¡Viva Méjico, cabrones!


Der letzte Tango in Monterrey

Die Koffer sind gepackt und gleich geht es zum Flughafen, um wieder gen Heimat zu starten. Höchste Zeit, um also noch ein paar Worte zu meiner letzten Woche in Monterrey zu verlieren, denn dank meiner Freunde konnte ich noch folgendes erledigen:

  • Im Manhattan’s essen
  • Auf den Cerro de la Silla steigen
  • Die Cola de Caballo, einen Wasserfall ganz in der Nähe von Monterrey, besichtigen
  • Die Ausstellung zum Fahrrad im Museo de Historia Mexicana ansehen
  • Drei Levi’s-Jeans kaufen (angeblich viel zu teuer, in den USA wären sie ja noch billiger gewesen…)
  • Men in Black 3 im Kino gucken

Alles Sachen, die noch erledigt werden mussten und die ich jetzt beruhigt abhaken kann!

Für mich am Schönsten war aber trotzdem die Abschiedsfeier bei den Kindern vom Hogar de los Niños, die mir alle Plakate gemalt haben (mir gefällt das am Besten, wo ich im Flugzeug sitze und Mexiko vermisse). Ich muss mir noch den Kopf zerbrechen, wo ich einen Ehrenplatz für diese Geschenke finden kann. Es freut mich, dass meine Besuche scheinbar nicht nur mir Spaß gemacht haben, sondern auch den Kindern. So sehr, wie sie mich gedrückt haben, scheinen sie mich wirklich gerne gehabt zu haben…



Es fährt ein Zug durch Mexiko

Und dieser fuhr sogar so wir wollten, denn anders als bei der Fähre konnten Dome und ich problemlos das Ticket für den selben Tag kaufen und gemütlich in der billigeren, aber genauso komfortablen zweiten Klasse des chepe von Los Mochis nach Cuauhtémoc zuckeln. Denn zumindest am Anfang war es wirklich nicht mehr als ein Zuckeln, was die Lok zu vollbringen wagte. Uns war das aber auch herzlich egal, denn den ersten Abschnitt von Los Mochis nach El Fuerte, der nur durch die Küstenniederung führte, nutzten wir dafür, ein wenig Schlaf nachzuholen. Schließlich hieß es nach einer Nacht, die erst gegen 1 Uhr nachts begann, schon wieder um 4.30 Uhr aufzustehen, um früh genug am Bahnhof zu sein.

Aber ab El Fuerte ließ ich es mir nicht nehmen, geschlagene acht Stunden am Stück am offenen Fenster im Gang zu stehen und Fotos zu schießen oder aber einfach nur die herrliche Landschaft zu genießen. Wer auf dieser Zugfahrt kein Fuzzie wird, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Ich habe hier eine kleine Diashow mit Landschafts- und Zugfotos zusammengestellt. Weiterlesen



Misty Mountain Hop
26/03/2012, 22:08
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Der Frühling hat auch Monterrey fest im Griff und sorgt dafür, dass ich wieder ohne Probleme in der universellen Uniform für Austauschstudenten umher laufen kann: chanclas, shorts, playera. Oder auf Deutsch: Flipflops, kurze Hose, T-Shirt.

Man kann also wieder auf der Terrasse sitzen und die unschlagbare Aussicht genießen. Denn egal auf welchen hässlichen Plattenbau ich in Zukunft auch sehen werde – der Cerro de la Silla (der Sattel-Hügel – der Name ergibt sich aus seiner markanten Form) wird es nicht mehr sein.

Dabei ist der Hausberg Monterreys für mich eine der großartigsten Sachen in dieser an Sehenswürdigkeiten doch etwas armen Stadt. So großartig, dass ich im Verlauf meines Aufenthalts sicherlich schon 100 Fotos von diesem meinem persönlichen Blick aus dem Fenster geschossen habe. Und da es außer meinem Unialltag nicht viel zu berichten gibt, habe ich beschlossen, euch auch an diesem meinem Hobby teilnehmen zu lassen und habe eine Auswahl meiner Lieblingsbilder von diesem meinem Schicksalsberg (wer braucht da schon den Nanga Parbat?) zusammengestellt. Damit es für euch als Außenstehende, die nur einen ollen Berg sehen, nicht ganz so langweilig wird, sind es Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln, zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichen Wetterlagen. Ich hoffe, ihr könnt meine Begeisterung wenigstens in Ansätzen verstehen!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am Donnerstag geht es für die Osterferien übrigens nach Ecuador. Der nächste Bericht wird sich deshalb wohl damit beschäftigen, was man 11 Stunden lang in Panama City machen kann. Der Panama-Kanal ist schon einmal eingeplant; und auch die Altstadt soll sehr schön sein – immerhin handelt es sich um ein UNESCO-Weltkulturerbe. Es gibt also sicherlich die eine oder andere japanische Reisegruppe zum Fotografieren!



