¡Viva Méjico, cabrones!


Ein paar Anmerkungen zum Rückflug

Wie schon zum Hinflug einige Anmerkungen zum Rückflug:

28 Grad sind verdammt kalt, wenn es die ganze Woche vorher jeden Tag über 40 Grad hatte und man nur ein T-Shirt trägt. Gut, dass ich aus dieser Eiswüste namens Monterrey endlich weggekommen bin!

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Aeromexico ist sehr kulant, was Gepäck angeht. Z.B. dann, wenn man mit drei Kilo Übergewicht am Flughafen steht, aber aufgrund irgendwelcher Regeln nur zusätzliche Gepäckstücke aufgeben darf. Kurzerhand wird dann das Handgepäck um ein paar Bücher erweitert und ein zweites Handgepäckstück geduldet. So bin ich einmal mehr in der Lage gewesen, Zahlungen wegen Übergewicht zu vermeiden.

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War Air France auf dem Hinweg durchaus bemüht, sich positiv darzustellen, war der Rückweg eher eine Antiwerbung in eigener Sache. Warum soll man Reisende auf einen Flug von Monterrey nach Mexico City buchen, der zwei bis drei Stunden vor dem Anschlussflug nach Paris ankommt, wenn man ihn auch sieben Stunden vorher ankommen lassen kann? So ist relativ sicher, dass der Anschluss gehalten wird. Wie gut, wenn man dann Freunde hat, die in der Stadt wohnen. So bin ich noch einmal dazu gekommen, in der billigsten Metro der Welt (ca. 18 Cent pro Eintritt in das System) herum zu gondeln, die guten quesadillas und sopes am Parque Alameda zu essen und noch einmal ein mexikanisches Eis zu schlecken (leider gab es nicht meine neue Lieblingssorte Gurke). Außerdem beschenkte Arely mich noch mit El Chingonario, dem Wörtebuch, in dem sämtliche Derivate des wohl wichtigsten Wortes des mexikanischen Spanisch, chingar, enthalten sind. Eine Übersetzung erspare ich mir, da diese Website leider nicht vor Scham erröten kann…

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People Mover sind toll und man darf sein Studentenvisum entgegen der Beteuerungen meine Rechtsanwältin, die für mich den Papierkram gemacht hat, doch behalten, wenn man das Land endgültig verlässt!

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Das Leben ist hart, aber unfair. Eigentlich wollte ich ein Buch über meinen absoluten Lieblingspolitiker Peña Nieto kaufen, dass ich im Flughafen Monterrey entdeckt hatte. Da meine Barschaft aber nicht mehr ausreichte, um es zu erwerben, und alle Bankautomaten kaputt waren, verschob ich die Anschaffung auf Mexico City. Allerdings war es dort in den von mir besuchten Buchhandlungen entweder nicht vorhanden oder ausverkauft. Macht ja nix, dann kaufe ich es am Flughafen zusammen mit der Flasche Mezcal, die mir noch in meiner Sammlung erlesener mexikanischer Alkoholika (ja, es gibt mehr als Tequila!) fehlte, da sie meine Freigrenze für Schnapseinfuhren in die EU deutlich gesprengt hätte.

Enttäuschung Nummer 1: Der Verkäufer im Duty-Free-Shop wieß mich freundlicherweise daraufhin, dass es anscheinend irgendeine obskure Regelung in der EU gibt, die es bei den Sicherheitskontrollen erlaubt, auch versiegelte Duty-Free-Tüten abzunehmen, sofern diese außerhalb der EU gekauft wurden. Meine Erfahrungen mit meinem absoluten Lieblingsflughafen Paris-Charles de Gaulle sagten mir: Wenn diese Regelung irgendwo angewandt wird, dann wahrscheinlich dort. Also verzichtete ich schweren Herzens auf den Mezcal und widmete mich lieber der Suche nach dem bereits erwähnten Buch über Peña Nieto.

Enttäuschung Nummer 2: Der Aeropuerto Internacional Benito Juárez kennt seine Pappenheimer! Warum einen Buchladen mit gut sortierten spanischen Titeln in einen Abflugbereich klotzen, indem eh nur des Spanischen nicht mächtige Touristen rumspazieren und Corona trinken (das ist so als wenn man nach Deutschland kommt und Beck’s trinkt – man hätte es in seinem lokalen Supermarkt deutlich billiger hingekriegt)? Andererseits hatte ich jetzt noch jede Menge Pesos, die verjubelt sein wollten. Also entschied ich mich am Ende dazu, meine Lektüren für die nächsten Wochen zu kaufen und habe Freedom von Jonathan Franzen gekauft, da es in etwa so gut sein soll wie The Corrections, das mir ausgesprochen gut gefallen hat. Und weil das noch nicht genug war, sitze ich jetzt am ersten Band von A Song of Ice and Fire, A Game of Thrones. Ich kann verstehen, warum es derzeit so gepusht wird. Es ist bestimmt nicht Hochliteratur, aber anders als bei Dan Brown fühlt man sich als Leser wenigstens ernst genommen! Ich schätze, dass ich mir gleich vorsorglich den zweiten Band besorgen werde, um nicht in einer Woche in Lettland plötzlich auf dem Trockenen zu sitzen…

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Alte Boeing 747 sind sehr, sehr eng! Genau genommen hatte ich mehr Beinfreiheit auf den Flügen von Monterrey nach Mexico City und von Paris nach Berlin als in den elf Stunden dazwischen. Und dann wurde ich auch noch auf einen Fensterplatz gebucht! Es gibt wohl nichts schlimmeres, als als überzeugter Gang-Bucher bei einem Langstreckenflug(!) nachts(!!) über dem Atlantik(!!!) auf einen Fensterplatz direkt über dem Flügel(!!!!) gebucht zu werden. Ich interpretiere das als Aufforderung, doch in Zukunft anderswo mein Glück zu versuchen, da man für mich als Kunden offennsichtlich nur Hohn und Spott übrig hat. Immerhin: Bei der Landung schaffte ich es irgendwie, in den gefühlten vier Quadratzentimetern Panoramablick, die man mir dennoch gnädig gewährte, einen Blick auf den Eiffelturm zu erhaschen…

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Franzosen: Hochgeschwindigkeitszüge können sie gut, aber Flughäfen ist einfach nicht so ihr Ding. Na gut, vielleicht sollte ich als Deutscher beim Thema Flughäfen auch gerade schweigen…

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Mein Koffer kam natürlich nicht mit mir in Berlin-Tegel an. Damit war mein Koffer in allen meinen drei bisherigen Rückreisen aus Südamerika nie in dem letzten Flug, für den er gebucht war. Immerhin: Einmal bedeutete das, dass er mit mir zusammen angekommen ist!

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Berlin-Tegel ist und bleibt der schlimmste Flughafen Deutschlands. Wenn drei verschiedene Leute nicht in der Lage sind, einem eindeutig den Weg zur Meldestelle für verlorenes Gepäck zu weisen, sagt das doch schon viel aus. Da können die Demonstranten im Wandelgang noch so vehement für Tegel einsetzen: „Wenn Tegel stirbt, stirbt Berlin!“ Naja. Richtiger ist wohl: „Wenn Tegel stirbt, könnte sich in Berlin vielleicht noch einmal so etwas wie Ästhetik durchsetzen!“

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Es ist gut zu wissen, dass die beiden Weltfirmen Air France und DHL in der Lage sind, einen Koffer, der am Samstag in Paris hängen geblieben ist, schon Dienstag, also nur vier Tage später, zuzustellen. So zumindest die Auskunft, die mir gegeben wurde. Vor fünf Jahren konnte mir der Koffer nach dem gleichen Missgeschick bereits am Tag darauf geliefert werden. Und da heißt es immer, dass alles immer schneller geht. Entschleunigung ist das Zauberwort der Stunde! Man muss sich auch einmal von allem Materiellen trennen können. Und früher haben die Leute auch nicht alle Nase lang die Klamotten gewechselt…

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Stand zum Mittwoch Morgen: Mein Koffer ist immer noch nicht da, weil der DHL-Mann keinen Bock hatte, mich anzurufen und zu fragen, wo er denn nun verdammte Scheiße diesen Koffer abgeben soll.

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1 Kommentar so far
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Na denn, willkommen zurück! 🙂

Kommentar von Lars




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