¡Viva Méjico, cabrones!


Straßenverkehrstechnik & Medizin
29/02/2012, 18:05
Filed under: Méjico | Schlagwörter: , , , , , ,

Tja, es hat mich also doch erwischt: Ich bin richtig krank geworden. Zwar wohl allen Anschein nach kein Virus (ich habe schließlich Antibiotika verschrieben bekommen), aber trotzdem lag ich am Sonntag ziemlich flach. Ich bin gar nicht erst auf die Idee gekommen, aus dem Haus zu gehen, weswegen mich die Nachricht, dass meine Vermieterin gestorben ist, etwas überraschte. Zugegebenermaßen werde ich da nicht der Einzige sein, denn es hat sich nicht gerade abgezeichnet, da sie sich eigentlich langsam von ihrem Schlaganfall im Oktober erholte (es scheint, als ob ich das nie erwähnt habe – jetzt wisst ihr’s!). Krankheit hin oder her, natürlich habe ich mich Jaime angeschlossen und bin zu ihrer Aufbahrung (oder velorio) gefahren.

Ändern wird sich dadurch allerdings nicht sonderlich viel, da das Haus ohnehin schon seit dem Schlaganfall von ihrem Sohn verwaltet wird. Obdachlos werde ich also wohl nicht werden. Jetzt hoffen wir einfach, dass die Erben keinen Streit beginnen und die gute doña Linda ihren Frieden findet.

Zur Einäscherung konnte ich dann leider nicht, da ich parallel Uni hatte. Was ich dann aber wiederum dafür nutzte, um die Krankenstation der Uni aufzusuchen Weiterlesen

Advertisements


Todos los Santos y Día de Muertos
02/11/2011, 12:11
Filed under: Méjico | Schlagwörter: , , , , , , ,

Eigentlich, eigentlich…

Eigentlich sollte hier ja erst etwas zu meinem Wochenende in Guanajuato erscheinen. Aber leider Gottes geht das Semester seinem Ende entgegen und es lag daher einiges an, was ich erst erledigen musste, bevor ich mich an einen neuen Blogeintrag setzen konnte.

Ein Altar auf dem Campus der Tec

Ein Altar auf dem Campus der Tec

Darum gibt es jetzt zuerst ein paar Worte zum berühmten Tag der Toten, dem Día de Muertos. Weiterlesen



Drei Geburtstage und ein Todesfall
05/10/2011, 03:13
Filed under: Méjico | Schlagwörter: , , , ,

Ganz am Anfang eine Entschuldigung an die Adresse der Bundesregierung: Anders als von mir stets kolportiert, gibt es sehr wohl einen deutschen Honorarkonsul in Monterrey. Die Falschinformation stammt einmal mehr aus meinem treuen Begleiter, dem schlechtesten Reiseführer der Welt: Dem deutschsprachigen Lonely Planet für Mexiko!

Auch der Titel dieses Posts führt ein wenig in die Irre, denn um die drei Geburtstage soll es ebenfalls nur am Rande gehen. Aber es war eine gute Gelegenheit, einmal mehr ein popkulturelles Zitat für die Überschrift zu missbrauchen.

Prinzipiell lässt sich das mit den drei Geburtstagen schnell erklären: Am Freitag war ich auf einer Geburtstagsparty, am Sonntag auf zwei Geburtstagsfeiern (Party wäre hier doch etwas übertrieben). Während ich bei ersterer Feierlichkeit nicht einmal den Namen des Gastgebers kenne, da ich von meinem Deutsch-Tandem-Partner Marco angeschleppt wurde und es eine dieser typischen mexikanischen „Kommt vorbei, habt Spaß und werdet beste Freunde für eine Nacht!“-Partys war, waren die beiden anderen Festivitäten zu Ehren der selben Person, Vero (ein Who is Who meiner Freunde hier vor Ort folgt auch irgendwann; nur so viel – sie ist aus der christlichen Ecke).

Grund für die beiden Feierlichkeiten war die Tatsache, dass wir zuerst eine Art Kindergeburtstag in der Casa Hogar gefeiert haben, in der wir ehrenamtlich helfen (auch hier folgt irgendwann ein Bericht). Casa Hogar bezeichnet eigentlich ein Waisenheim, aber das wäre in diesem Fall falsch, da die Kinder durchaus Eltern haben, diese sich aber nicht um sie kümmern können. Es ist alles ein bisschen kompliziert, aber wie gesagt, ein eigener Bericht folgt, in dem ich das alles näher erläutert werden kann.

Auf jeden Fall waren wir um die Mittagszeit herum in der Casa Hogar und haben für die Kinder und Vero einen richtigen mexikanischen Kindergeburtstag mit Piñata und Pastelazo gefeiert (drei Mal dürft ihr raten, wer beim Pastelazo als erster dran war…). Anschließend ging es dann weiter zu Vero, wo es Hamburger vom Grill gab – die gegrillten Hamburger sind meiner Meinung nach eine der Spezialitäten hier in Monterrey (ja, auch zum Essen folgt noch ein Eintrag). Dazu sollte man vielleicht außerdem wissen, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass man von Mexikanern nach Hause eingeladen wird. Mit „nach Hause“ meine ich dabei nicht die Studentenbutze, sondern bei den Eltern zuhause (wo im Prinzip jeder unverheiratete Mexikaner wohnt). Auch Freunde, die Vero schon weitaus länger kennen als ich, waren zum ersten Mal bei ihr.

Was aber hat es nun mit diesem ominösen Todesfall auf sich? Nun, am Sonntag morgen war ein guter Freund der meisten meiner christlichen Freunde ziemlich plötzlich und unerwartet gestorben. Schon den ganzen Tag war das natürlich ein Thema und als am Abend einige zur Andacht im Leichenschauhaus weiterfuhren, schloss ich mich spontan an, denn wann hat man sonst die Gelegenheit, eine mexikanische Trauerfeier zu erleben? Außerdem interessiere ich mich seit meinem Zivildienst für den Umgang mit Toten.

Ich möchte aber noch einmal explizit darauf hinweisen, dass es eine evangelikale Trauerfeier und außerdem nur sehr wenig Familie – und das auch erst zur richtigen Andacht – anwesend war. Trotzdem möchte ich gerne meine Eindrücke einer mexikanischen Trauerfeier teilen. Weiterlesen