¡Viva Méjico, cabrones!


Es fährt ein Zug durch Mexiko

Und dieser fuhr sogar so wir wollten, denn anders als bei der Fähre konnten Dome und ich problemlos das Ticket für den selben Tag kaufen und gemütlich in der billigeren, aber genauso komfortablen zweiten Klasse des chepe von Los Mochis nach Cuauhtémoc zuckeln. Denn zumindest am Anfang war es wirklich nicht mehr als ein Zuckeln, was die Lok zu vollbringen wagte. Uns war das aber auch herzlich egal, denn den ersten Abschnitt von Los Mochis nach El Fuerte, der nur durch die Küstenniederung führte, nutzten wir dafür, ein wenig Schlaf nachzuholen. Schließlich hieß es nach einer Nacht, die erst gegen 1 Uhr nachts begann, schon wieder um 4.30 Uhr aufzustehen, um früh genug am Bahnhof zu sein.

Aber ab El Fuerte ließ ich es mir nicht nehmen, geschlagene acht Stunden am Stück am offenen Fenster im Gang zu stehen und Fotos zu schießen oder aber einfach nur die herrliche Landschaft zu genießen. Wer auf dieser Zugfahrt kein Fuzzie wird, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Ich habe hier eine kleine Diashow mit Landschafts- und Zugfotos zusammengestellt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach insgesamt 13 Stunden Zugfahrt kamen wir schließlich in unserem Zielort Cuauhtémoc an. Cuauhtémoc ist eine ganz normale mexikanische Stadt, die eigentlich keinen weiteren Besuch wert wäre, wenn es da nicht die Mennoniten gäbe. Diese holländischstämmige Religionsgemeinde hat sich nämlich in der Gegend angesiedelt und spricht weiterhin Plautdietsch, ihren ursprünglichen Dialekt. Darum ging es nach einem Abend mit sehr gutem Essen im Rancho Viejo (offensichtlich nicht verwandt oder verschwägert mit der billigen Absteige selben Namens in La Paz) und einer Nacht in einem einfachen Hotel namens San Francisco am Mittwoch raus zum Museo y Centro Cultural Menonita. Dort trafen wir auf einen deutschsprachigen Museumswächter, der gerne und bereitwillig Auskünfte zum Leben der Mennoniten in Mexiko gab. Dabei wurde offensichtlich, dass die Gemeinde gespalten ist, denn scheinbar nicht alle Mennoniten halten es für eine gute Idee, Spanisch zu lernen und mit den Mexikanern zu interagieren. So ist etwa das Museum keine offizielle Einrichtung, sondern wird von einem privaten Trägerverein unterhalten. Und während es sowohl Mennoniten gibt, die sich inzwischen wie die Mexikaner kleiden und tortillas essen, sind wiederum andere weiter nach Paraguay und Bolivien gezogen, um bei ihrem „ursprünglichen“ Leben bleiben zu können.

Nach diesem hochinteressanten Besuch ging es weiter nach Chihuahua, das immer noch nicht so wirklich interessant geworden ist, auch wenn dieses Mal die Casa de Chihuahua offen hatte und von uns besucht werden konnte. Trotzdem verließen wir noch am selben Abend Chihuahua wieder, um mit dem Nachtbus nach Monterrey zu fahren.

Den Donnerstag verbrachten wir dann damit, dass ich Dome am heißesten Tag des Jahres (47 Grad!) die Tec und die Innenstadt von Monterrey zeigte. Das Abendessen bestand anschließend aus den Hamburgern, die es bei mir unten im Haus gibt. Am Freitag ging es dann nach Saltillo, wo wir das mir schon bekannte Wüstenmuseum sowie die taqueria Los Compadres besuchten. Zurück in Monterrey ging es dann noch einmal zu El Morelense, einem Restaurant in der Nähe der Tec, das für seine Gerichte mit pastor bekannt ist. Am Samstag besuchten wir dann noch einmal den Obispado, um den ich mich bisher auch immer herumgedrückt hatte und schauten uns Monterrey von oben an, bevor Dome in Richtung Ciudad de México entschwand, um von dort aus wieder nach Deutschland zurück zu kehren.

Und so endet auch eine weitere Reise quer durch Mexiko. Die letzte Woche werde ich jetzt noch ganz entspannt in Monterrey verbringen, bevor es auch für mich am Freitag zurück gen Heimat geht.

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1 Kommentar so far
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WOW! Toller Bericht und ganz ungewöhnliche „Ansichten“/Fotos einer nicht sehr bekannten Landschaft!
Danke! Weiterhin viel Spass!

Kommentar von Vallartina




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