¡Viva Méjico, cabrones!


Ein paar Gedanken zur Hinreise

Ja, man kann Easy-Listening-Jazz zu laut hören! Zumindest, wenn es fünf Uhr morgens ist, man im Bus zum Flughafen sitzt und man es noch drei Reihen weiter vorne laut und deutlich hören kann…

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Es ist keine Schande, wenn Berlin-Tegel bald dicht macht. Einen Flughafen, dessen Anzeigetafel nicht einmal über Flüge in zweieinhalb Stunden informiert, ist wirklich das letzte!

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Paris-Charles de Gaulle ist und bleibt für mich ein Mysterium. Angeblich kann man einen luftseitigen Bus nehmen, um von einem Terminal zum anderen zu gelangen und muss den Sicherheitsbereich nicht verlassen. Wie bereits bei meinem letzten Aufenthalt in Paris CDG vor vier Jahren habe ich ihn nicht gefunden: Die Umsteige-Symbole führen einen immer unerbittlich aus dem Sicherheitsbereich heraus. Was daran sicherer sein soll, erschließt sich mir nicht. Dafür haben die Franzosen einen neue Paranoia entdeckt: Vor vier Jahren wurde jede einzelne Tasche penibel nach Flüssigkeiten durchsucht; dieses Jahr musste ich jedes einzelne elektronische Gerät auspacken. In Berlin und Mexico-City war der Laptop ausreichend…

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Keine Ahnung, warum alle immer sofort ins Flugzeug wollen. Vor allem, weil es absehbar ist, dass eine Boeing 747, die mit nur einer Tür befüllt wird, nicht innerhalb von fünf Minuten abheben wird. Ich habe in der Zwischenzeit meine Zeitung in Ruhe lesen können und war noch einmal auf Toilette. Im Flugzeug durfte ich aufgrund irgendwelcher nicht näher benannten Umstände (wahrscheinlich den Slot verpasst) sowieso noch eine Stunde länger rumsitzen. Dafür habe ich in der Warteschlange gleich einen Studenten der Tec kennengelernt, der mich zu einer Party eingeladen hat. Warten kann sich also durchaus lohnen.

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Wenn es wirklich stimmt, dass amerikanische Airlines 12 Sitze pro Reihe in einer 747 unterbringen, bin ich wirklich froh, dass ich mit einer europäischen Airline geflogen bin. Die Maschine war bis auf den letzten Platz belegt und wirkte damit schon eng und überfüllt- ich will gar nicht wissen, was bei engeren Gängen losgewesen wäre…

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Mexiko ist wirklich ganz anders als Ecuador. Ganz, ganz anders! Auf die Frage, warum ich im Einreiseformular Ausbildung als Reisegrund angegeben hätte, aber kein entsprechendes Visum besäße, antwortete ich wahrheitsgemäß, dass mir gesagt wurde, dass man dies auch vor Ort bekommen könne. Zustimmendes Nicken, 90-Tage-Visum für Touristen erteilt. In Ecuador hätte ich wahrscheinlich erst einmal mit der guten Frau ihre eigenen Einreisebesimmungen durchkauen müssen. Ich erinnere nur an die Grenzpolizistin, die mich fünf Minuten lang mit der Behauptung aufgehalten hat, mein Flug sei schon weg (der für anderthalb Stunden später angesetzt war), um mich dann plötzlich ohne Begründung durchzuwinken. Da war das doch eine deutlich angenehmere Erfahrung.

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Wieso glauben Flughafen-Architekten eigentlich, dass Fluggäste kein Bedarf an der Uhrzeit haben? Weil Flugzeuge eh immer verspätet sind?

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Als heimlicher People-Mover-Fuzzie bin ich natürlich froh, dass ich gleich zweimal einen solchen zum Umsteigen nutzen musste! Der in Paris war ein bisschen schicker, wie ich fand – in Mexiko-City hat man sich ein bisschen zu viel unnützes Bling-Bling aufschwatzen lassen.

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Einer der schönsten Anblicke, die ich jemals gesehen habe: Mexiko-City bei Nacht vom Flugzeug aus. Ein Lichtermeer auf der einen Seite bis zum Horizont, auf der anderen einzelne Lichterteppiche, zwischen denen es absolut dunkel ist. Da sich die einzelnen Vororte teilweise an den Hängen um das Hochtal, in dem die Stadt liegt, befinden, scheinen die Lichter zu schweben. Wirklich sensationell.

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Ja, Monterrey liegt in einer sehr trockenen Gegend und ja, die Stadt ist unglaublich heiß. Das bemerkt man sofort, wenn man aus dem Flughafengebäude tritt; noch bevor man feststellt, dass einen der offizielle Taxiservice um 100 Pesos Wechselgeld betrogen hat…

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Mag schon sein, dass Monterrey eine sehr amerikanisierte Stadt ist. Zumindest gibt es an jeder Ecke einen McDonald’s, Burger King oder Wendy’s. Oder wenigstens auf dem Weg vom Flughafen zu meiner neuen Bleibe.

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Nach 27 Stunden ist es endlich soweit und ich kann in ein Bett fallen. Mag die Klimaanlage auch brüllen – ich habe endlich die Gelegenheit, mehr als zwei Stunden lang die Augen zu zu machen.

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1 Kommentar so far
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Viel Spaß und Erfolg in Monterrey
und das alles genauso gut klappt wie die Hinreise

Kommentar von Ute




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