¡Viva Méjico, cabrones!


Amigo-Wirtschaft
21/02/2012, 22:53
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Ich bin derzeit etwas vergrippt, ein für mich durchaus nicht so häufiges Vorkommnis. Zwar ist es nicht wirklich schlimm, aber das macht es dafür vielleicht umso nerviger: Ich hasse nichts so sehr wie das Gefühl, dass man doch eigentlich ganz fit sein müsste, der Körper einem aber unmissverständlich klar macht, dass dem eben doch nicht so ist. Als leicht hypochondrisch veranlagter Mensch steigere ich mich langsam wieder in Phantasien, was das sein könnte. Ich hoffe, dass es keine Virus-Erkrankung ist wie beim letzten Mal, als ich mich so ausgelaugt gefühlt habe, ohne dass ich nennenswerte körperliche Beschwerden hatte. Auch wenn ich über eine gute Krankenversicherung verfüge, muss ich jetzt nicht unbedingt Bekanntschaft mit dem (privaten) mexikanischen Gesundheitssystem machen. Da werde ich nur mit irgendwelchen Medikamenten vollgestopft und auch wenn ich kein Anhänger der alternativen „Medizin“ bin – wenn es nur irgendwie geht möchte ich Medikamente vermeiden. Hoffen wir, dass es eher eine leichte Sommergrippe ist, hervorgerufen von Schlafmangel, vitaminarmer Ernährung und dem ständigen Wechsel des Wetters. Mit Glück ist es morgen auch wieder vorbei, denn ich bin heute extra Zuhause geblieben, um mich auszukurieren.

Das wäre auch insofern hilfreich, als dass ich morgen etwas überraschend ein Interview für ein Praktikum bei der S-Bahn Berlin führen werde (per Telefon, versteht sich). Am Freitag steht dann gleich das nächste Interview bei KCW an. Und ein drittes Interview mit der ProgTrans AG ist für irgendwann Anfang Juni geplant. Es ist gut zu wissen, dass ich bei allen drei Bewerbungen Interesse geweckt habe. Aufgrund meines nicht ganz so zielstrebigen Lebenslaufs und meiner ja nur mittelmäßigen, ich korrigiere: durchschnittlichen Noten hatte ich doch einige Bedenken. Andererseits führt das zu einer blöden Situation: Alle drei Praktika sind hochinteressant, aber ich kann leider nur eines machen.

Aber so ist das Leben nun einmal, grausam und ungerecht. Und weil dem so ist, nutze ich die Gelegenheit, um elegant zu einem völlig anderen Thema überzuleiten: Ein paar Worten zu meinem Freundeskreis hier vor Ort. Weiterlesen

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Die innere Sicherheit
24/01/2012, 01:09
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Nun ist es offiziell: Monterrey ist Mitglied geworden im Club der 50 gefährlichsten Städte der Welt (zumindest von dem Teil der Welt, der Statistikdaten im Internet veröffentlicht). Mit stolzen 1680 im letzten Jahr offiziell in der Metropolregion gemeldeten Morden, die einer Gewaltrate von 40,38 Morden pro 100.000 Einwohnern entsprechen, musste man nur 37 Städten den Vortritt lassen. Darunter natürlich viele mexikanische Städte, aber auch andere lateinamerikanische Staaten, die USA und Südafrika sind konkurrenzfähig. Keine schönen Nachrichten, trotz der vorherrschenden Meinung, dass sich die Situation seit dem Anschlag aufs Casino Royale entspannt hätte.

Zusammengestellt wurden die Daten von der mexikanischen NGO Consejo Ciudadano para la Seguridad Pública y Justicia Penal, aber darauf aufmerksam wurde ich durch Proceso, einer Art mexikanischem Spiegel (mit der Relevanz von Der Freitag – man hat davon vielleicht gehört, aber keiner, den man kennt, hat das Blatt jemals gelesen). Proceso stellt seit einigen Wochen meine Informationsquelle über die Geschehnisse in Mexiko dar. Irgendwann ging mir mir nämlich auf, dass es nicht so toll ist, wenn man zwar in einem Land lebt, sich auch versucht, soweit wie möglich zu integrieren, aber nicht einmal mitbekommt, wer eigentlich die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen am 2. Juli sind.

