¡Viva Méjico, cabrones!


Aller guten Dinge sind drei

Es tut mir Leid, dass ich wieder so lange auf mich habe warten lassen, aber derzeit sind die bereits erwähnten Zwischenprüfungen und wenn ich nicht gerade prokrastiniere habe ich daher immer was zu tun. So musste ich gestern ein Essay über Steve Jobs abgeben (das Nebenprodukt dieser Arbeit könnt ihr hier lesen) und heute meine drei potenziellen Ideen für Drehbücher, von denen ich eine bis zum Ende des Semesters ausarbeiten muss. Und da ich gerade nicht weiß, was ich sonst schreiben soll, stelle ich euch die drei Ideen hier kurz vor und lasse euch darüber abstimmen, welche euch besser gefällt.

Gleich vorweg: Alle drei Ideen sind für Kurzfilme gedacht, weswegen die Storys etwas weniger komplex sind als, sagen wir mal, Inception. Darüber hinaus sind zumindest zwei der drei Geschichten klare „klassische“ Handlungsbögen, also aktive Protagonisten, die innerhalb der Filmhandlung mit einem Problem konfrontiert werden und dieses lösen. Auch das klingt nicht besonders spannend, ist aber auch außerhalb romantischer Komödien Gang und Gebe. Man denke nur zum Beispiel einmal an die zugrunde liegende Handlung von, sagen wir mal, Inception. Und zu guter Letzt will ich auch nicht verschweigen, dass es sich um meine ersten Versuche handelt, vollständige Geschichten zu entwickeln, die sich selber tragen müssen. Ich habe zwar bereits vorher Skizzen entwickelt (so ganz ohne Grund kommt man ja nicht dazu, einen Kurs zu belegen, indem man ein Drehbuch verfassen muss), aber noch nie richtig ausgearbeitet. Mit etwas mehr Übung könnte man sicher mehr daraus machen.

Immerhin kann ich mich damit trösten, dass auch die einschlägige Fachliteratur dazu rät, sich erst mit „simplen“ Storys zu versuchen. Denn wer es nicht schafft, die altbekannten Geschichten (Gut gegen Böse, David gegen Goliath, Liebe gegen soziale Normen) gut und interessant zu erzählen, wird wahrscheinlich auch an den „ernstzunehmenden“ Stoffen scheitern – oder lässt den Twist am Ende zum Klischee seiner Filme verkommen.

Aber genug der Vorrede, hier die drei Filmideen in der Kurzfassung.

Do You Speak English?
Vorbemerkung: Das Skript hat biografische Anleihen – ich habe eigene Erfahrungen aus Ecuador verarbeitet und mit aktuellen Erfahrungen und Schauplätzen sowie ein bisschen Phantasie gemischt. Meine Dozentin fand die Idee bei der Vorbesprechung ganz gut, ich dagegen finde sie ein bisschen zu einfach und schwarz-weiß-malend. Aber entscheidet selbst!

Marco, ein deutscher Austauschstudent, trifft in Mexiko ein, wo er ein Semester lang Spanisch lernen möchte. Gleich zu Anfang freundet er sich mit anderen Austauschstudenten an, mit denen er Englisch reden kann. Deswegen sieht er keinen Grund, sich mit Mexikanern anzufreunden und bleibt in einer abgeschotteten Welt, in der Englisch gesprochen wird, hängen. Außerdem belegt er nur englischsprachige Kurse an der neuen Uni.
Nach einer Weile stellt Marco erschrocken fest, dass er praktisch noch immer kein Spanisch kann. Da er aber auch keine mexikanischen Freunde hat, weiß er nicht so wirklich, wie er etwas ändern kann. In einem der Uni-Kurse bemerkt sein Banknachbar José, dass etwas nicht stimmt und fragt Marco was los ist. Dieser erzählt es ihm und José schlägt ihm vor, ihm beim Spanisch lernen zu unterstützen.
Mit Josés Hilfe lernt Marco nun langsam Spanisch. Dadurch gewinnt er auch das Selbstvertrauen, mit Mexikanern auf Spanisch zu reden und lernt mehr Leute kennen. Am Ende besucht er die Farm von Josés Eltern im ländlichen Süden Mexikos zusammen mit diesem. Obwohl die Familie kein Englisch spricht, kann Marco mit ihnen kommunizieren und erhält Einblicke in ein ganz anderes Mexiko als das in seiner Universitätsstadt.
Am Ende reist Marco, jetzt auch Spanisch sprechend, zurück nach Deutschland, den Kopf voll mit den Eindrücken der letzten fünf Monate.

Los naufragados
Vorbemerkung: Der Titel lautet zu deutsch „Die Schiffbrüchigen“ und ist ein Arbeitstitel bis mir etwas besseres einfällt. Das ganze sollte man sich im Stile eines CGI-Filmes vorstellen. Im ganzen Film soll darüber hinaus kein Wort fallen, da die Außerirdischen sich mit einer unverständlichen Sprache unterhalten. Derzeit ist es mein Favorit, auch wenn ich Komödien für extrem anspruchsvoll erachte!

