¡Viva Méjico, cabrones!


Von Führungspersönlichkeiten und Organisationen

Wie versprochen möchte ich jetzt im Rahmen der zweiten Zwischenprüfungen einmal ein wenig auf meine Fächer eingehen.

Gleich den Anfang soll mein Lieblingsfach Liderazgo machen, zusammen mit Comportamiento Organizacional, da sich die beiden Fächer gegenseitig ergänzen.

Was macht man also in einem Fach namens Liderazgo? Schon die Übersetzung ins Deutsche fällt schwer, da es kein ähnlich geartetes Konzept gibt. Selbst PONS versagt hier, normalerweise eine verlässliche Quelle für Übersetzungen. Das deutsche Wort Führungsverhalten trifft es nicht ganz, denn das ist eher das, was wir in Comportamiento Organizacional lernen: Wie führe ich eine Firma/Abteilung so, dass sie erfolgreich ist? Liderazgo spielt aber in einer ganz anderen Liga, in der von John Rockefeller, Henry Ford, Steve Jobs oder Larry Page und Sergei Brin. Mit anderen Worten: In Liderazgo geht es um mehr als Verwalten, es geht um Gestalten.

Man kann es auch so sehen: Während wir in Comportamiento Organizacional durch einen genialen Dozenten (mit leider nicht so genialer Handschrift und Kursorganisation) die wichtigsten Theorien zur Unternehmensführung vermittelt bekommen, die alleine schon ausreichen, um ein erfolgreicher Chef zu sein, wird in Liderazgo noch einmal einer draufgesetzt. Hier geht es weniger um die praktische Umsetzung, sondern um den theoretischen Überbau, der hinter dem ganz großen Erfolg steht.

Anders als man vielleicht denken könnte, ist der Kurs dabei alles andere als eine sichere Bank für gute Noten. Während Comportamiento ziemlich entspannt ist, hagelt es in Liderazgo nur so von kurzfristigen, aber beanspruchenden Hausaufgaben. Aber wenigstens hat man hier nicht das Gefühl, die Arbeiten ganz umsonst machen zu müssen. Dazu trägt vielleicht auch unsere Pflichtlektüre bei, die Siete hábitos de la gente altamente efectiva, in Deutsch erschienen unter dem Titel Die 7 Wege zur Effektivität. Das Buch ist mir bisher in Deutschland noch nicht sonderlich aufgefallen, ist aber in Nordamerika so etwas wie ein Standardwerk. Ich würde die relative Unbekanntheit in Deutschland daran festmachen wollen, dass der Autor Stephen Covey ein gläubiger Mormone ist und dies auch an einigen Stellen durchblitzt. Trotzdem sollte man das Werk nicht als eine fromme Weichspülbibel für Manager missverstehen und ihm durchaus eine Chance geben, denn anders als bei anderer weitverbreiteter Managementliteratur geht es nicht darum, wie ich andere mit Tricks blenden kann, sondern welche Grundlagen es braucht, um wirklich eine Führungspersönlichkeit zu werden.

Wir haben bisher den Bereich abgeschlossen, indem es um die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit geht und da ich bin bisher begeistert. Es geht um Fragen der Selbstorganisation, den wertebasierten Kompass für das eigene Leben, den Umgang mit den äußeren Umständen. Es würde zu weit führen, das nun im einzelnen genauer auseinanderzunehmen, nur so viel: Wer sich auf das Buch kritisch einlässt, kann eine ganze Menge mitnehmen.

Darüber hinaus ist es eine der Stärken des Fachs, dass es freiwillig ist und daher gut die Hälfte auch wirklich intensiv mitarbeitet und sich an den Diskussionen beteiligt. Eigentlich kann man sagen, dass es ein Traumkurs ist: Die philosophische Auseinandersetzung mit einem selbst und der umgebenden Welt, jedoch nicht im Elfenbeinturm, sondern im realen Leben. Und das tolle ist, dass die Grundsätze, um die es geht, tatsächlich wiederfinden kann im realen Leben. Wenn man die Biografien erfolgreicher Führungspersönlichkeiten (schon wieder diese Schwammigkeit – im Spanischen kann auch ein bekannter Künstler eine Führungspersönlichkeit sein) studiert, dann kann man in der Tat gewisse Muster erkennen. Nicht jeder Führer verfügt über alle Eigenschaften im gleichen Maßen, aber Visionen, Grundsätze, Timing, das sind alles weitverbreitete Eigenschaften. Das gilt dabei übrigens unabhängig von der Moral der Führer.

Mit anderen Worten: Der Kurs kann einem wirklich neue Denkansätze mitgeben, wie Erfolg zustande kommt. Wer sich darauf einlässt, kann viel über sich und andere lernen. Und ohne diesen Kurs hätte ich mich wahrscheinlich auch nie mit Chimamanda Adichie und Steve Jobs beschäftigt. Der Mehrwert ist also gegeben.

Wer also einmal ebenfalls in den Genuss kommen sollte, an der Tec hier in Monterrey zu studieren, dem kann ich den Kurs Liderazgo mit Dra. Lourdes Francke als Dozentin nur empfehlen!

Advertisements

1 Kommentar so far
Hinterlasse einen Kommentar

Darüber will ich mich mit dir mehr unterhalten, da bist du ja ganz genau an meinem Thema.
lg Ute

Kommentar von Utlaby




Hier könnte dein Senf stehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: