¡Viva Méjico, cabrones!


Ein Tequila in Tequila

Wenn die schlechte Federung es zulässt, wird dieser Eintrag komplett im Bus von Guadalajara nach Mazatlán verfasst – acht Stunden wollen schließlich gefüllt werden. Die Filme, die ich sehen will, habe ich schon alle gesehen und mit White Collar möchte ich jetzt auch nicht anfangen. Außerdem steht einfach ein Bericht aus, denn es wird Zeit, dass ihr etwas über die erste der zwei Wochen Mexiko zusammen mit Dome erfahrt. Weiterlesen



Blick zurück aufs Studienglück
09/05/2012, 19:55
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Es ist vollbracht – heute habe ich meine letzte Klausur in diesem Studium geschrieben! Vorbei die seligen Zeiten, in denen man sich in viel zu kleine Stühlchen quetschte. Jetzt warte ich nur noch, dass die Zeit vergeht und dann geht es im Luxusbus ab in den Distrito Federal, bei uns auch unter dem Namen Mexiko City geläufig. Dort treffe ich morgen Dominique und dann geht es noch einmal quer durch Mexiko.

Aber davor möchte ich euch natürlich die fünf Erkenntnisse über dieses Semester nicht vorenthalten:

  1. Wieso läuft eigentlich im Bankensektor so viel schief, wenn sich doch das ganze BWL-Studium scheinbar folgendermaßen zusammenfassen lässt: Benutze deinen gesunden Menschenverstand und sieh zu, dass am Ende des Tages genug Geld in der Kasse ist. Wie schafft man es, selbst diesen einen Satz in der täglichen Arbeit immer wieder zu vergessen?
  2. Das ganze Geheimnis des Personalmanagements lautet: Du als Chef bist für deine Untergebenen immer und in allen Situationen verantwortlich. Wenn du einmal nicht weiter weißt: Frag den Personaler. Das ist schon alles.
  3. Man kann auch sehr gute Hausarbeiten über Rapunzel – neu verföhnt schreiben…
  4. Das Problem besteht nicht darin, die Theorie der Lernenden Organisationen zu verstehen, sondern darin, sie anzuwenden!
  5. Mexiko braucht dringend Verkehrswissenschaftler. Dringend!


Howdy, Partner!

Als erstes gleich vorneweg: Nein, ich bin nicht vom Erdbeben betroffen, das Epizentrum ist ca. 1000 Kilometer von Monterrey entfernt (ja, Mexiko ist groß!).

Damit aber auch genug von Mexiko gesprochen, kommen wir einmal zu einem ganz anderen Land, welches zufälligerweise ungefähr genauso weit von Monterrey entfernt ist wie Polen es von Dresden ist: den USA!

Schließlich ging mir langsam auf, dass ich nicht mehr viel Zeit in Monterrey verbringen werde und ich langsam einmal handeln sollte, wenn ich denn tatsächlich die Chance nutzen und Texas einen Besuch abstatten wollte.

Gesagt, getan, also ging ich letzte Woche Mittwoch zum Fahrkartenschalter (für Busse – mit Eisenbahnen hat man es nicht so in Monterrey) in der Tec und kaufte mir mein Ticket für die Nacht von Donnerstag auf Freitag nach San Antonio, der ersten großen Stadt in Texas von Monterrey aus. Weiterlesen



Off-Road in Mexiko

Ich weile wieder in Monterrey und habe mein letztes Wochenende, bevor es morgen wieder mit der Uni los geht, hier verbracht. Und ich kann auch gleich den nächsten Tipp weitergeben, wie man einen vergnüglichen Abend verbringen kann: Einfach mit ein paar evangelikalen Christen J. Edgar angucken und sich auf die Reaktionen bei der Kussszene freuen!

Allerdings schulde ich euch noch einen Bericht darüber, was seit Veracruz passiert ist. Weiterlesen



Ich mag den Golf

Irgendwann ist auch die schönste Weihnachtszeit einmal vorbei und darum ging es für mich am 1. Weihnachtsfeiertag von Tulum aus weiter auf die andere Seite der Halbinsel von Yucatán, nach Mérida, dem alten Hauptort, heute Hauptort des Bundesstaats Yucatán in Nähe der Küste vom Golf von Mexiko.

