¡Viva Méjico, cabrones!


Howdy, Partner!

Als erstes gleich vorneweg: Nein, ich bin nicht vom Erdbeben betroffen, das Epizentrum ist ca. 1000 Kilometer von Monterrey entfernt (ja, Mexiko ist groß!).

Damit aber auch genug von Mexiko gesprochen, kommen wir einmal zu einem ganz anderen Land, welches zufälligerweise ungefähr genauso weit von Monterrey entfernt ist wie Polen es von Dresden ist: den USA!

Schließlich ging mir langsam auf, dass ich nicht mehr viel Zeit in Monterrey verbringen werde und ich langsam einmal handeln sollte, wenn ich denn tatsächlich die Chance nutzen und Texas einen Besuch abstatten wollte.

Gesagt, getan, also ging ich letzte Woche Mittwoch zum Fahrkartenschalter (für Busse – mit Eisenbahnen hat man es nicht so in Monterrey) in der Tec und kaufte mir mein Ticket für die Nacht von Donnerstag auf Freitag nach San Antonio, der ersten großen Stadt in Texas von Monterrey aus. Mein Plan war es, Freitag und Samstag in San Antonio zu verbringen um dann weiter nach Austin zu fahren, von wo aus ich in der Nacht von Sonntag auf Montag (der glücklicherweise Feiertag – Geburtstag von Benito Juárez – war) wieder zurück nach Monterrey fahren wollte. So spontan konnte ich auch deswegen sein, da keiner meiner Freunde über ein Visum für die USA verfügt und daher leider ohnehin niemand mitkommen konnte.

Zuhause taten sich dann aber mehrere Probleme auf: Erstens scheint San Antonio kein Hostel zu besitzen (zumindest keines, dass im Internet zu finden ist), zweitens scheint San Antonio ein ziemlich beliebtes Reiseziel zu sein und drittens ist es wirklich problematisch, wenn man in den USA ohne Auto unterwegs ist, da alle billigen Motels an irgendwelchen Ausfallstraßen meilenweit vom Stadtzentrum entfernt zu liegen scheinen. Austin kam als Alternative (sprich: Am Freitag San Antonio angucken, Abends nach Austin weiterfahren und Samstag und Sonntag Austin angucken) auch nicht in Frage, da natürlich gerade SXSW sein musste. Nicht, dass ich das Festival nicht einmal gerne besucht hätte, aber zum Einen ist es so beliebt, dass es illusorisch ist, auf freie Hotelzimmer zu hoffen, und zum Anderen wären selbst dann die Preise dank SXSW-Zuschlag nicht bezahlbar gewesen. Was also tun? Glücklicherweise habe ich noch meinen uralten CouchSurfing-Account. Und da ich CouchSurfing ohnehin immer schon mal ausprobieren wollte, dachte ich mir: „Wann, wenn nicht jetzt?“

Es hat tatsächlich geklappt und ganze vier Stunden, bevor ich in den Bus einsteigen musste, hatte ich also tatsächlich eine Unterkunft für das Wochenende. Und als ich dann in den Bus einstieg, wurde ich sogar tatsächlich etwas nervös. Nicht etwa, weil wir in Monterreys nördlichem Vorort San Nicolás alle aus dem Bus gescheucht wurden und auf Drogen durchsucht wurden – es ist ja einleuchtend, dass Turimex nicht als Busunternehmen gelten will, mit dem Drogen geschmuggelt werden. Aber es gibt nun einmal diese ganzen schönen Schauergeschichten, dass die Gegend nördlich und westlich der Stadtgrenzen von Monterrey mehr oder weniger nachts eine rechtlose Zone ist (Eine kleine Anmerkung: Natürlich wurde der Bus nicht überfallen). Außerdem war ich mir nicht 100% sicher, dass ich wirklich einfach so in die USA einreisen konnte. Zwar stand es so in den FAQs vom Auswärtigen Amt, aber auf amerikanischen Websites war der Hinweis nicht unbedingt zu finden.

