische Zeitplanung</strong><br />
Mexikaner und die Zeit &#8211; noch so eine Sache, die mich oft die Stirn runzeln lässt. Damit meine ich jetzt nicht, dass man hier des Öfteren ein Minütchen mehr warten muss. Schließlich kann man sich mit der Zeit darauf einstellen und sich etwas zu Lesen oder einen Laptop (wir leben schließlich im 21. Jahrhundert) mitnehmen. Wer sich dagegen lieber partout jedes Mal wieder aufs Neue aufregen möchte, dem kann ich dagegen nur sagen: Bitte, nur zu, es ist schließlich deine Lebenszeit, die du verschwendest. Wobei es manchmal schon kurios ist, wie leichtfertig Mexikaner mit der Lebenszeit ihrer Mitmenschen umgehen: Mir ist auch schon mehrmals aufgefallen, dass die Phrase &#8220;X ist im Moment nicht da, aber Sie können hier warten.&#8221; nicht mit &#8220;X ist gerade auf Toilette und kommt gleich zurück.&#8221; übersetzt werden kann. Es scheint eher etwas wie &#8220;Keine Ahnung, wo X steckt. Wahrscheinlich beim Mittagessen. Aber wo Sie schon einmal hier sind, wäre es ja unhöflich, Sie mit der Bitte wegzuschicken, es einfach noch einmal in einer Stunde zu probieren.&#8221; zu bedeuten.<br />
Aber dennoch ist es etwas anderes, das mich aufregt, nämlich die Kurzfristigkeit. Ein Beispiel von gestern: Ein Kommilitone fragt mich, ob ich ihm für eine Hausarbeit mit ein paar Infos zum Geschäftsgebaren in Deutschland aushelfen kann. Klar kann ich das. Bis wann bräuchte er denn die Auskunft? Och, am Besten bis gegen 20 Uhr. Woran er mich dann, nur um sicher zu gehen, zwei Stunden später auch noch einmal per Mail erinnert. Wie es der Zufall so will hatte ich letztens eine ähnliche Aufgabe in einem anderen Fach, weswegen ich noch Links zu entsprechenden Seiten für Ausländer hatte und ihm diese einfach weiterleiten konnte, aber es ist symptomatisch: Bis zur letzten Minute warten, dann aber plötzlich Stress machen!<br />
Das muss dabei gar nicht seine Schuld sein &#8211; ich habe mich schon des Öfteren darüber aufgeregt, wenn wir wieder einmal eine umfangreiche Hausaufgabe für die nächste Stunde aufgebrummt bekommen haben. Denn warum sollte ich meinen Studenten auch das Wochenende verderben, indem ich ihnen am Donnerstag mitteile, dass ich in einer Woche eine Analyse von 30 Seiten Lektüre in Essayform haben möchte. Lieber sage ich es ihnen erst am Dienstag, da haben sie schließlich noch den ganzen Mittwoch Zeit (abgesehen von der Zeit, die sie mit anderen Fächern verbringen, aber schließlich muss man auch mal Pause machen).<br />
Zu allem Überfluss zieht sich das Kurzfristige durch alle Lebenslagen. Es hat schlichtweg keinen Sinn, in Mexiko etwas länger als eine Woche im Voraus zu vereinbaren &#8211; nicht nur, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es vergessen wird (wogegen man schließlich mit einer Rückversicherung ein, zwei Tage im Voraus angehen könnte), sondern dass den Leuten einfach etwas dazwischen kommt, was sie nicht verschieben können. Vielleicht eine Familienfeier. Oder etwas im Job. Oder eben eine umfangreiche Hausaufgabe.<br />
Und darum sind Mexikaner wahrscheinlich auch so herrlich spontan &#8211; sie haben gar keine andere Möglichkeit, selbst wenn sie wollten.</li>
</ul>
<p>Das sind also drei Sachen, die mich an Mexiko stören. Ob es sich dabei um real existierende Probleme handelt oder ich sie mir nur herbei konstruiere, um mich in meinen persönlichen Borniertheiten wohler zu fühlen, sei dahin gestellt. Aber gut, dass wir einmal darüber gesprochen haben!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/381/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=381&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Mexiko &#8211; eine Bilanz</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 02:22:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist einer dieser Tage, an denen man sich dazu zwingen muss zu schreiben. Aber es nützt ja nichts, ich habe es schließlich das ganze Wochenende vor mich hergeschoben und ein wenig Disziplin kann auch nicht schaden. Nur die wirklich schlechte Anspielung im Titel bitte ich zu verzeihen. Warum aber eine Bilanz? Ganz simpel, vor [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=377&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist einer dieser Tage, an denen man sich dazu zwingen muss zu schreiben. Aber es nützt ja nichts, ich habe es schließlich das ganze Wochenende vor mich hergeschoben und ein wenig Disziplin kann auch nicht schaden. Nur die wirklich schlechte Anspielung im Titel bitte ich zu verzeihen.</p>
<p>Warum aber eine Bilanz? Ganz simpel, vor einem halben Jahr (plus vier bis fünf Tage, je nach Blickwinkel) bin ich nach Mexiko aufgebrochen: Am 27. Juli 2011 habe ich also zum ersten Mal in meinem Leben mexikanischen Boden betreten. Und da wir Menschen es mit einprägsamen Zahlen, auch gerne &#8220;Jubiläen&#8221; genannt, haben, scheint es an der Zeit, ein wenig Bilanz zu ziehen.<span id="more-377"></span></p>
<p><b>Studieren:</b><br />
Auch wenn der VVO es vielleicht anders wahrnimmt &#8211; ich bin hier in erster Linie zum Studieren. Dank Anwesenheitspflicht ist auch dafür gesorgt, dass dies keine Aussage für potenzielle zukünftige Arbeitgeber ist, sondern der Wahrheit entspricht. Schließlich lege ich keinen Wert darauf, dass irgendwann in meinen Studienunterlagen steht, dass ich wegen zu vieler Fehltage durchgefallen bin!<br />
Zur <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/08/08/der-unterschied-zwischen-einer-elite-uni-und-der-tu-dresden/" title="Tec de Monterrey">Tec de Monterrey</a> habe ich schon <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/08/22/ein-paar-worte-zum-unialltag/" title="etwas">etwas</a> geschrieben. Natürlich sieht man mit der Zeit alles ein wenig nüchterner, wiewohl ich trotzdem dabei bleibe, dass der Fokus auf die Studenten eine der Stärken der Tec ist. Ich habe auch den Eindruck, dass die Tec in der mexikanischen Gesellschaft ein wenig zu kritisch gesehen wird. Natürlich ist es nicht gerade Werbung für die Uni, dass ein <em>underachiever</em> wie <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2012/01/24/die-innere-sicherheit/" title="Irgendwo in der Mitte gibt es mehr zum intellektuellen Überflieger unter den mexikanischen Präsidentenkandidaten">Peña Nieto</a> selbstverständlich einen Abschluss der Tec in der Tasche hat, aber andererseits braucht es solche Leute, die das Studium voll bezahlen (können), um den &#8220;normalen&#8221; Studenten Stipendien anbieten zu können. Und auch wenn die Nähe zwischen einigen Firmen (die wiederum Mexiko maßgeblich beeinflussen) und der Tec aus ethischer Sicht sicher nicht wünschenswert ist, so ist es falsch, die ganze Institution als abgehobenen und elitären Zirkel zu sehen. Die Tec möchte in erster Linie Mexikaner dafür ausbilden, das eigene Land voran zu bringen und dabei auch die drängenden sozialen Fragen nicht aus den Augen zu verlieren und sie gibt sich meiner Auffassung nach auch ehrlich die Mühe, dieses Ziel umzusetzen. Vielleicht sollte man in Mexiko hier etwas schärfer zwischen der Oberschicht und der Tec trennen &#8211; nur weil es eine sehr große Schnittmenge gibt, heißt dies noch lange nicht, dass es sich um dasselbe handelt. Andererseits muss ich aber auch eingestehen, dass es einige Gerüchte (und auch Tatsachen) über die Tec gibt, die eine eher autoritäre Geisteshaltung nahelegen. Nur leider lässt sich häufig nicht verifizieren, was eine Tatsache ist und was nur Vorurteil.<br />
Trotzdem, mein Fazit ist, dass es sich gelohnt hat, an die Tec zu gehen. Ich habe hier einiges gesehen, was ich inspirierend fand und sicherlich auch in Deutschland keineswegs fehl am Platze wäre: Eine nahezu komplett internetbasierte Verwaltung, rund um die Uhr geöffnete Bibliotheken und Cafeterien, Fokus auf Ausbildung und erst in zweiter Linie auf Forschung, Beratungsstellen für Existenzgründer oder für Familienunternehmen, praktische Arbeit mit <em>microempresas</em> (das sind Inhaber-geführte Geschäfte mit wenigen oder keinen Angestellten) zu beiderlei Nutzen, acht-, neun- oder zehnsemestrige Bachelor usw. Man muss ja nicht gleich alles übernehmen, wie z.B. geschlechtergetrennte Wohnheime oder Anwesenheitslisten&#8230;</p>
<p><strong>Freunde:</strong><br />
Während ich im letzten Semester noch damit haderte, dass ich so wenig Kontakt zu anderen Austauschstudenten hatte, so ist mir dies spätestens seit Semesterbeginn egal. Denn spätestens da ging mir auf, dass außer mir ohnehin kaum Studenten für ein zweites Semester geblieben sind. Sprich: Ich sähe jetzt ziemlich alt aus.<br />
Doch glücklicherweise habe ich <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/08/14/mein-besuch-in-einer-evangelikalen-freikirche/" title="Gute Freunde kann niemand trennen">von Anfang an</a> darauf gesetzt, mich mit Mexikanern anzufreunden. Somit gibt es genug Leute, die sich darüber gefreut haben, mich wieder zu sehen.<br />
Trotzdem, ganz unkompliziert ist es trotzdem nicht: Mexikaner in meinem Alter arbeiten im Normalfall schon, während meine Kommilitonen oft deutlich jünger sind. Also habe ich zwei mehr oder weniger strikt von einander getrennte Freundeskreise, zudem sich jetzt eventuell noch ein dritter in Form der Freunde und Kollegen meines neuen Mitbewohners Memo gesellt.<br />
Und was mich dabei eigentlich am meisten überrascht: Ich habe insgesamt sogar drei Leute, die ich inzwischen schon als &#8220;richtige&#8221; Freunde bezeichnen würde, also Leute, mit denen man auch einmal über ernstere Themen reden kann. Das hätte ich vor einem halben Jahr bestimmt nicht erwartet!</p>
<p><strong>Alltag:</strong><br />