Ob Proceso dabei die beste Wahl ist, sei erst einmal dahingestellt, denn es fällt nicht schwer, bei der Lektüre gewisse Tendenzen wahrzunehmen. Weiterlesen



Saltillo, das Hannover Mexikos?
21/09/2011, 23:12
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Eine provokante Frage, denn wenn es eine Stadt gibt, mit der nun wirklich keine Stadt der Welt verglichen werden möchte, dann ist es bestimmt Hannover (allenfalls Braunschweig kann da noch mithalten; ich bin übrigens Oldenburger, falls das für die Auswahl der Städte relevant gewesen sein könnte *RÄUSPER*).

Darum will ich Saltillo auch schnell von diesem Vorwurf frei sprechen: Saltillo ist eher wie ein mexikanische Version von Stuttgart, nur dass die Leute nicht ganz so viel Geld auf der hohen Kante haben. Weiterlesen



Grito und Día de la Independencia

Ein langes Wochenende liegt hinter Mexiko und mir und es ist an der Zeit, dass eine oder andere Wort darüber zu verlieren. Um euch nicht mit einem ewig langen Beitrag zu erschlagen, den dann doch keiner liest, werde ich das Ganze in zwei leichter verdauliche Abschnitte teilen und erst über den 15./16. und anschließend über den 17./18. September.

Wie dem einen oder anderen dabei bewusst sein dürfte, hatte ich am 15. September Geburtstag. Aber in der langen Geschichte der Menschheit gab es auch andere Menschen, die es sich nicht nehmen lassen wollten, an diesem Tag Geburtstag zu haben. Weiterlesen



Speed Dating in Zeiten der Casino-Überfälle
28/08/2011, 20:34
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So schnell kann es gehen – nach nur einem Monat wird man aus der heilen Welt gerissen und kann sich plötzlich nicht mehr sicher fühlen, wenn man auf die Straße geht. Oder?

Glücklicherweise ist es nicht ganz so schlimm wie es vielleicht aus der Ferne wirkt. Und nun ja, die meisten deutschen Korrespondenten leben auch nicht hier, sondern in Mexiko City oder gar in Argentinien. Mit anderen Worten: Die lesen auch nur Zeitung und gucken CNN.

Damit will ich gar nicht den Eindruck erwecken, dass das doch alles nur aufgebauscht ist und hier alles Friede, Freude, Eierkuchen sei, aber ich habe die Artikel, die bei Spiegel Online und sueddeutsche.de zum Überfall auf das Casino erschienen sind, aufmerksam verfolgt und möchte einen vielleicht etwas anderen Blickwinkel ermöglichen. Weiterlesen



Mein Besuch in einer evangelikalen Freikirche
14/08/2011, 19:38
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Hinweis: Es ist keineswegs meine Absicht, jemanden in seinem Glauben zu kränken, sondern dies stellt nur meine persönliche Sichtweise dar. Deshalb bitte ich darum, dass religiös empfindliche Leute nur die ersten Absätze lesen.

Vielleicht hat sich der Eine oder Andere bereits gefragt, warum ich denn bisher noch kein Wort über meine Freunde hier vor Ort verloren habe, mit denen ich Schlittschuhlaufen und ins Kino gehe. Der Grund ist denkbar einfach: Es gibt ein großes Aber und deswegen wollte ich bis zu einem geeigneten Moment warten, bis ich die Fünf vorstelle. Und dieses Aber hat mit meinem titelgebenden Kirchenbesuch zu tun. Denn sie sind christlich. Sehr christlich. Und das auf eine Art, wie sie für einen typischen sekulären Deutschen doch ein wenig befremdlich ist.

Ich und Freunde

Von links nach rechts: Enrique, Jaime, Vero, Mayra, Alex. Es fehlt: Lili

Wie aber bin ich aber dann an die Gruppe geraten? Weiterlesen



Monterrey
31/07/2011, 23:26
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Als ich heute mit meinem Nachbarn Jaime im Parque Fundidora im Stadtzentrum von Monterrey saß, fand ich es schon fast lachhaft, was ein Aufhebens um die Sicherheit in der Stadt gemacht wird. Dass ich trotzdem nicht leichtsinnig werde, dafür wird ein Nebensatz von Jaime noch sorgen. Aber der Reihe nach. Weiterlesen