Die gute Nachricht ist: Man kann ohne vorherige Formalitäten auf dem Landweg in die USA einreisen. Die schlechte Nachricht ist: Man sollte es nicht unbedingt tun. Nach einer Stunde Warten vor dem Grenzübergang (das ist vollkommen okay, schließlich bedeutet das eine Stunde mehr Schlaf) mussten wir alle aussteigen und durch die Sicherheitsschleuse. Bis hierhin war noch alles okay, man war freundlich zu mir und redete darüber, was mich denn als Deutscher nach Mexiko verschlagen hat. Dann ging es in die Schlange für den Einreisestempel. Um vier Uhr morgens stellte ich mich bei absoluter Dunkelheit hinten an – um sieben Uhr morgens stieg ich bei Tageslicht völlig entnervt als Letzter wieder in den Bus. Nicht nur, dass ich zweieinhalb Stunden warten musste, nein, ich musste schlussendlich doch das grüne Blättchen ausfüllen (dann hätte ich das auch gleich im Vorfeld im Internet machen können), was man mir natürlich nicht mitteilen konnte, ohne mich wie jemanden zu behandeln, der nur in die USA einreist, um die Zöllner zu ärgern. Nachdem ich dann endlich wieder an der Reihe war, meine Fingerabdrücke abgenommen und das obligatorische Foto gemacht wurde, musste ich nur noch meine 6 Dollar Eintrittsgebühr für den größten Freizeitpark der Welt begleichen und schon durfte ich wieder gehen. Blöd nur, dass sich irgendjemand gedacht hat, dass man die Kasse kurz vor 7 Uhr ja auch mal langsam schließen könnte, denn außer Pendlern ist ja bestimmt niemand mehr an der Grenze. Ich musste eine gefühlte Ewigkeit darauf warten, bis sich der Praktikant endlich einmal erbarmte und bereit war, mir mein Geld abzunehmen – nicht ohne vorher misstrauisch zu checken, ob Leute aus diesem Germany auch wirklich nur 6 USD zahlen müssen. Das Fazit: Es hätte schlimmer kommen können, aber Werbung für das Land war es nicht – zumal ich sogar noch einmal nach der Grenze (also mir gültigem Visum im Pass) ausgefragt wurde, was ich denn in den USA machen würde. Als einziger Nicht-Mexikaner in einem mexikanischen Reisebus fällt man eben auf; vor allem, wenn man auch bei mehrmaligen Nachfragen und Rückversicherungen darauf besteht, dass man als Tourist unterwegs ist.

The Alamo

The Alamo

Schlussendlich kamen wir aber doch in San Antonio an und da das Terminal von Turimex ziemlich zentral liegt, beschloss ich als erstes zum Alamo zu gehen und mir danach was zum Frühstück oder besser Brunch zu suchen. Nun, the Alamo ist erstaunlich klein. Kein Wunder, dass die Mexikaner es überrannt haben! Dass es heute dennoch so ein wichtiges Monument für den amerikanischen und insbesondere den texanischen Freiheitskampf ist, zeigt dabei einmal mehr, warum die Mexikaner gegen de USA einfach stets den Kürzeren ziehen: Selbst wenn sie einmal gegen die USA gewinnen (was sie ohnehin schon selten tun), dann wird diese Niederlage von den Amerikanern dennoch fröhlich in etwas Positives umgemünzt. Man hat es eben nicht leicht mit solchen Nachbarn…

Riverwalk

Riverwalk

Nach der kleinen Geschichtsstunde zog es mich an den Riverwalk, San Antonios berühmte Uferpromenade am San Antonio River. Das ganze ist das Herzstück der touristisch geprägten Innenstadt und hat San Antonios Partnerstadt Monterrey dazu veranlasst, mit dem Paseo Santa Lucia eine Kopie zu bauen. Allerdings sind die Unterschiede gravierend, denn in während man in Monterrey zwischen dem einem Ende im Museumsviertel und dem anderen Ende im Parque Fundidora etwa zwei Kilometer lang durchs Nichts marschiert (was insbesondere bei 40 Grad im Schatten gewöhnungsbedürftig ist), wird der Riverwalk von Geschäften, Restaurants und Hotels gesäumt. Das strahlt ein leicht urbaneres Feeling aus, was mir als reinem Stadtmenschen entgegenkommt.

Innenstadt von San Antonio

Innenstadt von San Antonio

In der Mitte des Riverwalks findet sich zudem der Zugang zur Rivercenter Mall, wo ich dann endlich etwas aß (einen ausführlicheren Bericht zu meinen gastronomischen Eskapaden gibt es hier zu lesen) und mich anschließend wieder ins Getümmel warf. Ich verabschiedete mich vom Riverwalk und wendete mich dem Verwaltungszentrum mit Gerichtsgebäude, Kathedrale (San Antonio ist sogar Erzbistum) und Rathaus zu. An dieser Stelle sollte man vielleicht erwähnen, dass San Antonio nicht unbedingt dem entsprach, was ich mir unter einer texanischen Stadt im Vorfeld vorgestellt habe. Während die Stadt im Außenbereich wie Monterrey in seinen Außenbereichen aussieht, hat die Innenstadt durchaus Charme. Klar, die Gebäude sind nicht die Ältesten (das älteste Haus – von den Missionen wie dem Alamo einmal abgesehen und das ich natürlich besichtigt habe – ist von etwa 1790), aber auch nicht gerade Zweckbauten mit dem alleinigen Zweck, die eigene Ästhetik zu beleidigen. Sicherlich ist dies auch ein Grund, warum San Antonio ein Touristenziel ist.