Natürlich habe ich einen Alltag &#8211; wenn auch vielleicht nicht den typischen mexikanischen Alltag. Dazu lebe ich einfach zu sehr in der Wohlstandsblase. Klar, alles ist ein wenig &#8220;mexikanischer&#8221; und speziell hier in Monterrey ist vielleicht ein bisschen mehr schwarz vermummtes Militär auf den Straßen unterwegs als in Dresden, aber am Ende könnte ich mein derzeitiges Leben auch so ähnlich in Deutschland führen.<br />
Aber ich versuche dennoch, mit offenen Augen durchs Leben zu laufen und ein bisschen mehr der mexikanischen Realität aufzuschnappen. Dank meiner mexikanischen Freunde klappt dies erstaunlich gut: <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/10/05/drei-geburtstage-und-ein-todesfall/" title="Kindergeburtstage und Trauerfeiern liegen oft näher beieinander als gedacht...">Kindergeburtstage, Trauerfeiern</a>, Grillfeste, <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2012/01/09/off-road-in-mexiko/" title="Silvester in Hidalgo">Silvester</a> &#8211; ich feiere die Feste, wie sie fallen. Auch habe ich dank ihnen ein wenig Einsicht in den mexikanischen Arbeitsalltag (nicht so pralle) und auch mit Drogenkonflikt und der illegalen Migration in die Vereinigte Staaten hatte ich indirekt schon zu tun (an dieser Stelle sei euch der Film <a href="http://www.youtube.com/watch?v=uaLSBdL-zCY" title="Trailer auf YouTube" target="_blank">A Better Life</a> ans Herz gelegt &#8211; der Hauptdarsteller Demián Bechir ist zu Recht für den Oscar nominiert worden). Auch so profane Sachen wie <em>albures</em>, Wortspiele mit sexuellem Unterton, sind mir inzwischen geläufig, auch wenn sie mir oft zu pubertär da zu platt sind (und das sage ausgerechnet ich!). Ich gebe also wirklich mein Bestes, ein wenig mehr Einblick in den mexikanischen Alltag zu erhalten. Ob es geklappt hat, wird sich im Juni zeigen, wenn ich wieder im deutschen Alltag stehe.</p>
<p><strong>Reisen:</strong><br />
<a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/23/wolken-uber-dem-paradies/" title="Quintana Roo">Ich</a> <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/29/ich-mag-den-golf/" title="Südliche Golfküste">habe</a> <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/17/mit-25-millionen-menschen-ins-stundenhotel-oder-ein-paar-tage-im-mittelpunkt-der-azteken-welt/" title="Ciudad de México">schon</a> <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/10/auf-geht-es/" title="Guadalajara">einiges</a> <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/11/24/nachtexpress-nach-chihuahua/" title="Chihuahua">von</a> <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/11/03/drei-tage-wach-in-guanajuato/" title="Guanajuato">Mexiko</a> <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/09/21/saltillo-das-hannover-mexikos/" title="Saltillo">gesehen</a> &#8211; und habe vor, dass es noch mehr wird; auch wenn ich über Ostern meine ehemalige Gastfamilie in Ecuador besuchen werde.</p>
<p><strong>Und sonst so:</strong><br />
Das halbe Jahr hat auch geholfen, nicht nur räumlich, sondern auch geistig ein bisschen Abstand zu Deutschland zu gewinnen. Viele Sachen, die mir vor einem halben Jahr durch den Kopf schwirrten, konnten sich jetzt in Ruhe ein wenig setzen und so manche Sache sehe ich inzwischen klarer. Somit hoffe ich, dass ich in Deutschland mehr oder weniger etwas Neues beginnen kann &#8211; ohne das Alte über Bord werfen zu müssen.</p>
<p><strong>Was ich vermissen werde:</strong><br />
Einiges! Angefangen beim <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/11/06/leben-wie-gott-in-mexiko/" title="Nada de TexMex">Essen</a>: Wie ist ein Leben ohne gestampfte Bohnen überhaupt vorstellbar? Oder <em>totopos</em> (Nachos ohne künstlichen Geschmack)? Oder <em>quesadillas</em> (mit Käse und Fleisch gefüllte Maisfladen)? Das sind Fragen, denen ich mich im Juni stellen werden muss.<br />
Auch das eher lockere und freundliche Miteinander sind natürlich Aspekte, die in Deutschland nicht so ganz im Fokus stehen (aber dafür wiederum andere Sachen, die einem hier in Mexiko ein wenig fehlen, wie z.B. Verlässlichkeit).<br />
Daneben gibt es hier auch noch ein paar andere bekannte Vorzüge: Das Wetter, schöne Frauen, die niedrigeren Lebenshaltungskosten. Aber zu Hause ist es ja auch ganz schön&#8230;</p>
<p><strong>Fazit:</strong><br />
Zum zweiten Mal in meinem Leben bin ich für längere Zeit in ein Land gegangen, in das ich eigentlich nie wollte &#8211; und zum zweiten Mal bin ich nicht enttäuscht worden!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/377/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=377&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die innere Sicherheit</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 07:09:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun ist es offiziell: Monterrey ist Mitglied geworden im Club der 50 gefährlichsten Städte der Welt (zumindest von dem Teil der Welt, der Statistikdaten im Internet veröffentlicht). Mit stolzen 1680 im letzten Jahr offiziell in der Metropolregion gemeldeten Morden, die einer Gewaltrate von 40,38 Morden pro 100.000 Einwohnern entsprechen, musste man nur 37 Städten den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=372&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist es offiziell: <a href="http://www.seguridadjusticiaypaz.org.mx/biblioteca/summary/5/145" title="Die Studie zum Download (nur auf Spanisch)" target="_blank">Monterrey ist Mitglied geworden im Club der 50 gefährlichsten Städte der Welt</a> (zumindest von dem Teil der Welt, der Statistikdaten im Internet veröffentlicht). Mit stolzen 1680 im letzten Jahr offiziell in der Metropolregion gemeldeten Morden, die einer Gewaltrate von 40,38 Morden pro 100.000 Einwohnern entsprechen, musste man nur 37 Städten den Vortritt lassen. Darunter natürlich viele mexikanische Städte, aber auch andere lateinamerikanische Staaten, die USA und Südafrika sind konkurrenzfähig. Keine schönen Nachrichten, trotz der vorherrschenden Meinung, dass sich die Situation seit <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/08/28/speed-dating-in-zeiten-der-casino-uberfalle/" title="Nur dabei statt mittendrin">dem Anschlag aufs Casino Royale</a> entspannt hätte.</p>
<p>Zusammengestellt wurden die Daten von der mexikanischen NGO <a href="http://www.seguridadjusticiaypaz.org.mx/index.php" title="Homepage von Consejo Ciudadano para la Seguridad Pública y Justicia Penal" target="_blank">Consejo Ciudadano para la Seguridad Pública y Justicia Penal</a>, aber darauf aufmerksam wurde ich durch <a href="http://www.proceso.mx/" title="Homepage von Proceso" target="_blank">Proceso</a>, einer Art mexikanischem Spiegel (mit der Relevanz von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Freitag" title="Der Freitag bei Wikipedia" target="_blank">Der Freitag</a> &#8211; man hat davon vielleicht gehört, aber keiner, den man kennt, hat das Blatt jemals gelesen). Proceso stellt seit einigen Wochen meine Informationsquelle über die Geschehnisse in Mexiko dar. Irgendwann ging mir mir nämlich auf, dass es nicht so toll ist, wenn man zwar in einem Land lebt, sich auch versucht, soweit wie möglich zu integrieren, aber nicht einmal mitbekommt, wer eigentlich die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen am 2. Juli sind.</p>
<p>Ob Proceso dabei die beste Wahl ist, sei erst einmal dahingestellt, denn es fällt nicht schwer, bei der Lektüre gewisse Tendenzen wahrzunehmen.<span id="more-372"></span> Prinzipiell gilt: AMLO gut, PAN schlecht, PRI jenseits von gut und böse (was es mit diesen Abkürzungen auf sich hat, folgt weiter unten). Auch werden Gerüchte und Behauptungen schon mal wie Fakten behandelt, was es nicht gerade einfach macht, die Wahrheit herauszufiltern, wenn man in einem Land lebt, in dem selbst die absurdesten Ausgeburten der Fantasie Realität werden können (Kennt ihr den schon? <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=294914" target="_blank">Will ein Ex-Fußballnationalspieler einen Mann entführen und wird deswegen von der Polizei festgenommen&#8230;</a>). Es gibt hier schlicht keine absurden Unterstellungen, maximal solche, die nicht zutreffen. Dennoch, mit ein bisschen Medienkompetenz erfährt man einiges, was im Land vor sich geht (als da wären zum Beispiel <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=294450" title="Politik à la Campechana" target="_blank">ein Bürgermeister, der die nächste Wahl verkaufen wollte</a>; <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=295226" title="Egal, ob sie hungern - Hauptsache, sie sind glücklich!" target="_blank">(ver)hungernde Bauern in der Tarahumara</a>; <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=294301" title="Frau, halt die Wehen zurück - hast du vergessen, dass Fehlgeburten strafbar sind?" target="_blank">Frauen, die wegen Fehlgeburten im Gefängnis sitzen</a>; oh, und natürlich <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=295675" title="El pan..." target="_blank">jede</a> <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=295246" title="...de cada..." target="_blank">Menge</a> <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=295314" title="...día" target="_blank">Tote</a>), auch wenn man manches vielleicht lieber gar nicht so genau wüsste (z.B. <a href="http://www.proceso.com.mx/?p=294482" title="Betrifft mich eh nicht - ich esse immer vier Häuser weiter!" target="_blank">wo manche versuchten Attentate auf Restaurants in Monterrey denn ganz genau stattfinden</a> &#8211; immerhin kann ich sagen, dass ich noch nie dort war und auch nicht vor habe, dies zu ändern&#8230;). Außerdem sind die Verbindungen zwischen Politik und Medien aufgrund eines für beide Seiten vorteilhaften Mediengesetzes (das u.a. dafür sorgt, dass man im Fernsehen mit Werbespots überschüttet wird, die die Wohltaten der Regierung preisen wie sonst nur in dubiosen Diktaturen) ein Hindernis, an unabhängige Nachrichten heran zu kommen.</p>