So richtig erschlossen hat sich mir aber nicht, warum man die Stadt besuchen soll. Weiterlesen



Auf geht es!

Zwei Semester Uni (fast) ohne Unterbrechung sind nun vorbei und endlich, endlich geht es daran, ein wenig mehr von meiner derzeitigen Lebensabschnittsheimat zu erkunden. Glücklicherweise muss ich das auch nicht alleine machen, sondern habe mit Mario einen sachverständigen Begleiter an meiner Seite, der sich bereits viel intensiver mit möglichen Zielen in Mexiko beschäftigt hat als ich dies getan habe.

Allerdings schien es gar nicht so einfach, ihn von der Schönheit Monterreys zu überzeugen. Irgendwie hat er es nämlich geschafft, eine Kaltfront aus Deutschland nach Monterrey zu locken. Während ich am Samstag noch faul auf meiner Dachterrasse in der Sonne fläzen konnte, waren wir am Dienstag froh, dass wir nicht erfroren sind. Trotzdem ließ sich Mario nichts anmerken und nahm kalte Nächte und smogverhangene Tage ohne Murren hin.

Cañon de la Huasteca

Cañon de la Huasteca

Für mich wog ohnehin etwas anderes viel schwerer: Ich hatte keine Ahnung, was man eigentlich an drei Tagen in Monterrey an touristischem Programm auffahren könnte. Doch Mario war pflegeleicht und hatte schnell Ideen, was interessant sein könnte. Das Programm war ziemlich rund: Vom Besuch im Museum der mexikanischen Stahlindustrie im Horno3 über eine kleine Fahrt mit der Metro Monterrey (wozu ich vorher auch noch nicht gekommen war) bis hin zu einer Shopping-Tour durch die Plaza Valle Oriente im schicken Vorort San Pedro war alles dabei. Höhepunkt war aber sicherlich unser kleiner Ausflug in den Cañon de la Huasteca. Dabei handelt es sich um ein enges Flusstal, dass laut Reiseführer ein nettes Ausflugsziel ist. Was der Reiseführer unterschlagen hatte: Mein Namensvetter, der Hurrikan Alex, hatte leider die pittoresken Grünanlagen weggespült und eine Geröllwüste hinterlassen. Zusammen mit den bizarren Felsformationen ergab sich dadurch aber trotzdem ein faszinierender Spaziergang. Außerdem kamen wir auf dem Rückweg am berühmt-berüchtigten Casino Royale vorbei, sodass der Katastrophentourismus gebührend beendet werden konnte.

Für mich begann der richtige Urlaub allerdings erst am Mittwoch, als es nach Guadalajara ging. Ganz der Verkehrsökologie verschrieben, machten wir uns nicht etwa mit dem Nachtbus, sondern mit dem Billigflieger auf den Weg. Bei unserem straffen Zeitplan kann man aber vielleicht zwei Augen zudrücken, dass wir insgesamt zwei Inlandsflüge gebucht haben…

Die Kathedrale von Guadalajara

Die Kathedrale von Guadalajara

Guadalajara erwies sich als idealer Ausgangspunkt für die weitere Reise: Die Stadt ist deutlich „mexikanischer“ als Monterrey. Statt sechs Grad begrüßten uns schnuckelige 26 Grad, statt modernen Zweckbauten gibt es eine ausgedehnte koloniale Innenstadt und Nachts durch die Straßen laufen war auch noch drin. Wenn es so etwas wie eine entspannte Millionenmetropole geben kann, dann wäre es wahrscheinlich am ehesten Guadalajara.

Hotel Las Sabilas

Hotel Las Sabilas

Für uns etwas überraschend war es allerdings, dass wir kaum andere Touristen gesehen haben. Dabei ist Guadalajara durchaus eine Reise wert und Jalisco, der dazugehörige Bundesstaat, hat viel zu bieten, was gerade in unseren Breiten als typisch mexikanisch angesehen wird: Tequila, Mariachis, koloniale Kirchen. Dennoch waren andere Touristen Mangelware. Wir konnten sogar im Hotel, dass vom Lonely Planet empfohlen wurde, für einen deutlich geringeren Preis übernachten als eigentlich vorgesehen, da sonst nur ein Pärchen aus Oregon anwesend war. Ein solches Schnäppchen macht man selten – und dass der Pool zu kalt zum Baden war, machte auch nichts: Schließlich konnten wir einfach in den beheizten Pool vom anderen Hotel des amerikanischen Besitzers springen.