Innenhof des ältesten Gebäude San Antonios

Innenhof des ältesten Gebäude San Antonios

An das Verwaltungszentrum schließt sich The Market an, wo eine fröhliche und zu meinem Leidwesen sogar noch lautere Kopie Mexikos Souvenirs und Authentic Mexican Food unter die Leute bringt. Da ich aber tagein, tagaus auf das Original zurückgreifen kann, verschwand ich ziemlich schnell wieder aus dem Trubel, um versteckt am Rande eines Parkplatzes („Sollte sie keinen Parkwächter antreffen, hinterlegen sie hier bitte 8 Dollar.“) das Haus vom wahrscheinlich wichtigsten tejano (also Hispanic, der schon zum Zeitpunkt des Beitritts Texas‘ in die USA im Staat lebte) in der Geschichte: José Antonio Navarro. Der gute Mann war nicht nur einer von zwei tejanos, die die texanische Unabhängigkeitserklärung von Mexiko unterschrieben, er war auch der einzige tejano, der an der Staatsverfassung mitschrieb – übrigens mit Hilfe eines Übersetzers, denn Navarro sprach kein Englisch. Nur ihm war es zu verdanken, dass Hispanics in Texas wählen durften (Schwarze, ob Sklaven oder nicht, schienen ihm dagegen herzlich egal gewesen zu sein, wenn ich den Text zwischen den Zeilen auf den Tafeln im Haus richtig gedeutet habe).

HemisFair Park

HemisFair Park

Wer jetzt allerdings denkt, ich hätte mich nur auf die (mannigfaltig vorhandenen) hispanischen Aspekte der texanischen Geschichte gestürzt, der irrt. Denn anschließend ging es erneut am Riverwalk entlang zum ehemaligen Weltausstellungsgelände von 1968, dem HemisFair Park. Diese scheint genauso ein Erfolg gewesen zu sein wie die Expo 2000, denn eine der wichtigsten Attraktionen war offenbar der Pavillon von Arkansas. Gleich hinter dem Park liegt das Institute of Texan Cultures, dass sich alle Einflüssen auf die modernen Texaner widmet. Das war allerdings ein totaler Schuss in den Ofen, denn mir war nicht bewusst, dass in den USA schon die Daylight Saving Time angebrochen war und es somit nicht etwa erst halb vier Uhr nachmittags, sondern bereits eine Stunde später war. Statt anderthalb Stunden gemütlich durch die Ausstellung zu spazieren und zu erfahren, welche norwegische Immigrantin als die größte texanische Sportlerin aller Zeiten war oder mich den Einflüssen der belgischen Lebensart auf die Texaner zu widmen, wurde ich nach einer halben Stunde wieder raus gejagt.

Ein typischer Freeway in San Antonio

Ein typischer Freeway in San Antonio

Doch egal, denn langsam konnte ich mir darüber Gedanken machen, meine Schlafgelegenheit aufzusuchen. Ich hatte bereits vorher die Buslinie ausgemacht, mit der ich fahren musste und sogar eine Haltestelle. Dass war insofern hilfreich, als dass man in San Antonio nichts davon hält, Fahrpläne auszuhängen. Wer den Fahrplan nicht kennt, kann ja auf der Website nachsehen oder mit dem Handy die Auskunft anrufen. Und ausländische Touristen, die gerade kein Smartphone zur Hand haben, fahren ohnehin nicht mit dem Bus. Dabei ist das Bussystem von San Antonio gar nicht so schlimm, wie man es erwartet oder wie es von den Einheimischen gemacht wird: Die Fahrt kostet 1,10 Dollar (es gibt auch billigere Zeitkarten), die Busse fahren werktags mindestens im Halbstunden-Takt und die Beförderung von Rollstuhlfahrern ist vorbildlich. Dennoch, es lässt sich nicht bestreiten, dass in erster Linie 4 A’s mitfahren, ergänzt um ein R: Arme, Alte, Auszubildende, Ausländer (in diesem Fall Mexikaner) und Rollstuhlfahrer. Und es verwundert nicht: Mit dem Bus brauchte ich eine Stunde für eine Strecke, die man mit dem Auto dank Freeway in 15 Minuten zurücklegen kann.