<p>Trotz der vielen Nebenbemerkungen wieder zurück zu den anstehenden Wahlen. Denn dank Proceso bin ich jetzt einigermaßen informiert, wer alles zur Wahl steht. Aber trotzdem möchte ich noch einmal kurz abschweifen und grundlegend auf das politische System Mexikos eingehen.</p>
<p>Es gibt einen starken Präsidenten, der direkt vom Volk für nur eine sechsjährige Amtszeit gewählt wird, sowie ein Zwei-Kammern-Parlament, in dem die eine Kammer, der Senat, ähnlich wie sein Namensvetter in den USA oder bei uns der Bundesrat sicherstellen soll, dass die Interessen der mexikanischen Bundesstaaten gewahrt werden, während die andere Kammer dem Bundestag oder dem Abgeordnetenhaus der USA entsprechen. Das ist jetzt sehr stark vereinfacht und mutwillig undifferenziert dargestellt, aber reicht zum Verständnis aus. Daneben gibt es noch die erwähnten Bundesstaaten, 31 an der Zahl plus Bundesdistrikt.</p>
<p>Seit den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte Mexiko, das laut Eigenangabe in seiner Geschichte nie eine Diktatur war (meine Meinung dazu steht auf <a href="http://www.katzundgoldt.de/ru_anders.htm" title="Das beste T-Shirt wo gibt, weil: Passt immer!" target="_blank">diesem T-Shirt</a>), eine bestimmende Partei, die <strong>PRI</strong> oder <em>Partido Revolucionario Institucional</em>, zu deutsch etwa die Revolutionäre institutionalisierte Partei. Über 70 Jahre stellte sie stets den Präsidenten und musste keine Konkurrenz fürchten (sofern überhaupt Konkurrenz an den Wahlen teilnahm). Wie man sich denken kann, führt eine solche Situation zu einer gewissen Selbstherrlichkeit. Lassen wir es bei diesem Ausdruck, so tief stecke ich in der Materie nicht drin. Aber nutzen wir die Techniken von Proceso und weisen darauf hin, dass es durchaus Leute gibt, die Regierungszeit der PRI nicht nur positiv sehen.</p>
<p>Heute ist die PRI auf Bundesebene nicht mehr an der Regierung, obwohl sie die stärkste Kraft im Parlament ist und auch die Mehrheit der Bundesstaaten regiert, und sieht sich selbst als sozialdemokratisch an. Sozialdemokratisch bedeutet in Mexiko offenbar, Abtreibungsgesetze zu erlassen, die es schwangeren Frauen bei korrekter Auslegung bei Gefängnisstrafe verbieten, Fehlgeburten zu erleiden. DAS ist Familienpolitik mit Herz. Aber nun genug gegen die PRI gehetzt.</p>
<p>Kommen wir zur <strong>PAN</strong> oder <em>Partido Acción Nacional</em> (Partei Nationale Aktion &#8211; auf deutsch kriegt das plötzlich einen ganz anderen Touch). Die PAN wurde ursprünglich als unpolitische Plattform für Oppositionelle gegründet und auch so von der PRI geduldet. Nachdem aber Anfang der Achtziger Jahre Reformen durchgeführt wurden, die demokratische Prozesse erleichterten, mauserte sich die PAN zur größten Konkurrenz der PRI und schaffte 2000 das vorher Undenkbare, indem sie die Präsidentschaftswahlen gewann. Seitdem stellt sie durchgehend den Präsidenten. Politisch deckt sie das rechte Spektrum ab und findet, dass der Fehlschlag ihrer Politik, Soldaten zur Eindämmung der Gewalt zu schicken (danach ging es erst richtig los), nur einen Schluss zulässt: Wir brauchen MEHR Soldaten!</p>
<p>Daneben gibt es noch eine dritte große Partei, die <strong>PRD</strong> oder <em>Partido de la Revolución Democrática</em> (Partei der demokratischen Revolution). Diese linksstehende Partei hätte 2006 fast die Präsidentschaft mit ihrem Kandidaten Andrés Manuel López Obrador, kurz AMLO, gewonnen, unterlag aber Felipe Calderón, dem aktuellen Präsidenten Mexikos. Nun ja, zumindest sagt dies das offizielle Ergebnis. Leider konnte es nie verifiziert werden, da eine unabhängige Nachzählung trotz des knappen Ergebnisses verboten wurde. Schade, schade, aber was will man machen. Wochenlang besetzte AMLO daraufhin mit seinen Anhängern den wichtigsten Platz Mexikos, den <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/17/mit-25-millionen-menschen-ins-stundenhotel-oder-ein-paar-tage-im-mittelpunkt-der-azteken-welt/" title="Ein paar Worte zum Zócalo">Zócalo</a>, und protestierte gegen die Wahl. Am Ende blieb es aber beim offiziellen Ergebnis. So lange wir nicht wissen, wie die Wahlen wirklich ausgingen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder wurde AMLO um die Präsidentschaft betrogen oder er ist ein schlechter Verlierer.</p>
<p>AMLO will es dieses Jahr noch einmal wissen und zumindest eine Stimme hat er sicher, denn mein (inzwischen Ex-)Nachbar Jaime hat beschlossen, für ihn zu stimmen. Seine Begründung: Unter der PRI war es nicht so doll, unter der PAN wurde es nicht besser &#8211; jetzt soll die dritte Partei zeigen, was sie kann.</p>
<p>Auch die PRI weiß bereits, wen sie nominieren wird: Enrique Peña Nieto. Mit seinem jugendlichen Charme (und seiner populären Frau, einem Telenovela-Starlet) hofft man, nach 12 Jahren Opposition wieder an die Regierung zu kommen. Die Chancen stehen nicht schlecht, auch wenn Peña Nieto alles versucht, um sich selbst um den Sieg zu bringen. Denn seine herausragendste Eigenschaft ist: Er hat die Haare schön. Sobald er aber den Mund aufmacht, wird es kritisch. In Mexiko ist sein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=C3NKGfoTACg" title="Peña Nieto kennt die Bibel - fast..." target="_blank">Auftritt auf der Buchmesse in Guadalajara</a> (in etwa die Frankfurter Buchmesse für Mexiko) im letzten November inzwischen nahezu Allgemeingut: Auf die Frage, welche drei Bücher sein Leben beeinflusst hatten, folgte mehrere Minuten inhaltsleeres Geschwafel, bis ihm immerhin die Bibel einfiel (&#8220;Aber nur einige inspirierende Stellen, nicht alles!&#8221;) und er ziellos ein paar Autorennamen in den Raum warf. Oder um es mit jemand anderem zu sagen: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oFnlMrAD4IU" title="German readers may understand something different..." target="_blank">&#8220;Warum hat er nicht wenigstens Harry Potter gesagt?&#8221;</a> Während er selbst die folgende Häme im Web 2.0 einigermaßen anständig ertrug, platzte es dagegen aus seiner Tochter heraus: Die ganzen Anfeindungen wären doch nur der Neid der <em>prole</em> (in etwa: die Unterschicht) auf den Erfolg ihres Vaters. Spätestens seit diesem Zeitpunkt erwartet eigentlich niemand mehr Wunderdinge von Peña Nieto; dass er aber immer noch in den Umfragen zu führen scheint (wenn auch nicht mehr so deutlich), sagt auch einiges über die Leidensfähigkeit der Mexikaner aus&#8230;</p>
<p>Kommen wir zum Abschluss zur aktuellen Regierungspartei, der PAN. Sie ist derzeit noch in der Kandidatenfindung. So, wie es aussieht, wird es wohl auf einen Zweikampf zwischen dem von Calderón gewünschten Kandidaten Santiago Creel Miranda und der ehemaligen Bildungsministerin Josefina Vázquez Mota hinauslaufen. Wer auch immer es wird &#8211; er oder sie muss insbesondere in den von der Gewalt besonders betroffenen Ecken Mexikos die Leute davon überzeugen, dass die PAN dem Problem doch noch irgendwie Herr wird. Darüber hinaus zeigt die PAN durchaus auch Züge wie die PRI zu ihren besten Zeiten: Wenn es der eigenen Sache dient, wird sich auch einmal großzügig über geltendes Gesetz hinweggesetzt. Und sollte dies irgendjemand anprangern, dann wird er im besten Fall einfach ignoriert.</p>
<p>Zu guter Letzt kann ich mir als bekennender und kritischer Grünen-Sympathisant natürlich einen kleinen Seitenhieb auf die Grüne Partei Mexikos, die PVEM, nicht verkneifen. Derzeit immerhin viertstärkste Partei unterstützt sie im Austausch gegen sichere Plätze im Senat die Kandidatur Peña Nietos. Vielleicht erhofft sie sich dadurch auch die Umsetzung eines ihrer wichtigsten Wahlziele: Todesstrafe für Drogenbarone und Entführer. Muss ich noch dazu setzen, dass die mexikanischen Grünen wegen dieser Politik von allen anderen grünen Parteien geschnitten werden? Dass die Partei obendrein als verschworene Clique von Freunden gilt, die mit Ökologie nichts am Hut haben, ist da nur noch das Sahnehäubchen oben drauf.</p>
<p>Wenn man sich das alles ansieht, wird man nicht gerade euphorisch für die Zukunft Mexikos. Das ganze Land scheint Politik nur noch hinzunehmen und zu hoffen, dass es die nächsten sechs Jahre zumindest nicht noch schlimmer wird. Oder um es mit einer guten Freundin zu sagen: &#8220;Das deprimierende ist, dass man sich fast schon wieder die alten Zeiten der PRI zurückwünscht &#8211; die haben uns zwar die Hälfte geklaut, aber dafür wusste man, dass einem die andere Hälfte nicht mehr weggenommen wird.&#8221; Wenn man solche Sätze hört, ist man doch froh, in einem Land zu leben, in dem Minister zurücktreten müssen, weil sie in ihrer Doktorarbeit plagiiert haben oder wo dubiose Privatkredite von Bundespräsidenten wochenlang die Medien bestimmen. Denn bei allem, was nicht so rund läuft, und bei allen Problemen in unserem politischen System &#8211; so trostlos wie hier in Mexiko ist es noch lange nicht!</p>
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		<title>Neues Semester, neues Glück</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 05:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Méjico]]></category>
		<category><![CDATA[Análisis del Discurso]]></category>
