¡Viva Méjico, cabrones!


Straßenverkehrstechnik & Medizin
29/02/2012, 18:05
Filed under: Méjico | Schlagwörter: , , , , , ,

Tja, es hat mich also doch erwischt: Ich bin richtig krank geworden. Zwar wohl allen Anschein nach kein Virus (ich habe schließlich Antibiotika verschrieben bekommen), aber trotzdem lag ich am Sonntag ziemlich flach. Ich bin gar nicht erst auf die Idee gekommen, aus dem Haus zu gehen, weswegen mich die Nachricht, dass meine Vermieterin gestorben ist, etwas überraschte. Zugegebenermaßen werde ich da nicht der Einzige sein, denn es hat sich nicht gerade abgezeichnet, da sie sich eigentlich langsam von ihrem Schlaganfall im Oktober erholte (es scheint, als ob ich das nie erwähnt habe – jetzt wisst ihr’s!). Krankheit hin oder her, natürlich habe ich mich Jaime angeschlossen und bin zu ihrer Aufbahrung (oder velorio) gefahren.

Ändern wird sich dadurch allerdings nicht sonderlich viel, da das Haus ohnehin schon seit dem Schlaganfall von ihrem Sohn verwaltet wird. Obdachlos werde ich also wohl nicht werden. Jetzt hoffen wir einfach, dass die Erben keinen Streit beginnen und die gute doña Linda ihren Frieden findet.

Zur Einäscherung konnte ich dann leider nicht, da ich parallel Uni hatte. Was ich dann aber wiederum dafür nutzte, um die Krankenstation der Uni aufzusuchen, wo ich meine Probleme, insbesondere einen hartnäckigen Husten schilderte und eher feigenblattmäßig untersucht wurde, um dann mit einem Rezept für Hustensaft und Antibiotika wieder weggeschickt zu werden. Nicht, ohne vorher eher etwas verplant als mit Absicht einem Mexikaner seinen Platz in der Warteschlange wegzunehmen, was mit einer typischen mexikanischen Eher-lass-ich-alles-über-mich-ergehen-als-unhöflich-zu-werden-Mentalität voll und ganz akzeptiert wurde, und eine mit einem derart schlechten Sprecher (und Text) ausgestattete Dokumentation über Nilpferde im Wartezimmer gesehen zu habe, dass ich seither davon ausgehe, dass ca. 50% aller Großwildjäger als Grund für ihr Agieren den durch diese Reportage geschürten Hass auf unfähige Nilpferde angeben würden.

Die Medikation ist allerdings etwas enttäuschend – erstens war sie Tec-untypisch nicht extrem überteuert (knapp 20 Euro, die auch noch von meiner Krankenversicherung gedeckt sein dürften); zweitens sorgt das Antibiotikum dafür, dass ich mich wie in Watte gepackt fühle und mich nicht länger als 15 Minuten am Stück konzentrieren kann – sehr gut, ich schreibe morgen ja auch nur zwei schaffbare Zwischenprüfungen; und drittens enthält der Hustensaft noch nicht einmal Codein und erfüllt somit nicht die grundlegendsten Vorurteile gegenüber Medikamenten aus Ländern der Dritten Welt.

Und wenn wir uns schon einmal über Belanglosigkeiten unterhalten, dann darf natürlich auch das Fach Ingeniería de Tránsito (in etwa Straßenverkehrstechnik) nicht fehlen, denn viel erhellendes kann man über das Fach nicht sagen. Am Ende lernt man, wie in Mexiko die typischen Daten für die Erhebung der Qualität des Straßenverkehrs berechnet werden, was sich auch nicht großartig vom Rest der Welt unterscheidet. Dazu ein paar Grundregeln für die Auslegung von geplanten Straßen und fertig ist die Laube. Nicht gerade ein weltbewegendes Fach, aber da ich es in Deutschland nie gehört habe und Verkehrstelematik auch schon ein Weilchen her ist, ist es doch ganz nett, mal wieder was vom Fundamentaldiagramm zu hören!

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1 Kommentar so far
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Also wenn du noch einen Hustensaft mit Codein brauchst, ich hätte noch ein fast unbenutztes Fläschen ;-).
Hierzulande kann man sowas offenbar auch ohne jede Erklärung vom Arzt verschrieben bekommen…

Kommentar von Tim




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