Aber ich kam schlussendlich an und lernte Mayank kenne, meinen Gastgeber für die nächsten beiden Nächte. Wir verstanden uns gut und konnten im Zweifelsfall auch immer ein Thema finden: Seltsame Amis. Denn Mayank selbst ist Inder und zum Arbeiten in den USA. Dennoch sollte niemand glauben, dass wir uns die ganze Zeit in Ami-Bashing ergingen, schließlich kann man das besser aus sicherer Entfernung betreiben als direkt vor dem Gesicht der Leute, die es betrifft. Und überhaupt, wie kann man ein Land nicht mögen, in dem ein jeder, aber auch wirklich jeder, die ganze Zeit völlig ironiefrei mit „Sir“ anspricht?

Nach dem Abendessen im besten Burgerladen San Antonios (und nein, es war NICHT McDonald’s, sondern The Cove) ging es noch einmal an den nächtlichen Riverwalk, aber da uns nichts wirklich überzeugte und ich obendrein meinen Pass vergessen hatte (Ausweispflicht!), landeten wir am Ende im The Flying Saucer, der wahrscheinlich besten Bierbar der Welt, die versteckt in einer kleinen Strip Mall unweit von Mayanks Wohnung liegt. Hier gibt es geschätzt 200 Biersorten – allein vom Faß! Da ich mich ja durchaus mit Bier beschäftige und somit weiß, dass es neben den bekannten Marken auch durchaus gutes Bier in den USA gibt, habe ich mich den kleinen amerikanischen Brauereien gewidmet, von denen ich noch nie gehört hatte, die aber Sorten brauen, die mir zusagen. Nach zwei Gläsern war allerdings Schluss, denn es war zwei Uhr nachts – und in Texas gibt es noch die Sperrstunde. Immerhin, so kommt man nicht allzu spät ins Bett!

King William District

King William District

Am nächsten Tag ging es dann nach Ausschlafen und Frühstück in den King William District, der mit dem amerikanischen Äquivalent von Gründerzeitvillen aufwartet. Hier liefen wir ein wenig herum, auch wenn der deutsche Biergarten leider wegen des St. Patrick’s Day auf Irisch machte. Wir suchten uns deswegen am Ende die Blue Star Brewery, eine mit Watzke in Dresden vergleichbare Hausbrauerei. Hier gab es fast originales texanisches Chicken Fried Steak, nur mit chicken statt steak. Es hat trotzdem geschmeckt und vor allem satt gemacht. Vor allem konnte ich dabei meine Vorliebe für coleslaw entdecken.

Der zur Feier des Tages grün gefärbte San Antonio River

Der zur Feier des Tages grün gefärbte San Antonio River

Den frühen Abend verbrachten wir dann mit dem Besuch mehrerer Malls und Lord of War, bevor es zur St. Patrick’s Day Block Party in einer der Lieblingsbars von Mayanks Freunden. Dort trafen wir auf Jesus, der von Mayanks Kumpel Jessy, ein Sikh, wissen wollte, wie dieser seinen Bart kurz hält, ohne ihn zu schneiden. In der Tat ist Bartpflege eine Wissenschaft für sich. Immerhin konnte dem Siemens-Angestellten weitergeholfen werden, der übrigens nicht glauben wollte, dass ich Deutscher bin, weil ich zu locker dafür wäre. Ich weiß wirklich nicht, was deutsche Manager im Ausland für Trauerspiele abliefern, aber da mir Ähnliches auch schon in Mexiko gesagt wurde, möchte ich alle einmal dazu auffordern, mit Ihren Untergebenen und/oder Kunden ein Bierchen trinken zu gehen oder sonst etwas in lockerer Atmosphäre zu unternehmen: Ihr ruiniert sonst unseren Ruf völlig!