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		<category><![CDATA[Ingeniería de Tránsito]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein neues Semester bedeutet auch wieder einen neuen Stundenplan. Nach der ersten Woche weiß ich nun bereits, welche Fächer ich behalten werde und welche ich doch wieder abgewählt habe. Wie im letzten Semester habe ich mich schlussendlich auf vier Fächer beschränkt. Dadurch wurde mein Stundenplan wieder ziemlich ansehnlich: Montags und Mittwochs von 10.30 Uhr bis [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=369&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Semester bedeutet auch wieder einen neuen Stundenplan. Nach der ersten Woche weiß ich nun bereits, welche Fächer ich behalten werde und welche ich doch wieder abgewählt habe. <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/08/07/stundenplan/" title="Mein Stundenplan im letzten Semester">Wie im letzten Semester</a> habe ich mich schlussendlich auf vier Fächer beschränkt. Dadurch wurde mein Stundenplan wieder ziemlich ansehnlich: Montags und Mittwochs von 10.30 Uhr bis 12 Uhr und Dienstags und Donnerstags von 15 Uhr bis 19.30 Uhr. Als kleines zusätzliches Schmankerl kann ich dadurch weiterhin mittwochs um 18 Uhr <a href="http://es-es.facebook.com/pages/cinética-Tec-de-Monterrey/240195336721" title="cinética auf Facebook" target="_blank">cinética</a> besuchen, die Kinoreihe der Fakultät für Philosophie und Ethik. Diese Woche ging es mit <a href="http://www.thehelp-derfilm.de/" title="Offizielle Website" target="_blank">The Help</a> los, nächsten Mittwoch steht dagegen wieder einmal ein koreanischer Film auf dem Programm. Ich bin gespannt.</p>
<p>Und hier die vier von mir in diesem Semester besuchten Fächer:<span id="more-369"></span></p>
<ul>
<li><strong>Aprendizaje organizacional y administración del conocimiento</strong><br />
<em>Organisationales Lernen und Wissensmanagement</em><br />
Hierbei handelt es sich um eine Art Vertiefung eines Aspekts des Fachs <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/09/29/von-fuhrungspersonlichkeiten-und-organisationen/" title="Comportamiento Organizacional">Comportamiento Organizacional</a> aus dem letzten Semester. Grob gesagt geht es darum, wie man als Firma das Wissen der Mitarbeiter optimal einsetzt.</li>
<li><strong>Técnicas y modelos de resolución de conflictos</strong><br />
<em>Techniken und Modelle der Konfliktlösung</em><br />
Ein Fach, in dem es um das geht was im Namen steht: Das Lösen von Konfliktsituationen, mit einem starken Fokus auf Geschäftsverhandlungen.</li>
<li><strong>Gestión de recursos humanos en las organizaciones</strong><br />
<em>Betriebliches Personalmanagement</em><br />
Auch hier dürfte ziemlich klar sein, worum es geht: Wir werden den Lebenszyklus eines Mitarbeiters durchspielen &#8211; von der Abgrenzung der Tätigkeit im Vorfeld der Stellenausschreibung bis zur Rente.</li>
<li><strong>Ingeniería de Tránsito</strong><br />
<em>&#8220;Straßenverkehrstechnik&#8221;</em><br />
Auch wenn mir einige Sachen aus der Verkehrstelematik bekannt vorkommen: Prinzipiell dürfte es sich um Inhalte von <a href="http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/vkw/ivs/svt/index_html" title="Straßenverkehrstechnik an der TU Dresden" target="_blank">Prof. Maier</a> handeln. Gut so, denn das hatte ich noch nicht.</li>
</ul>
<p>Wie schon im letzten Semester werde ich die einzelnen Fächer zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal genauer behandeln.</p>
<p>Doch der Vollständigkeit halber sollen auch die Fächer nicht unter den Tisch fallen, die ich nach der ersten Woche wieder abgewählt habe:</p>
<ul>
<li><strong>Ciencia, Tecnología y Sociedad</strong><br />
<em>Wissenschaft, Technik und Gesellschaft</em><br />
Ein Traumfach &#8211; dachte ich. Denn anstatt uns behutsam an philosophische Fragen zur Auswirkung von technischen Erneuerungen auf die Gesellschaft heranzuführen, sollten wir innerhalb von nur zwei Tagen einen <a href="http://www.buenastareas.com/ensayos/Ciencia-Moderna-Ciencia-Postmoderna-Dónde-Se-Ubica/2633620.html" title="Anfang des Textes (Spanisch)" target="_blank">zwölf-seitigen Text</a> analysieren, der dir Frage behandelte, ob die heutige Wissenschaft imperial (nicht imperialistisch!) ist und wenn ja, ob es sich damit um eine moderne oder eine postmoderne Wissenschaft handelt. Dass eine moderne Wissenschaft impliziert, dass sie gleichzeitig auch postmodern ist, bedarf dabei selbstverständlich keiner weiteren Erläuterung. Auf Deutsch würde ich die Aufgabe als hart, aber lösbar ansehen &#8211; auf Spanisch habe ich nach drei Stunden und dem geschätzten hundertsten gedanklichen Abschweifen aufgegeben. Dass ich überhaupt so lange ausgehalten habe, wundert mich, denn normalerweise reicht die erste Erwähnung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Habermas" title="Habermas in der deutschen Wikipedia" target="_blank">Habermas&#8217;</a> aus, um mich los zu werden: Warum kann dieser Mensch nicht verständlich, klar und nachvollziehbar schreiben?</li>
<li><strong>Análisis del Discurso</strong><br />
<em>Diskurs-Analyse</em><br />
Auch hier habe ich mich schlichtweg geirrt &#8211; ich hielt das Fach für eine Art Rhetorik-Schulung, in der Reden und Diskurs-Beiträge auseinandergenommen werden bezüglich ihrer intendierten Absichten und der dafür benutzten rhetorischen Mittel. Dem war aber leider nicht so, es ging eher um linguistische Theorie. Das wäre bestimmt interessant gewesen, aber ohne Vorbildung wäre mir das einfach zu viel Arbeit geworden, das Fach zusätzlich zu den anderen zu belegen.</li>
</ul>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/369/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=369&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Off-Road in Mexiko</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 08:10:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich weile wieder in Monterrey und habe mein letztes Wochenende, bevor es morgen wieder mit der Uni los geht, hier verbracht. Und ich kann auch gleich den nächsten Tipp weitergeben, wie man einen vergnüglichen Abend verbringen kann: Einfach mit ein paar evangelikalen Christen J. Edgar angucken und sich auf die Reaktionen bei der Kussszene freuen! [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=363&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weile wieder in Monterrey und habe mein letztes Wochenende, bevor es morgen wieder mit der Uni los geht, hier verbracht. Und ich kann auch gleich den nächsten Tipp weitergeben, wie man einen vergnüglichen Abend verbringen kann: Einfach mit ein paar evangelikalen Christen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J._Edgar" title="J. Edgar in der deutschen Wikipedia" target="_blank">J. Edgar</a> angucken und sich auf die Reaktionen bei der Kussszene freuen!</p>
<p>Allerdings schulde ich euch noch einen Bericht darüber, was <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/29/ich-mag-den-golf/#more-355" title="Veracruz">seit Veracruz</a> passiert ist.<span id="more-363"></span> Eigentlich kann man es damit zusammenfassen, dass es nicht das war, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Der Abend nach der Busfahrt von Veracruz in den DF verlief noch so wie geplant. Ich buchte mich im <a href="http://www.hotel-isabel.com.mx/" title="Hotel Isabel" target="_blank">Hotel Isabel</a> ein und machte mich dann daran, die gleich um die Ecke liegende und vom Lonely Planet empfohlene Taco-Bude aufzusuchen. Dieser ließ dazu verlauten, dass der Anblick der Fleischpfanne etwas unappetitlich sei, die <em>tacos</em> aber unverschämt gut schmecken würden. Ich würde sagen, dass beides stark untertrieben ist &#8211; es gibt die besten <em>tacos</em> Mexikos, aber frage nicht, woraus sie gemacht werden! Insgeheim bin ich, trotz meines verhältnismäßig starken Magens, doch sehr froh, dass an diesem Abend die Augen für die <em>tacos de ojo</em> leider aus waren. Zurück im Hotel entdeckte ich dann zu meiner Überraschung, dass es einen kostenlosen Zimmerservice für das Hotel-Restaurant gab. Etwas übermütig orderte ich daraufhin noch eine <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/11/06/leben-wie-gott-in-mexiko/" title="Guacamole und anderer Schmackofatz">guacamole</a>. Diese schmeckte zwar etwas seltsam, aber was soll&#8217;s?</p>
<p>Am nächsten Tag wusste ich dann, warum die <em>guacamole</em> etwas seltsam geschmeckt hatte: Zum ersten Mal in wer weiß wie vielen Jahren hatte ich eine Lebensmittelvergiftung! Anstatt wie geplante im <em>Parque Chapultepec</em> das gleichnamige Schloss, den Zoo sowie das nationale Anthropologie-Museum zu besuchen, musste ich den ganzen Tag im Hotel verbringen. Eine wirklich unangenehme Erfahrung, die mich wirklich dankbar für meinen Verdauungstrakt aus Eisen macht, der mich bisher vor solchen Attacken bewahrt hat.</p>
<p>Nach diesem schrecklichen Tag war es dann soweit: Silvester stand vor der Tür! Wenigstens ging es mir wieder besser und ich konnte ohne Probleme die Reise ins etwa zwei Stunden entfernte Actopan zurücklegen, wo ich zusammen mit <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/17/mit-25-millionen-menschen-ins-stundenhotel-oder-ein-paar-tage-im-mittelpunkt-der-azteken-welt/" title="Unheimliche Begegnung der Dritten Art">der schon bekannten Arely</a> feiern wollte. Ursprünglich wollte ich eigentlich bei einer anderen Freundin in Toluca feiern, aber das hatte sich kurzfristig zerschlagen. Aber meine Zeit im Bundesstaat Hidalgo war keineswegs nur eine Notlösung. Arelys Familie nahm mich in ihrem Heimatdorf San Salvador sofort in ihrer Mitte auf und es gab <em>chalupas</em> (eine Art belegte Tortilla), <em>tinga</em> (marinierter Hühnerfleischsalat) und <em>bacalao</em> (Kabeljau, hier allerdings besonders mariniert) en masse. Allerdings hielt ich mich vornehm zurück, denn mein Magen war noch immer ein wenig angegriffen vom Vortag. Insbesondere als ich mich zu einem Tequila überreden ließ, musste ich mich danach zurück halten. Trotzdem war es ein schöner Jahresausklang, mit allem, was dazu gehört: selbstgebauten Mexiko-Böllern, <a href="http://lesekreis.org/2008/01/01/12-trauben-fuer-12-wuensche-ein-neujahrsbrauch-der-spanier-und-portugiesen/" title="Ein paar Hintergründe zu diesem Brauch" target="_blank">zwölf Trauben um Mitternacht</a>, Karaoke und von einem Besoffenen vollgelabert werden.</p>