Kulinarisch gesehen ist Guadalajara auch gleich eine ganz andere Liga als Monterrey. Und der von mir wegen seiner lieblosen Übersetzung viel gescholtene Lonely Planet zeigte hier wieder einmal sein wahren Stärken: Die empfohlenen Lokale waren spitze! Nur beim Nachtleben konnten weder mein Lonely Planet noch Marios Loose wirklich überzeugen: Die hippe Bar war angeblich in einem Straßenblock ohne künstliche Beleuchtung untergebracht. So gingen wir am Ende einfach in die Kneipe einen Block vorher, die sich als Glücksgriff mit hochprozentigen Getränken, netter Bedienung und Enten-Tacos erwies.

Tlaquepaque

Tlaquepaque

Ein weiteres Highlight Guadalajaras ist der Stadtteil Tlaquepaque, der zwar touristisch aufgemotzt wurde, aber trotzdem zu einem ausgedehnten Abendbummel einlädt. Es ist vielleicht nicht gerade die erste Adresse, um sich als junggebliebener Erwachsener zu amüsieren, aber dafür ist man umgeben von mexikanischen Familien, die ein Eis und die lauen Dezembernächte genießen. Außerdem hat man als verkehrsaffine Menschen, wie wir beide es nun einmal sind, einen Grund, sich mit dem Bus fortzubewegen. Überhaupt ist Guadalajara verkehrstechnisch gut ausgestattet mit Metrobus, U-Bahn und Fahrradständern an öffentlichen Orten. Kein Wunder, schließlich ist Guadalajara die Fahrradhauptstadt Mexikos!

Trotz der schönen anderthalb Tage hieß es nach zwei Nächten Abschied nehmen. Am Freitag Morgen ging es per Bus weiter nach Guanajuato. Aber dazu ein andermal mehr.



Nachtexpress nach Chihuahua
24/11/2011, 18:01
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Nicht nur das Semesterende nähert sich mit großen Schritten (gestern war mein letzter Unitag für dieses Jahr), nein, auch Weihnachten wirft seinen Schatten in Form von Weihnachtskitsch voraus. Natürlich möchte meine mich beherbergende Gastuni da nicht außen vor bleiben und so funkelt der Kunstschnee und erstrahlen die zu Zuckerstangen verwandelten Lampenmasten, dass es nur so seine Art hat. Der Kunstschnee ist dabei vor allem deswegen notwendig, weil es wohl schon ein Weilchen her ist, seitdem es in Monterrey das letzte Mal geschneit haben muss. Derzeit sieht es auch nicht danach aus, als ob es morgen anfangen würde – es hat immer noch seine 25 Grad zur Mittagszeit. Trotzdem, weiße Weihnacht ist in und so dürfen sich Schnee- und Weihnachtsmänner in allen möglichen Spielarten in den Geschäften und Privathäusern tummeln. Wer jetzt aber reflexartig etwas vom amerikanischen Kulturimperialismus denkt, dem möchte ich mit auf dem Weg geben, dass der Hang zu kitschiger Wohnungsdekoration ein weltweites Phänomen ist und die einheitliche Weihnachtsdekoration wohl eher mit den Produktpaletten chinesischer Sweat Shops zu erklären ist als mit der dennoch nicht klein zu redenden Manie, in vielen amerikanischen Eigenheiten den alles entscheidenden Faktor zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden zu suchen, den man nur kopieren müsse, um endlich, endlich dem eigenen Minderwertigkeitskomplex entkommen zu können. Aber ich verrenne mich gerade wieder in sozialwissenschaftlichen Hypothesen und schwenke daher unelegant zum Thema zurück. Denn dass ich die Weihnachtsdekoration überhaupt erwähne, ist dem feinen Sinn der campuseigenen Rehe für das kleine Sahnehäubchen oben drauf geschuldet. Weiterlesen