¡Viva Méjico, cabrones!


Kollateralschäden
03/08/2011, 00:35
Filed under: Méjico | Schlagwörter: , , ,

Heute gab es die Sicherheitshinweise für uns Austauschstudenten. Und ich kann alle beruhigen: Es stellt sich scheinbar wirklich so dar, wie mein Nachbar Jaime es schon gesagt hat. Wir wurden dazu ermuntert, nachts auszugehen und die Sicherheitshinweise als das zu verstehen, was sie sind: Die absolute Minimierung des Risikos. Und jeder, der schon einmal auf dem Campus der Tec war, wird bestätigen können, dass es wohl kaum einen weiteren Unicampus gibt, auf dem man so unbesorgt sein kann. Dafür sorgen schon die Kontrollen am Einlass mit dem superfreundlichen und zuvorkommenden Wachpersonal.

Trotzdem gibt es da diese Geschichte über die beiden AustauschsStudenten, die gleich am Campus erschossen wurden. Fast jeder hat etwas darüber gehört, aber niemand weiß etwas genaues. Offiziell wird das ganze als „collateral damage“ (O-Ton vom Chef des Büros für Austauschstudenten) etwas verschämt und vage am Rande erwähnt, aber da die Geschichte maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Zahl der Austauschstudenten innerhalb von einem Jahr um zwei Drittel zurückging, hier ein für allemal die ganze Geschichte. Anders als von mir gedacht, waren die beiden Studenten nämlich keineswegs Drogen kaufen und außerhalb der Mauern der Tec beginnen auch nicht gleich Sodom und Gomorrha, sondern ziemlich mittelständische Wohnviertel. Was war also passiert?

Im Kampf gegen die Drogenmafia ist auch das mexikanische Militär präsent. Dieses hatte zwei Personen, die in irgendeiner Verbindung mit der Drogenmafia standen, bis an das Gelände der Tec verfolgt. Dort konnten diese aber um eine Ecke verschwinden, während zwei Austauschstudenten von ähnlicher Statur um gerade diese Ecke gingen. Als sie das Militär auf sich zukommen sahen, taten die beiden das, was wohl die logische Panikreaktion ist – sie sind weggelaufen. Das war für das Militär aber wiederum das Zeichen, die Flüchtigen zu verfolgen und auf diese zu schießen. Und somit wurden die beiden letztendlich unglücklicherweise erschossen.

Was nehmen wir aus der Geschichte mit?

  1. In Monterrey stirbt nur, wer zur falschen Zeit am falschen Ort ist
  2. Wenn das Militär auf einen zuhält: Stehen bleiben und Arme hoch!
  3. Wenn man etwas wissen will, was nicht für die Werbeprospekte geeignet ist – die einheimischen Studenten helfen einem weiter!
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