<p>Am 1. Januar ging es dann mit dem anwesenden Teil der Familie (immerhin gut 15 Personen) rauf in die Berge zu einer Felsenformation namens <em>los frailes</em> (die Mönche). Zu deren Füßen befindet sich ein Teich, an dem wir Rast machten und ein wenig Fleisch grillten (mit anderen Worten: Ich habe dieses Jahr bereits angegrillt). Abends ging es nach El Progreso, einer Nachbarstadt, wo Dorffest war und es ein <em>castillo</em> (wörtlich: Schloss) zu sehen gab: Eine Art Feuershow mit anschließendem Feuerwerk. Außerdem wurde auf dem Hauptplatz zum Tanz aufgespielt, aber <a href="http://www.youtube.com/watch?v=W_Uz7fnaX1M" title="Banda Mexicana" target="_blank">banda</a> ist einfach nicht meine Musik&#8230;</p>
<p>Eigentlich wollte ich dann am 2. Januar langsam weiter nach Querétaro fahren und dort einen Freund namens Marco treffen. Da ich mit ihm ausgemacht hatte, mich am 3. Januar mit ihm zu treffen, konnte ich noch mit nach Real del Monte fahren. Dabei handelt es sich um eine englische Bergbausiedlung, da Bergleute aus Cornwall geholt wurden, um die Silbervorkommen auszubeuten. Diese brachten dabei dann unter anderem den Fußball und <em>pastes</em>, eine Art Pastete, nach Mexiko mit. Anschließend ging es wieder zurück nach Pachuca, der Hauptstadt von Hidalgo. Hier wurde mir allerdings offenbart, dass es keine Direktbusse nach Querétaro gibt, was bedeutete, dass ich erst spät Abends angekommen wäre. Insofern blieb ich am Ende noch eine Nacht in San Salvador, um am nächsten Morgen früh nach Querétaro aufzubrechen.</p>
<p>Hier traf ich mich mit Marco und traf spontan die Entscheidung, San Luis Potosí links liegen zu lassen und Zacatecas auf einen anderen Zeitpunkt zu verlegen. Damit konnte ich nämlich sein Heimatdorf besuchen, das ebenfalls einen Besuch wert zu sein schien. Doch erst einmal ging es darum, Querétaro zu erkunden. Die Stadt hat es in der Tat nicht verdient, dass man sie links liegen lässt, denn sie verfügt über eine wirklich hübsche koloniale Altstadt. Hier trafen wir unter anderem auf einen alten Anglo-Mexikaner, der uns spontan in sein Haus einlud, dass zu den ältesten denkmalgeschützten Häusern der Stadt gehört. Wir konnten seine in den Jahren angesammelten Kunstschätze sowie seine vielen Vögel bewundern und plauderten nett über Gott und die Welt &#8211; der Zufall führt einen oft zu den interessantesten Plätzen.</p>
<p>Am nächsten Tag, dem Mittwoch, ging es dann weiter nach San Joaquín de Querétaro, Marcos Heimatdorf. Dieses schmucke Bergdorf liegt von Wäldern umgeben in der Sierra Gorda. Hier lief alles etwas ruhiger, wie man gleich merkte. Außerdem kannte jeder jeden. Eine wirklich abwechslungsreiche Erfahrung nach der ganzen Hatz durch die Großstädte. Außerdem bekam ich hier meine insgesamt sechste Ruinenstätte auf dieser Reise zu sehen, dieses Mal die einer mixtekischen Stadt namens <em>Las Ranas</em>. Es ist in der Tat spannend, wenn man vergleicht, welche Unterschiede und welche Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen präkolumbianischen Kulturen bestehen. Eine Sache war allerdings ziemlich unangenehm: San Joaquín ist einer der kältesten Orte des Bundesstaats Querétaro &#8211; und das hat man während des Aufenthalts durchaus gemerkt! Selten war ich so froh darüber, Handschuhe mit nach Mexiko genommen zu haben.</p>
<p>Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich früh los, um gegen Mitternacht in Monterrey zu sein. Dies wurde aber dadurch vereitelt, dass ich noch unbedingt das lokale <em>barbacoa</em> (zerfasertes Hammelfleisch im Erdloch gegart) probieren sollte. Dies war in der Tat sehr lecker und gestärkt fuhr ich wieder zurück nach Querétaro. Hier stieg ich um in Richtung San Miguel de Allende, <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/13/studentenstadt-und-rentnerparadies/" title="Die Geschichte mit der Kamera">denn schließlich musste ich noch meine Kamera aus dem Hotel abholen</a>. Gesagt, getan &#8211; und gleich wieder zurück zum Busbahnhof. Hier kaufte ich mir ein Ticket zurück nach Querétaro, da es bei der größten Buslinie vor Ort keinen Direktbus nach Monterrey gab. Als ich mich daraufhin umdrehte, musste ich zerknirscht feststellen, dass es am Nebenschalter sehr wohl Busse nach Monterrey gab. Dort wurde mir sogar ohne Umschweife der Studentenrabatt von 50% in Aussicht gestellt. Also kaufte ich das Ticket und stellte mich vor den Busbahnhof, um in guter alter Dealer-Manier mein Ticket nach Querétaro unter der Hand feil zu bieten. Glücklicherweise war es ohne Busbindung, sodass ich es nach gut 15 Minuten gegen einen Abschlag von 5 Pesos verkaufen konnte. Nach einer Stärkung in einem Fischrestaurant ging es dann auf den letzten Abschnitt meiner Reise: Die Fahrt nach Monterrey. Während es bis San Luis Potosí so aussah, als ob der Bus fast leer sein würde, stürmte dann eine Horde echter Kerle rein, die scheinbar wieder zurück zu ihren Arbeitsplätzen fuhr und den Bus fast bis auf den letzten Platz besetzte. Gemeinsam schauten wir uns dann zusammen mit den beiden einzigen Frauen im Bus <em>Sex and the City 2</em> an (liebe Frauen, was findet ihr an der Serie? Ich fand nicht einen einzigen Witz im Film auch nur ansatzweise lustig) und wurden nur von einer Polizeikontrolle in unserer Nachtruhe gestört. Um halb fünf Uhr morgens war ich dann am Freitag, den 6. Januar, wieder in Monterrey und konnte sogar noch etwas Schlaf finden, bevor ich mich wieder in der Tec einfand und meinen neuen Stundenplan in Empfang nahm (dazu demnächst mehr).</p>
<p>Was bleibt vom Urlaub zurück? Als erstes die Erkenntnis, dass Mexiko verdammt groß ist (von <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/23/wolken-uber-dem-paradies/" title="Tulum">Tulum</a> nach Monterrey saß ich mit allen kleinen und großen Umwegen immerhin über 50 Stunden in Reisebussen, davon alleine 14 Stunden während des letzten Tages); als zweites die Erkenntnis, dass Mexiko verdammt vielfältig ist (von den Karibikstränden im Süden über die Sierras im Zentrum bis zu den Wüsten im Norden); und als drittes, dass meine Vorurteile über Touristen überholt gehören: Amerikaner sind stets freundlich und brabbeln fröhlich sinnleere Floskeln vor sich hin; Deutsche sind bedenklich dick; Franzosen laufen in Klamotten rum, die zum Fremdschämen einladen und beschweren sich über jede Kleinigkeit; und Italiener bleiben einfach an ihrem Urlaubsort, machen das 20. Italienische Restaurant auf und weigern sich beharrlich, mit ihrer Kundschaft in einer anderen Sprache als Italienisch zu kommunizieren &#8211; schließlich machen es ihre Freunde, die Besitzer der 19 anderen italienischen Restaurants, auch nicht anders&#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/363/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=363&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>¡Un prospero año nuevo!</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 17:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins letzte Jahr der Maya-Zeitrechnung!<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=359&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins letzte Jahr der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maya-Kalender#.E2.80.9EWeltuntergangstag.E2.80.9C" title="Das Ende ist Nahe!" target="_blank">Maya-Zeitrechnung</a>!</p>
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		<title>Ich mag den Golf</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 16:38:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwann ist auch die schönste Weihnachtszeit einmal vorbei und darum ging es für mich am 1. Weihnachtsfeiertag von Tulum aus weiter auf die andere Seite der Halbinsel von Yucatán, nach Mérida, dem alten Hauptort, heute Hauptort des Bundesstaats Yucatán in Nähe der Küste vom Golf von Mexiko. So richtig erschlossen hat sich mir aber nicht, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=355&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann ist auch die schönste Weihnachtszeit einmal vorbei und darum ging es für mich am 1. Weihnachtsfeiertag von <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/24/feliz-navidad-desde-el-caribe/" title="Ich in Tulum">Tulum</a> aus weiter auf die andere Seite der Halbinsel von Yucatán, nach Mérida, dem alten Hauptort, heute Hauptort des Bundesstaats Yucatán in Nähe der Küste vom Golf von Mexiko.</p>
<p>So richtig erschlossen hat sich mir aber nicht, warum man die Stadt besuchen soll.<span id="more-355"></span> Mit Städten wie <a href="https://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/10/auf-geht-es/" title="Guadalajara">Guadalajara</a>, <a href="https://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/11/03/drei-tage-wach-in-guanajuato/" title="Guanajuato">Guanajuato</a> oder <a href="https://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/13/studentenstadt-und-rentnerparadies/" title="San Miguel de Allende">San Miguel de Allende</a> kann sich das koloniale Erbe nicht wirklich messen, auch wenn es natürlich das eine oder andere schicke Detail gibt, wie z.B. aus alten Maya-Ruinen erbaute Kirchen. Aber dennoch hatte ich eigentlich schon nach dem ersten Rundgang am Abend alles gesehen, was ich sehen wollte.</p>