Die innere Sicherheit
24/01/2012, 01:09
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Nun ist es offiziell: Monterrey ist Mitglied geworden im Club der 50 gefährlichsten Städte der Welt (zumindest von dem Teil der Welt, der Statistikdaten im Internet veröffentlicht). Mit stolzen 1680 im letzten Jahr offiziell in der Metropolregion gemeldeten Morden, die einer Gewaltrate von 40,38 Morden pro 100.000 Einwohnern entsprechen, musste man nur 37 Städten den Vortritt lassen. Darunter natürlich viele mexikanische Städte, aber auch andere lateinamerikanische Staaten, die USA und Südafrika sind konkurrenzfähig. Keine schönen Nachrichten, trotz der vorherrschenden Meinung, dass sich die Situation seit dem Anschlag aufs Casino Royale entspannt hätte.

Zusammengestellt wurden die Daten von der mexikanischen NGO Consejo Ciudadano para la Seguridad Pública y Justicia Penal, aber darauf aufmerksam wurde ich durch Proceso, einer Art mexikanischem Spiegel (mit der Relevanz von Der Freitag – man hat davon vielleicht gehört, aber keiner, den man kennt, hat das Blatt jemals gelesen). Proceso stellt seit einigen Wochen meine Informationsquelle über die Geschehnisse in Mexiko dar. Irgendwann ging mir mir nämlich auf, dass es nicht so toll ist, wenn man zwar in einem Land lebt, sich auch versucht, soweit wie möglich zu integrieren, aber nicht einmal mitbekommt, wer eigentlich die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen am 2. Juli sind.

Ob Proceso dabei die beste Wahl ist, sei erst einmal dahingestellt, denn es fällt nicht schwer, bei der Lektüre gewisse Tendenzen wahrzunehmen. Weiterlesen



Auf geht es!

Zwei Semester Uni (fast) ohne Unterbrechung sind nun vorbei und endlich, endlich geht es daran, ein wenig mehr von meiner derzeitigen Lebensabschnittsheimat zu erkunden. Glücklicherweise muss ich das auch nicht alleine machen, sondern habe mit Mario einen sachverständigen Begleiter an meiner Seite, der sich bereits viel intensiver mit möglichen Zielen in Mexiko beschäftigt hat als ich dies getan habe.

Allerdings schien es gar nicht so einfach, ihn von der Schönheit Monterreys zu überzeugen. Irgendwie hat er es nämlich geschafft, eine Kaltfront aus Deutschland nach Monterrey zu locken. Während ich am Samstag noch faul auf meiner Dachterrasse in der Sonne fläzen konnte, waren wir am Dienstag froh, dass wir nicht erfroren sind. Trotzdem ließ sich Mario nichts anmerken und nahm kalte Nächte und smogverhangene Tage ohne Murren hin.

Cañon de la Huasteca

Cañon de la Huasteca

Für mich wog ohnehin etwas anderes viel schwerer: Ich hatte keine Ahnung, was man eigentlich an drei Tagen in Monterrey an touristischem Programm auffahren könnte. Doch Mario war pflegeleicht und hatte schnell Ideen, was interessant sein könnte. Das Programm war ziemlich rund: Vom Besuch im Museum der mexikanischen Stahlindustrie im Horno3 über eine kleine Fahrt mit der Metro Monterrey (wozu ich vorher auch noch nicht gekommen war) bis hin zu einer Shopping-Tour durch die Plaza Valle Oriente im schicken Vorort San Pedro war alles dabei. Höhepunkt war aber sicherlich unser kleiner Ausflug in den Cañon de la Huasteca. Dabei handelt es sich um ein enges Flusstal, dass laut Reiseführer ein nettes Ausflugsziel ist. Was der Reiseführer unterschlagen hatte: Mein Namensvetter, der Hurrikan Alex, hatte leider die pittoresken Grünanlagen weggespült und eine Geröllwüste hinterlassen. Zusammen mit den bizarren Felsformationen ergab sich dadurch aber trotzdem ein faszinierender Spaziergang. Außerdem kamen wir auf dem Rückweg am berühmt-berüchtigten Casino Royale vorbei, sodass der Katastrophentourismus gebührend beendet werden konnte.