Am nächsten Tag wollte ich ursprünglich weiter fahren nach Austin. Aber da es bereits Mittag war, bis ich endlich los kam und es mit dem Stadtbus doch ganz schön lange dauerte, bis ich wieder in der Innenstadt war, gab es das Problem, dass kein Bus von Turimex in nächster Zeit nach Austin fahren würde. Bei Greyhound war es dasselbe Problem, weswegen ich mich entschied, die noch knapp anderthalb Stunden bis zur Abfahrt gegen 16.30 Uhr mit Essen zu verbringen. Als ich dann um 16.15 Uhr wieder im Büro aufschlug, war der fragliche Bus bereits abgefahren. Glücklicherweise ist ein Busunternehmen keine Fluggesellschaft und so wurde mir beschieden, dass ich selbstverständlich meine Rückfahrt auch erst in San Antonio antreten könne, ohne dass mein Ticket verfällt. Ich wurde sogar noch freundlicherweise auf einen früheren Bus umgebucht, damit ich nicht länger als nötig warten musste. Somit kam ich zwar nicht mehr nach Austin, hatte aber dafür nun die Gewissheit, dass ich in aller Ruhe noch ein paar Schleifen durch San Antonio drehen konnte.

Blue Star Brewery

Blue Star Brewery

Diese nutzte ich dann dafür, um den Riverwalk noch einmal weiter nach Süden entlang zu spazieren. Ursprünglich wollte ich bis zur nächsten der vier misiones in San Antonio (The Alamo ist nur eine davon) laufen, aber das erwies sich als illusorisch. Merke: Maßstäbe auf amerikanischen Karten sind in Meilen, nicht Kilometern. Stattdessen drehte ich wieder um, als ich erneut vor der Blue Star Brewery stand und ging zurück, um mir endlich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: Einmal bei Wendy’s essen. Der lange Rückweg auf die andere Seite der Innenstadt hat sich gelohnt, denn Wendy’s schlägt Burger King und McDonald’s um Längen. Einmal mehr stellt sich die Frage, warum es in Deutschland nur seltsame Fast-Food-Ketten gibt, nicht aber die, die durch leckeres und etwas weniger durchstandardisiertes Essen auffallen!? Wenn ich jemals ein wenig Geld zum Investieren haben werde, dann können sich Carl’s Jr. und Wendy’s schon einmal auf einen deutschen Franchise-Nehmer freuen.

Die letzten Stunden in San Antonio verbrachte ich abschließend etwas erschöpft im Wartesaal von Turimex. Es störte mich überhaupt nicht, dass der Bus etwas früher ankam als geplant. Was mich dann aber störte, war die Tatsache, dass ich mich plötzlich an der mexikanischen Grenzstation befand, ohne dass ich meinen grünen Ausreiseschnipsel abgegeben hatte. Das ist etwas blöd, denn während man bei Flugreisen automatisch als „ausgereist“ erfasst wird, befinde ich mich jetzt für das Heimatschutz-Ministerium immer noch in den USA. Ich kann es natürlich darauf ankommen lassen und mich bei meiner nächsten Einreise in die USA überraschen lassen, ob ich als illegaler Immigrant gelte. Aber so wild bin ich auf diese Erfahrung auch wieder nicht. Glücklicherweise kann man das Problem lösen, indem man an die USA einen Brief schreibt mit irgendetwas, das beweist, dass man nicht mehr im Land sein kann (am Besten geeignet sind Bordkarten oder Kopien von Einreisestempeln). Insofern werde ich mich nach meinem Aufenthalt in Ecuador einmal darum kümmern. Interessanterweise bekommt man keine Rückantwort (klar, der amerikanische Steuerzahler soll ja nicht dafür aufkommen müssen, irgendwelchen Illegalen Briefe zu schicken), aber man darf sich ein paar Wochen später bei einer anderen Stelle nach seinem Status erkundigen…

Um fünf Uhr morgens kam ich endlich wieder müde in Monterrey an. Meine ersten drei Tage in den USA würde ich dabei als vollen Erfolg werten. Und noch wichtiger: Wann immer ich jetzt seltsame Meinungen oder Mutmaßungen über die USA anstelle, kann ich nun sagen: „Ich weiß, wovon ich spreche – ich war schon mal in Texas!“


2 Kommentare so far
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Glückwunsch zu deinen ersten USA-Erfahrungen! Und keine Bange, die lassen Dich schon wieder rein – ich für meinen Teil befinde mich ja auch seit mittlerweile über anderthalb Jahren noch immer in Serbien..

Kommentar von latblogger

Naja, was will man auch noch einmal in Serbien? Zweimal dürfte ja mehr als genug fürs restliche Leben sein…

Aber ich hab jetzt meine Unterlagen abgeschickt und hoffe, dass die Zollbehörde in Kentucky das schon hinkriegt!

Kommentar von MuGo




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