<p>Am nächsten Morgen entschied ich mich daher für die einzige gangbare Alternative für einen Montag-Vormittag (zur Erinnerung: der Tag, an dem alle Museen geschlossen sind) in Mérida: Die kostenlose Stadtführung der städtischen Touristeninformation. Das stellte sich allerdings als absolutes Highlight heraus, denn der gutgelaunte und bestens informierte Guide führte unser kleines Grüppchen von vier Leuten zwei Stunden lang rund um die <em>Plaza Grande</em>. Ich wurde ohnehin sein spezieller Freund, nachdem er herausfand, dass ich aus Dresden komme &#8211; Stichwort: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Dresdensis" title="Dresdner Kodex" target="_blank">Maya-Kodex</a>! Außerdem kannte er interessante Details, die der Lonely Planet nicht zu berichten wusste: So wird in der (dank Brandschatzungen zur Zeit der mexikanischen Revolution um 1912 angenehm schlichten) Kathedrale ein Kruzifix namens <em>Cristo de las Ampollas</em> (Christus mit den Brandblasen) angebetet. Der Name rührt daher, dass dieser Kruzifix einmal einen Brand überstanden hat, bei dem an der Jesusfigur außer den namensgebenden Brandblasen kein nennenswerter Schaden entstanden ist. Das weiß auch der Lonely Planet noch zu berichten. Was der Lonely Planet dagegen nicht zu berichten weiß: Leider wurde der Kruzifix bei den oben erwähnten Brandschatzungen verbrannt. Daraufhin wurde einfach eine neue Figur geschnitzt, die jetzt an seiner Statt angebetet wird. Mich würde dabei doch interessieren, wie die katholische Kirche den Übergang der Wundertätigkeit vom Original auf die Kopie erläutert&#8230;</p>
<p>Nach einem kurzen Abstecher zum Markt, wo ich zum Mittag aß, ging es dann zum Busbahnhof, wo ich nach etwa einer halben Stunde Warten in einer unfassbar langen Schlange (und das, obwohl alle sechs Ticketschalter geöffnet hatten!) mein Busticket nach Campeche lösen konnte.</p>
<p>Dort ignorierte ich, dass das Bus-Terminal weit außerhalb der Stadt lag und marschierte fröhlich und unbeschwert los. Eine Viertelstunde später erreichte ich verschwitzt, geschafft und verärgert über meine blöde Idee, derartig mit Gepäck beladen durch die Gegend zu laufen, dass Stadtzentrum. Hier mietete ich mich im <a href="http://es-es.facebook.com/pages/Hostal-del-Pirata/124135330975360" title="Die Facebook-Seite des Hostels" target="_blank">Hostel del Pirata</a> ein. Abends ging es auch wieder nur zu einer kleinen Erkundungstour und auf eine <em>sopa de lima</em>, dem einzigen yukatekischen Standardgericht, dass ich noch nicht probiert hatte (schade, denn es ist eine großartige Hühnersuppe!).</p>
<p>Der nächste Tag wurde lang, denn mein Nachtbus nach Veracruz verließ erst gegen 10 Uhr Abends die Stadt und entsprechend machte ich mich daran, die Zeit zwischen Aufstehen gegen 9 Uhr und der Abfahrt des Busses sinnvoll zu füllen. Als erstes ging es auf die <em>baluartes</em>, die Stadtbefestigungen von Campeche (übrigens die einzigen ihrer Art in Mexiko). In einigen sind auch Museen untergebracht und zwischendurch trieb es mich auch zum Mittagessen in das vom Lonely Planet &#8211; einmal mehr zu Recht &#8211; empfohlene <em>Chef Color</em>. Danach besuchte ich das kleine Museum <em>Casa Cultural Número 6</em>, in dem ein typisches campechanisches Bürgerhaus des 19. Jahrhunderts besichtigt werden kann. Anschließend ging es in Ermangelung an Alternativen raus zum <em>Fuerte San José &#8220;El Alto&#8221;</em>, einer alten Befestigung hoch über der Stadt, die zum Schutz vor den ständigen Piratenüberfällen auf den Ort diente und heute ein kleines Schifffahrtsmuseum beherbergt. Zu guter Letzt fand ich sogar noch ein wenig Zeit zum Lesen und für ein Abendessen in einem kleinem Familien-Restaurant-Schrägstrich-Galerie. Dort bekam ich dann auch endlich raus, warum mir in Yucatán immer nur Weizen-Tortillas zum Essen gereicht wurden: Da die ganzen ausländischen Touristen die Mais-Tortillas nie gegessen haben, wurde irgendwann schlicht umgestellt. Mir wurde aber versichert, dass man privat natürlich Mais-Tortillas bevorzugen würde, andernfalls würde ja geschmacklich was fehlen. Ein Befund, den ich nur unterstreichen kann! Ganz abgesehen davon, dass Weizen-Tortillas, ähnlich wie Toast, einfach nicht satt machen&#8230;</p>
<p>Danach kam der endgültige Abschied von Yucatán und der längste Schritt in Richtung Heimreise: Die Nachtbusfahrt von Campeche nach Veracruz auf der anderen Seite des Golfs (ca. 12 Stunden Fahrt). Glücklicherweise nicht mit <a href="https://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/11/24/nachtexpress-nach-chihuahua/" title="Was für eine (Tor-)Tour...">Transportes Chihuahuenses</a>, sondern diesmal mit dem Quasi-Monopolisten auf Yucatán, ADO. Genauer gesagt mit ADO gl, der Luxusmarke von ADO. Der Luxus bestand dann allerdings in erster Linie darin, dass Kopfhörer verteilt wurden, damit man sich entscheiden konnte, ob man den Film denn auch wirklich sehen möchte oder nicht. Trotzdem: Wer schon einmal müde mit einem mexikanischen Reisebus gefahren ist, versteht, dass es sich schon allein dafür lohnt, den Aufpreis zu bezahlen. Außerdem bietet ADO einfach die besseren Filme: Zwischen Mérida und Campeche gab es <em>Happy-Go-Lucky</em> (den wollte ich ohnehin schon immer einmal sehen), nach Veracruz <em>Cinema Paradiso</em>. Da kann Chihuahuenses mit seinem ollen Miley-Cirus-Filmen nach Büchern von Nicholas Sparks nicht mithalten. Dank des von mir erworbenen Ohropax &#8211; die einzige Apotheke, die so etwas führte und die ihre einzige Packung für mich entstauben musste(!), war die am Busbahnhof; ja, Mexikaner haben es nicht so mit Stille &#8211; wurde die Nacht einigermaßen erholsam. Und zum Abschluss gönnte ich mir dann noch ein bisschen Unterhaltung, in dem ich den letzten Rest von <em>72 Stunden</em> ansah: Russell Crowe befreit seine (natürlich unschuldig!) wegen Mordes im Gefängnis sitzende Frau. Dass er dafür selber zumindest zum Totschläger wird und den Tod einer anderen Person fahrlässig in Kauf nimmt, scheint aber weder ihn noch irgendeinen Filmkritiker groß zu stören &#8211; sind ja schließlich nur unbedeutende Nebencharaktere und zu dem Crystal-Meth-Dealer&#8230;</p>
<p>Um Mittwoch um 11 Uhr Morgens waren wir dann endlich in Veracruz. In meinem Reiseführer steht über die Stadt unter Anderem, dass die Bewohner zwar mit einem den letzten Taco teilen, aber gleichzeitig einem auch den letzten Peso aus der Tasche ziehen würden. Dass dieser seltsame Satz durchaus zutrifft, konnte ich dann gleich auf meiner Taxifahrt in die Innenstadt beobachten, als mich der Taxifahrer zwar freundlich unterhielt und auch gerne bereit war, mich nach einem ersten vergeblichen Versuch zu einem anderen Hotel ein paar Blocks weiter zu fahren, dafür aber natürlich noch einmal den gleichen Preis wie für den deutlich längeren Weg in die Innenstadt haben wollte.</p>
<p>Während ich mich als Zoo-Fuzzie sofort auf den Weg zum größten Aquarium Lateinamerikas aufmachte, konnte ich mir auf dem Weg dorthin darüber Gedanken machen, wieso wir Mexiko eigentlich nicht mit Küste in Verbindung bringen, obwohl das Land deutlich mehr Küstenlinie als Landgrenzen aufzuweisen hat. Veracruz ist eine durch und durch mexikanische Stadt, die anders als die Städte in Yucatán auch keine vom mexikanischen Kernland losgelöste Geschichte hat &#8211; eher im Gegenteil, spielt die Stadt doch sogar eine wichtige Rolle in den Irrungen und Wirrungen Mexikos. Aber wie schon zuvor in der Karibik will mir einfach nicht in den Kopf, dass die hier genauso Mexiko sein soll wie Monterrey oder Guadalajara &#8211; denn Mexiko ist Wüste, kein Meer, Punkt! Dieses Land ist einfach zu vielschichtig und komplex für unseren eindimensionalen Stereotypen im Kopf&#8230;</p>
<p>Nach Aquariumsbesuch und Mittagessen wollte ich eigentlich nur ein kurzes Power Napping in meinem <a href="http://es-es.facebook.com/pages/Hotel-Villa-Rica-Puerto-de-Veracruz/200876323276796" title="Facebook-Seite des Hotels Villa Rica" target="_blank">Hotel Villa Rica</a> einlegen &#8211; es wurde dann doch ein bisschen länger. So musste der Besuch im Stadtmuseum leider entfallen, aber es gab trotzdem noch Platz für mich auf einer Hafenrundfahrt. Schließlich bin ich immer noch angehender Verkehrsingenieur und Veracruz der wichtigste Atlantikhafen Mexikos (sowie Tiefwasserhafen obendrein &#8211; man sieht also die richtig großen Pötte). Dabei ist alles etwas kleiner als in Hamburg und der <em>Malecón</em> gleich nebenan &#8211; den Lonely Planet scheint&#8217;s zu stören, aber ich als Norddeutscher finde es einfach großartig, wenn man mit in der Innenstadt noch maritimes Flair findet.</p>
<p>Jetzt gleich geht es dann wieder weg vom Golf von Mexiko ins Hochland, genauer gesagt <a href="https://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/17/mit-25-millionen-menschen-ins-stundenhotel-oder-ein-paar-tage-im-mittelpunkt-der-azteken-welt/" title="Der DF">einmal mehr in den DF</a>. Schade, ich könnte noch ein bisschen länger Meeresfrüchte schlemmen. Aber dafür winken endlich wieder Mais-Tortillas&#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/355/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=355&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>¡Feliz Navidad desde el Caribe!</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 22:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich wünsche allen ein fröhliches Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage mit der Familie. Ich selbst verbringe Heiligabend hier in Tulum an der Karibikküste &#8211; auch wenn ich Dank einer Wunde am Fuß gerade nicht an den Strand kann. Aber ein paar ruhige Tage habe ich trotzdem, bevor es am Weihnachtsfeiertag weiter geht in Richtung Mérida auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=321&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0781.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0781.jpg?w=420&#038;h=560" alt="¡Feliz Navidad!" title="¡Feliz Navidad!" width="420" height="560" class="aligncenter size-full wp-image-322" /></a></p>