Für mich begann der richtige Urlaub allerdings erst am Mittwoch, als es nach Guadalajara ging. Ganz der Verkehrsökologie verschrieben, machten wir uns nicht etwa mit dem Nachtbus, sondern mit dem Billigflieger auf den Weg. Bei unserem straffen Zeitplan kann man aber vielleicht zwei Augen zudrücken, dass wir insgesamt zwei Inlandsflüge gebucht haben…

Die Kathedrale von Guadalajara

Die Kathedrale von Guadalajara

Guadalajara erwies sich als idealer Ausgangspunkt für die weitere Reise: Die Stadt ist deutlich „mexikanischer“ als Monterrey. Statt sechs Grad begrüßten uns schnuckelige 26 Grad, statt modernen Zweckbauten gibt es eine ausgedehnte koloniale Innenstadt und Nachts durch die Straßen laufen war auch noch drin. Wenn es so etwas wie eine entspannte Millionenmetropole geben kann, dann wäre es wahrscheinlich am ehesten Guadalajara.

Hotel Las Sabilas

Hotel Las Sabilas

Für uns etwas überraschend war es allerdings, dass wir kaum andere Touristen gesehen haben. Dabei ist Guadalajara durchaus eine Reise wert und Jalisco, der dazugehörige Bundesstaat, hat viel zu bieten, was gerade in unseren Breiten als typisch mexikanisch angesehen wird: Tequila, Mariachis, koloniale Kirchen. Dennoch waren andere Touristen Mangelware. Wir konnten sogar im Hotel, dass vom Lonely Planet empfohlen wurde, für einen deutlich geringeren Preis übernachten als eigentlich vorgesehen, da sonst nur ein Pärchen aus Oregon anwesend war. Ein solches Schnäppchen macht man selten – und dass der Pool zu kalt zum Baden war, machte auch nichts: Schließlich konnten wir einfach in den beheizten Pool vom anderen Hotel des amerikanischen Besitzers springen.

Kulinarisch gesehen ist Guadalajara auch gleich eine ganz andere Liga als Monterrey. Und der von mir wegen seiner lieblosen Übersetzung viel gescholtene Lonely Planet zeigte hier wieder einmal sein wahren Stärken: Die empfohlenen Lokale waren spitze! Nur beim Nachtleben konnten weder mein Lonely Planet noch Marios Loose wirklich überzeugen: Die hippe Bar war angeblich in einem Straßenblock ohne künstliche Beleuchtung untergebracht. So gingen wir am Ende einfach in die Kneipe einen Block vorher, die sich als Glücksgriff mit hochprozentigen Getränken, netter Bedienung und Enten-Tacos erwies.

Tlaquepaque

Tlaquepaque

Ein weiteres Highlight Guadalajaras ist der Stadtteil Tlaquepaque, der zwar touristisch aufgemotzt wurde, aber trotzdem zu einem ausgedehnten Abendbummel einlädt. Es ist vielleicht nicht gerade die erste Adresse, um sich als junggebliebener Erwachsener zu amüsieren, aber dafür ist man umgeben von mexikanischen Familien, die ein Eis und die lauen Dezembernächte genießen. Außerdem hat man als verkehrsaffine Menschen, wie wir beide es nun einmal sind, einen Grund, sich mit dem Bus fortzubewegen. Überhaupt ist Guadalajara verkehrstechnisch gut ausgestattet mit Metrobus, U-Bahn und Fahrradständern an öffentlichen Orten. Kein Wunder, schließlich ist Guadalajara die Fahrradhauptstadt Mexikos!

Trotz der schönen anderthalb Tage hieß es nach zwei Nächten Abschied nehmen. Am Freitag Morgen ging es per Bus weiter nach Guanajuato. Aber dazu ein andermal mehr.



13 minus zwölf Semester
04/12/2011, 12:00
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Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, mit Pullover schwitzt man und in der Ferne erklingt „Leise rieselt der Schnee“ – kann es einen besseren letzten Tag des Semesters geben? Wahrscheinlich nicht. (Für euch) gestern war jedenfalls so ein wunderschöner Tag (vom sich heute nicht einmal Mittags auflösenden Smog abgesehen), perfekt, um nach der letzten Klausur des Semesters zurück nach Hause zu schlendern.

Und perfekt, um einen kleinen Rückblick auf das Semester zu verfassen, während man auf die Reisebegleitung aus Alemania wartet (sofern sich Delta nicht vielleicht doch noch im letzten Moment überlegt, auch noch pleite zu gehen). Weiterlesen



Todos los Santos y Día de Muertos
02/11/2011, 12:11
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Eigentlich, eigentlich…

Eigentlich sollte hier ja erst etwas zu meinem Wochenende in Guanajuato erscheinen. Aber leider Gottes geht das Semester seinem Ende entgegen und es lag daher einiges an, was ich erst erledigen musste, bevor ich mich an einen neuen Blogeintrag setzen konnte.

Ein Altar auf dem Campus der Tec

Ein Altar auf dem Campus der Tec

Darum gibt es jetzt zuerst ein paar Worte zum berühmten Tag der Toten, dem Día de Muertos. Weiterlesen