Zwei Außerirdische fliegen mit ihrem kohlebefeuerten Raumschiff (der eine ist Heizer, der andere Pilot) durch das All und werden von einem Meteoriten getroffen. Deswegen werden sie auf die nahe Erde geschleudert, wo sie direkt neben einem Haus landen. Hier wird deutlich, dass die beiden außerordentlich klein sind (ca. 10 bis 15 cm).
Als sie ihr Raumschiff wieder starten wollen, bemerken sie, dass das Feuer im Kohleofen ausgegangen ist und sie ihn erst wieder befeuern müssen. Deswegen begeben sie sich auf der Suche nach einer Feuerquelle durch eine Katzenklappe in das nebenstehende Haus. Sie landen in der Küche, wo sie heimlich beobachten, wie eine junge Frau den Gasherd mit Streichhölzern anzündet. Als die Frau kurz darauf die Küche verlässt, versuchen die Außerirdischen an diese heranzukommen, wobei sie von der liebenswerten, aber leicht dämlichen Katze, gestört werden. Am Ende gelangen sie an die Streichhölzer, nicht jedoch ohne dabei die Küche zu verwüsten.
Mit einigen Mühen wird die Schachtel schließlich geöffnet und ein Streichholz angezündet. Nachdem der erste Versuch misslingt, kann schließlich das Feuer im Ofen angezündet werden. Trotzdem will der Motor nicht starten. Erst als einer der Außerirdischen mit einer Kurbel das Raumschiff wie ein altes Auto startet, können die beiden erfolgreich starten.
Während sie ihre Reise im Weltall fortsetzen, findet die Frau bei ihrer Rückkehr eine verwüstete Küche vor mit der Katze als scheinbaren Hauptverdächtigen.

Tú en América
Vorbemerkung: Eine Adaptation der Kurzgeschichte You in America von Chimamanda Adichie, einer nigerianischen Autorin, die ich durch meinen Liderazgo-Kurs kennengelernt habe. Ich habe das eher als Füllidee abgegeben, da ich mit meiner ursprünglichen Idee nicht weiter gekommen bin. Bearbeiten werde ich das höchstwahrscheinlich nicht, da ich vor Adaptationen noch mehr Respekt habe als vor Komödien. Außerdem fehlt in der Kurzgeschichte leider ein konkreter Hinweis, wie die beiden Handlungsstränge sich gegenseitig bedingen. Meiner eigenen Interpretation traue ich dabei nur zu etwa 40%…

Akunna, eine junge Nigerianerin, zieht zu einem entfernten Verwandten in die USA um zu studieren. Als der Verwandte sie bedrängt, flieht sie aus seinem Haus und arbeitet am Ende schwarz als Kellnerin in einem Restaurant. Ihrer Familie schickt sie zwar Geld, aber nie Briefe oder ihre Adresse.
Im Restaurant lernt sie einen jungen Weißen kennen, der sie als erster Amerikaner als Afrikanerin ernst nimmt. Erst scheint es so, als ob sie ihn nicht leiden kann, doch schließlich werden sie ein Paar. Immer wieder aber gibt es dabei Hinweise, dass Akunna Probleme damit hat, sich in Amerika einzugewöhnen, was ihr Liebhaber aber nicht wirklich verstehen kann, obwohl er es probiert. Nach einem Essen mit seinen Eltern stellt Akunna fest, dass sie zwei völlig unterschiedliche Weltbilder haben. Dies hilft ihr, sich mit den USA zu arrangieren.
Schließlich findet sie die Kraft, ihrer Familie zu schreiben. Daraufhin schreibt ihr ihre Mutter, dass Akunnas Vater gestorben ist. Akunna beschließt, vorübergehend zurück nach Nigeria zu gehen. Ihr Liebhaber will sie begleiten, aber sie möchte das nicht. Auf die Frage, ob sie wieder zu ihm zurück kommt antwortet sie nicht. Sie verabschieden sich am Flughafen.

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Das sind sie also, die drei Vorschläge. Wenn ihr findet, dass ich einen unbedingt umsetzen soll, dann habt ihr nun die Gelegenheit, dies anonym kund zu tun. Ihr könnt natürlich auch nonym eure Meinung kund tun, dafür gibt es schließlich die Kommentarfunktion. Wenn euch keine der drei Ideen zusagt, könnt ihr das natürlich auch kund tun, nur leider wird es mir nicht viel helfen, da ich eine der drei Storys zu einem Skript ausarbeiten muss.

Also, was ist eure Meinung?

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4 Kommentare so far
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Also wenn schon das zweite, ich lass mich ja bekanntlich von CGI beeindrucken. Und die Story find ich angenehm absurd, man könnte bloß Gefahr laufen, dass es zu Per-Anhalter-durch-die Galaxiserig wird ;-P
Und ich hoffe doch, dass es davon dann auch ne deutsche Synchro geben wird…

Grüße
Florian

Kommentar von florian

Das Zweite gefällt mir auch recht gut! Auch wenn das erste vielleicht eine gute Persönlichkeitsbewältigung sein könnte, kann man bei der zweiten Story seine eigene Phantasie zu Genüge rumspinnen lassen. Insbesondere, was die Küche angeht. Und ohnehin ist das eine echt nette Geschichte. Ich werde davon sicherlich träumen 😀 ..

Kommentar von latblogger

ich finde auch die zweite story witzig, insbesondere wie die wohl die streichhölzer handhaben, bei der größe, nette vorstellung. Ansonsten gratulation zum heutigen tag, alles gute und bitte weiterhin so schöne texte.

Kommentar von ralf l.

Vielen Dank für eure Kommentare. Ich finde es innerlich durchaus befriedigend, dass ihr meine zweite Idee auch für besser haltet (im Großen und Ganzen).

Allerdings werde ich doch die erste Idee nehmen, da diese für die uns gestellten Aufgaben einfach besser umzusetzen ist. Aber das ist vielleicht sogar besser so – schließlich wäre es schade, wenn die tolle Idee durch schlechte Ausführung verhunzt wird. Da übe ich doch lieber mit einer Idee, die mir nicht ganz so wichtig ist.

Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten, wie es mit dem Drehbuch weitergeht!

Kommentar von MuGo




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