<p>Ich wünsche allen ein fröhliches Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage mit der Familie. Ich selbst verbringe Heiligabend hier in Tulum an der Karibikküste &#8211; auch wenn ich Dank einer Wunde am Fuß gerade nicht an den Strand kann. Aber ein paar ruhige Tage habe ich trotzdem, bevor es am Weihnachtsfeiertag weiter geht in Richtung Mérida auf der anderen Seite von Yucatán.</p>
<p>In diesem Sinne: ¡Feliz Navidad!</p>
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		<title>Wolken über dem Paradies</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 03:42:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MuGo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Deutschland regt sich angeblich Unmut über die Aussicht auf grüne Weihnacht. Nun, solche Probleme stellen sich an der Karibikküste glücklicherweise nicht. Hier grüßt türkises Wasser und würden nicht hin und wieder die oben angesprochenen Wolken Regenschauer abladen, wäre das Glück perfekt! Seit über einer Woche bin ich nun schon auf der Halbinsel Yucatán, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=304&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland regt sich angeblich Unmut über die Aussicht auf grüne Weihnacht. Nun, solche Probleme stellen sich an der Karibikküste glücklicherweise nicht. Hier grüßt türkises Wasser und würden nicht hin und wieder die oben angesprochenen Wolken Regenschauer abladen, wäre das Glück perfekt!</p>
<p>Seit über einer Woche bin ich nun schon auf der Halbinsel Yucatán, die meiste Zeit davon in Begleitung Marios, der sich am Donnerstag wieder zurück nach Deutschland begeben hat. Und viel haben wir seit dem <a href="http://vivamejicocabrones.wordpress.com/2011/12/17/mit-25-millionen-menschen-ins-stundenhotel-oder-ein-paar-tage-im-mittelpunkt-der-azteken-welt/" title="So war das mit Vivaaerobus...">denkwürdigen Flug mit Vivaaerobus</a> erlebt.<span id="more-304"></span></p>
<p>Direkt nach unserer Ankunft eröffnete uns Sixt, dass der vorbestellte Mietwagen ein ganz klitzekleines bisschen teurer werden würde als im Internet geschrieben, kaum der Rede wert, nur ein wenig mehr als das Doppelte des ursprünglichen Preises. Kurzerhand entschlossen wir uns, dankend auf den Mietwagen zu verzichten. Gleich danach wurden wir von einem mexikanischen Vertreter angesprochen, der uns ein deutlich billigeres Angebot machen konnte. Nach kurzer Beratung entschieden wir uns doch wieder für einen Mietwagen &#8211; eine Entscheidung, die wir im weiteren Verlauf nicht bereuen würden.</p>
<p><div id="attachment_307" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0773.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0773.jpg?w=150&#038;h=112" alt="Puerto Morelos" title="Puerto Morelos" width="150" height="112" class="size-thumbnail wp-image-307" /></a><p class="wp-caption-text">Puerto Morelos</p></div>Die Hotelburgen von Cancún ließen wir von Anfang an links liegen und begaben uns zu unserem ersten Ziel, Puerto Morelos. Dies ist der erste größere Ort am Strand südlich von Cancún und kommt bislang noch ohne größere Hotels aus. Der Ort besticht außerdem durch seine überschaubare Größe, die trotzdem über eine gute touristische Infrastruktur verfügt, seinen Anlegepier und den schiefen Leuchtturm, der seit mehreren Jahrzehnten den Hurrikans trotzt. Hier kamen wir in der <em>Posada Amor</em> unter und schickten uns zum ersten Bad im Pazifik an &#8211; zum Horror der anderen Touristen verschlug es uns an den nicht gerade als traumhaft zu bezeichnenden Strand rechts der <em>plaza</em>, denn den eigentlichen Strand entdeckten wir erst bei unserem Spaziergang am Abend.</p>
<p><div id="attachment_308" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0797.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0797.jpg?w=150&#038;h=112" alt="Wolken über dem Paradies" title="Wolken über dem Paradies" width="150" height="112" class="size-thumbnail wp-image-308" /></a><p class="wp-caption-text">Wolken über dem Paradies</p></div>Am nächsten Morgen, dem Freitag, ging es dann als erstes zum Schnorcheln an das Puerto Morelos vorgelagerte Korallenriff. Zuerst hielten wir die vorgeschriebenen Schwimmwesten für lächerlich, aber nach zwei Stunden Schnorcheln im offenen Meer waren wir doch dankbar für die Schwimmhilfen. Am Nachmittag wollten wir dann an den in einem unserer nunmehr drei Reiseführer (Mario hatte noch einen <a href="http://www.amazon.de/DUMONT-Reise-Taschenbuch-Yucatán-Chiapas-Entdeckungstouren/dp/3770172868/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1324690059&amp;sr=1-1" title="Der DuMont bei Amazon" target="_blank">DuMont für Chiapas und Yucatán</a> dabei, der zwar ein wenig ausführlicher war, dafür aber auch gerne einmal falsche Angaben machte) als menschenleer und traumhaft beschriebenen Strand von Punta Bete zum Schwimmen fahren. Nach einigem Suchen fanden wir auch den öffentlichen Strandzugang (Kleiner Einschub: In Mexiko sind alle Strände per Gesetz öffentlich zugänglich &#8211; sofern sie einen öffentlichen Zugang haben, natürlich. In der Praxis bedeutet dies einfach, dass die Hotels zwischen Küstenstraße und Strand gequetscht werden und das Betreten des &#8220;Privatgrundstücks&#8221; verbieten). Leider erwies sich der Strand als eine Aneinanderreihung von Hotels, die ihre Liegestühle oft so nah an die Wasserlinie zwängten, dass man teilweise nicht einmal mehr einen Meter zum Gehen hatte. Wir badeten dennoch wie zum Trotz, auch wenn wir uns noch einmal erkundigten, ob wir denn auch wirklich in Punta Bete gelandet waren. Natürlich, wurde uns fröhlich beschieden &#8211; &#8220;menschenleer&#8221; stellt also eine höchst interessante Fehlrecherche dar, wenn man bedenkt, dass keiner unserer Reiseführer einen Redaktionsschluss hat, der mehr als ein Jahr zurückliegt&#8230;</p>
<p>Doch damit nicht genug &#8211; um den Tag zum wirklichen Tiefpunkt der ganzen Reise zu machen, gönnten wir uns noch eine Fahrt nach Playa del Carmen, oft kurz Playa genannt. Das zweitgrößte Touristenzentrum an der Riviera Maya ist laut Lonely Planet der hipste Ort der mexikanischen Karibik und verströme europäischen Flair. Nun, ich bezweifele, dass der Verfasser dieser Aussagen jemals in Europa war. Die &#8220;berühmte&#8221; 5th Avenue (das allein ist ja schon eine total &#8220;europäische&#8221; Anspielung) gleicht dem Ballermann beim Aprés Ski &#8211; nur, dass jemand alle Deutschen mit Amerikanern ersetzt hat. Fast-Food-Filiale reiht sich an Souvenir-Kaufhaus (ja, in Playa gibt es sowas!), &#8220;authentische&#8221; Bar an Klamottenladen. Aufgelockert wird das Ganze durch Läden, in denen sich frau ihren gratis Tequila durch Tanzen an der Stange auf der Bar erarbeiten kann. Wer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spring_break" title="Spring Break in der deutschen Wikipedia" target="_blank">Spring Break</a> mag, wird Playa lieben &#8211; insbesondere, wenn beides aufeinander trifft! Das alles wirkt um so mehr wie ein bizarres Disneyland, wenn man so wie wir nur ein paar Blocks weiter in einer kleinen <em>taquería</em> gegessen hat, in der sich vor uns wahrscheinlich noch nie Touristen verirrt haben. Glücklicherweise konnten wir uns schnell wieder zurück nach Puerto Morelos flüchten.</p>
<p><div id="attachment_309" class="wp-caption alignleft" style="width: 122px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0857.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0857.jpg?w=112&#038;h=150" alt="Mario vor dem Castillo" title="Mario vor dem Castillo" width="112" height="150" class="size-thumbnail wp-image-309" /></a><p class="wp-caption-text">Mario vor dem Castillo</p></div>Doch auch dort blieben wir nicht viel länger, denn am nächsten Morgen brachen wir früh ins Landesinnere auf, um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chichén_Itzá" title="Chichén Itzá in der deutschen Wikipedia" target="_blank">Chichén Itzá</a> zu besichtigen, Heimat der wohl berühmtesten Pyramide Mexikos, <em>El Castillo</em>. Der Besucheransturm ist ebenfalls überwältigend, denn schließlich müssen die Hotelgäste in Cancún bespaßt werden. Zum Glück ist das Gelände groß und der gemeine Pauschaltourist faul, sodass man sich außerhalb des Areals um die Pyramide nicht mehr auf die Füße tritt. Als erster Kontakt mit der Maya-Architektur ist die Stätte nicht schlecht, da sie aufgrund ihrer Bekanntheit ziemlich gut restauriert wurde. Außerdem kann man im Straßendorf vorher ziemlich gut essen &#8211; nach unseren Erlebnissen in Teotihuacán gingen wir diesmal auf Nummer sicher.</p>
<p>Anschließend ging es wieder ein Stück zurück Richtung Küste nach Valladolid, einer kleinen Kolonialstadt im Dschungel. Hier mieteten wir uns in einem &#8220;motel-artigen Funktionshotel&#8221; (O-Ton Reiseführer) namens <em>Hotel Zaci</em> ein, dass alles hatte, was wir wollten: Dusche, zwei Betten und sogar einen Pool. Das ganze zu einem Preis, wie man ihn nur ein paar Kilometer weiter an der Küste wohl das letzte Mal in den Neunzigern verlangt hat. Wir genossen das kleine Zentrum um den Park und die Kathedrale herum und genehmigten uns die wirklich besten <em>nachos</em> überhaupt in einer kleinen und sympathischen Touristenfalle in bester Lage.</p>
<p><div id="attachment_310" class="wp-caption alignright" style="width: 122px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0949.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0949.jpg?w=112&#038;h=150" alt="Mit dem Fahrrad durch Cobá" title="Mit dem Fahrrad durch Cobá" width="112" height="150" class="size-thumbnail wp-image-310" /></a><p class="wp-caption-text">Mit dem Fahrrad durch Cobá</p></div>Am Sonntag ging es wieder früh raus, denn es galt, vor den Besucherströmen in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cobá" title="Cobá in der deutschen Wikipedia" target="_blank">Cobá</a>, der nächsten Maya-Stätte auf unserem Plan, anzukommen. Dieses Ziel erreichten wir auch &#8211; immerhin 15 Minuten lang hatten wir das Gefühl, die Einzigen zu sein, die auf die Idee gekommen waren, hier vorbei zu sehen. Danach erkundigten wir gemütlich per Fahrrad(!) die teilweise mehrere Kilometer auseinanderliegenden Kultzentren und durften auch zum ersten Mal Maya-Bauten besteigen, was uns einen herrlichen Blick auf die umliegende Waldlandschaft ermöglichte.</p>
<p><div id="attachment_311" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0976.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp0976.jpg?w=150&#038;h=112" alt="Ein Cenote" title="Ein Cenote" width="150" height="112" class="size-thumbnail wp-image-311" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Cenote</p></div>Nach einem Mittagessen am entspannten Parkplatz der Anlage ging es dann zu einem &#8220;Abfallprodukt&#8221; des Abstechers, wir besuchten drei in der Nähe liegende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cenote" title="Cenote in der deutschen Wikipedia" target="_blank">Cenoten</a>. Dabei handelt es sich um Höhlen, die teilweise mit Wasser gefüllt sind und zum Baden einladen. Erst von uns als <em>Nice-to-Have</em> angesehen, erwies es sich als absolutes <em>Must</em>: Die faszinierenden Höhlen mit ihrem türkisen Wasser, in dem sogar Fische herumschwimmen, sind ein super Erlebnis. Spätestens jetzt waren wir dankbar für den Mietwagen, der uns den Besuch dieser etwas Abseits gelegenen Höhlen erlaubte. In der letzten Höhle konnten wir sogar ein paar Minuten absolutes Stille genießen (naja, beinahe absolut &#8211; das Brummen des Dieselgenerators für die Beleuchtung war auch noch 10 Meter unter der Erde zu hören), bis eine Gruppe fröhlich-lärmender Franzosen zu uns stieß.</p>
<p>Nach diesem ereignisreichen Tag ging es wieder zurück an den Strand, genauer gesagt nach Tulum (mit einem kurzen Zwischenaufenthalt in Takkah ein paar Kilometer nördlich). Hier wollten wir die Entscheidung treffen, ob wir weiter nach Mahahual im Süden fahren oder zum Abschluss ein paar ruhigere Tage am Strand verbringen würden. Voraussetzung war dafür ein guter Eindruck desselben in Tulum. Da es schon dunkel wurde, verschoben wir die Entscheidung auf den nächsten Tag und begnügten uns mit einem Besuch im <a href="http://www.pequenobuenosaires.com/" title="Die zugehörige Website" target="_blank">Pequeño Buenos Aires</a>, dem Argentinischen Steakhaus von Tulum. Teurer hatten wir bis dahin nicht gegessen, aber selten auch so traumhaft gut. Bei unserer Rückkehr vom superben Mahl in unsere Unterkunft <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pS9vYlWSVRw" title="Ein Video zum Hotel" target="_blank">Cabañas Playa Condesa</a> direkt am Strand wurde unsere Zufriedenheit jedoch durch eine Kakerlake getrübt, die über unsere Betten huschte und erst nach einiger Zeit gestellt werden konnte.</p>
<p><div id="attachment_314" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1044.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1044.jpg?w=150&#038;h=112" alt="Die Ruinen von Tulum" title="Die Ruinen von Tulum" width="150" height="112" class="size-thumbnail wp-image-314" /></a><p class="wp-caption-text">Die Ruinen von Tulum</p></div>Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen daher wieder zusammen, setzten uns ins Auto &#8211; und fuhren erst einmal zu den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tulum_(Ort)" title="Tulum in der deutschen Wikipedia" target="_blank">Ruinen von Tulum</a>. Diese liegen traumhaft auf einem Felsen direkt über dem Meer und gehören zu den meistbesuchten Maya-Stätten &#8211; obwohl sie deutlich kleiner sind als die bereits von uns besuchten Ruinen in Chichén Itzá und Cobá. Anschließend ging es zum Frühstücken in das einige Kilometer oberhalb des Strandes liegende Dorf, wo wir beschlossen, in Tulum zu bleiben. Also machten wir uns wieder auf zum Strand, um das im Lonely Planet gelobte <em>Hostel Maria Sabina</em> zu finden. Dummerweise war es unauffindbar, weswegen wir zu dem in einem anderen Reiseführer empfohlenen <em>Xbalemqué</em> fuhren. Hier war allerdings nichts mehr frei; als wir etwas enttäuscht fragten, ob man denn wüsste, wo das <em>Maria Sabina</em> zu finden sei, wurde uns beschieden, dass man dies natürlich wüsste, da es sich um das selbe Hotel handeln würde &#8211; man habe sich vor geraumer Zeit umbenannt. Reiseführer-Rechercheur muss ein Traumberuf sein, wenn man nur alle paar Jahre mal überprüfen muss, ob die Namen, die man irgendwann einmal aufgeschnappt hat, eigentlich noch aktuell sind&#8230;</p>
<p><div id="attachment_315" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1068.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1068.jpg?w=150&#038;h=112" alt="Der Traumstrand" title="Der Traumstrand" width="150" height="112" class="size-thumbnail wp-image-315" /></a><p class="wp-caption-text">Der Traumstrand</p></div>So landeten wir schließlich beim entspannten Nachbarn, der den ganzen Tag in Badeslip herumzulaufen scheint, seiner Frau ins Tagesgeschäft pfuscht (zumindest schien seine Frau andauernd Reservierungen zu bestätigen, was ihn dann aufgrund seiner vollmundigen Zusagen für Platz in arge Probleme brachte) und auch sonst ein gutmütiger Herrscher seiner alternativ-bewegten Gäste war, die auch im Strandurlaub die Trockentoilette und die Unterkunft im Zwei-Mann-Zelt nicht missen wollen. Auch wenn wir das Angebot auf Yoga-Klassen ausschlugen und uns auch sonst vollkommen fehl am Platz fühlten &#8211; der Privatstrand riss alles wieder raus: Ein Traum aus weißen Sand, Palmen, Wellen und türkisem Meer, dazu nahezu menschenleer &#8211; ein echtes Paradies eben! Hier verbrachten wir den Nachmittag, ehe wir zum Essen wieder in den Ort fuhren. Natürlich existierte der Lonely-Planet-Tipp nicht mehr, dafür landeten wir in einem Restaurant, wo sich die Bedienung hartnäckig weigerte, uns die Rechnung zu präsentieren, sondern nur immer eine sich langsam nach unten verändernde Summe nannte. Diese war am Ende immerhin gar nicht mehr so weit vom tatsächlichen Preis entfernt&#8230;</p>
<p><div id="attachment_316" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1087.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1087.jpg?w=150&#038;h=112" alt="Baden unter den Ruinen" title="Baden unter den Ruinen" width="150" height="112" class="size-thumbnail wp-image-316" /></a><p class="wp-caption-text">Baden unter den Ruinen</p></div>Am nächsten Morgen packten wir zum zweiten Mal unsere Sachen zusammen und nutzten den Privatstrand noch einmal aus, bis wir endgültig den Schlüssel abgeben mussten (an dem auch der Schlüssel zum Zugang zum Strand hing). Danach suchten wir uns einen Zugang zum öffentlichen Strand, der zwar kaum Palmen hatte, aber dennoch alles schlägt, was mir mit Ausnahme des vorherigen Strandes bisher untergekommen ist. Zum Einbruch der Dunkelheit ging es dann in den Ort, wo wir uns im <em>Hotel Kukulcán</em> einbuchten. Wieder funktional eingerichtet, aber nach einem langen Strandtag ist die Dusche einfach wichtig &#8211; vor allem, wenn man am Vortag nicht Duschen konnte&#8230;</p>
<p><div id="attachment_317" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1121.jpg"><img src="http://vivamejicocabrones.files.wordpress.com/2011/12/imgp1121.jpg?w=150&#038;h=112" alt="Ek Balam" title="Ek Balam" width="150" height="112" class="size-thumbnail wp-image-317" /></a><p class="wp-caption-text">Ek Balam</p></div>Am nächsten Tag regnete es, sodass wir uns gegen Mittag entschieden, nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ek_Balam" title="Ek Balam in der deutschen Wikipedia" target="_blank">Ek Balam</a> zu fahren, einer Maya-Stätte, die erst seit Kurzem erforscht wird und etwas nördlich von Valladolid liegt (wo wir unser Mittagessen einnahmen). Der Ausflug lohnte sich, denn Gebäude wie hier hatten wir bis dahin noch nicht gesehen. Außerdem knallte hier die Sonne vom Himmel und außer einer Reisegruppe von Amerikanern und einer von Franzosen war hier auch nicht viel los. Höhepunkt war aber sicherlich, dass wir es hier schafften, den Mietwagen wenige Stunden, bevor wir ihn zurückgeben mussten, doch noch zu beschädigen, indem wir die Stoßstange ein wenig aus ihrer Halterung rissen.</p>
<p>Mit etwas gedrückter Stimmung ging es daher wieder zurück nach Tulum, wo es ein abschließendes Festessen mit <em>pastor</em> in der kleinen <em>taquería</em> am Ende von Tulum gab &#8211; billiger und besser kann man hier wahrscheinlich nicht essen. Danach bereitete sich Mario auf seine Abreise vor und schlief noch einmal ein paar Stunden, bis er um 3.30 Uhr zum Flughafen aufbrach. Ich blieb zurück, um über Weihnachten hier in der Karibik zu bleiben.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/vivamejicocabrones.wordpress.com/304/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=vivamejicocabrones.wordpress.com&amp;blog=22700863&amp;post=304&amp;subd=vivamejicocabrones&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Mit dem Fahrrad durch Cobá</media:title>
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			<media:title type="html">Der Traumstrand</media:title>
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			<media:title type="html">Baden unter den Ruinen</media:title>
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			<media:title type="html">Ek Balam</media:title>
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